Zitat von Konrad:Wir haben es hier nicht mit einem Repräsettativen Fall im Sinne von Trennungsschmerz zu tun.
Servus Heidemarie
Wenn ich mir das so durchlese, besonders die Antworten von Konrad, dann verstehe ich, wo du vielleicht in eurer Ehe die Zukunft siehst.
Es ist sicherlich so, wie beschrieben, er will nochmal Frühling fühlen, wir langjährigen Ehefrauen, versprechen keinen Frühling, man sieht uns an und fühlt oft mehr Herbst. Bestimmt haben wir ein Plätzchen irgendwo im Herzen, doch wir selbst erwarten oft das gleiche tiefe innige Gefühl von unseren Partnern, welches wir selbst fühlen, nach langen Ehejahren.
Dem ist, hier im Forum oft zu lesen, leider nicht mehr so. Eine tiefgreifende Krankheit, oder eine Reha Maßnahme verändert das Weltbild des Protagonisten.
Zudem Demenz wie ein Damokles Schwert über dem hängt, er wird alles vergessen. Nach und nach. Wo der Wohnungschlüssel liegt, die Brille. Seine Cousine bedeutet frischen Wind, im nicht aufzuhaltenden Prozess, Verlangsamung möglicherweise.
Und nun der neue Blickwinkel hierzu. Sie tut ihm gut, sie geht nun ein Stück des Weges mit ihm. Du wirst ihn gehen lassen müssen, wenn Gott ihn zu sich ruft, weil das der natürliche Pfad ist, den wir Menschen alle gehen. Aus Liebe zu ihm, kannst du ihm gönnen, wenn er mit seiner Cousine noch wenige Monate hat, die für ihn erfreulich sind, wo er Glück empfindet. Wenn sich der graue Mantel des Vergessens über alles legt, wird er auch sie vergessen. man hört oft, das neues schneller vergessen wird als gewohnte Dinge.
Wenn man folglich liebt, muss man auch loslassen können. Gönne ihm das bisschen Glück, sieht nicht hin und hadere, warum er die Andere mehr wertschätzt, augenscheinlich, sondern verbünde dich mit ihr, für ihn zu einem schönen Lebensabend. Du hast dir nichts vorzuwerfen, warst immer Stütze für die Familie, bist es noch, nur die Ebene hat sich verändert.
Du kannst ihm dies ermöglichen, dir selbst verzeihen, das du in den ersten Wochen und Monaten gekränkt durch seine Handlungen, damit deine Probleme hast und hattest. Doch hier in liegt auch eine große Chance, für uns Wegbegleiter, langjährige Vertraute.
Wir nabeln uns allmählich ab, lassen den Partner langsam und unendlich vorsichtig von der Hand, ein Abschied auf Zeit, die Trauer um den Verlust noch im Leben des Partners zu bewältigen, der Augenblick kommt, wo dieser für immer zu Gott berufen wird. Und wir dann nicht plötzlich alleine sind, sondern im Kreise unserer Lieben freundlich lächelnd und wohlwollend gen Himmel blickend, ihm Glück wünschen, er nun dort ist, wohin wir noch nicht folgen können oder wollen.
Liebe Heidemarie,
vielleicht hilft dir dieser Ansatz, dieser Blickwinkel, das du ihn nicht im Stich lässt, sondern ihm noch mehr stützt, als er es je wissen wird. Was die Leute auch immer reden, sie leben nicht dein Leben, sie stecken nicht in der Problematik, somit für Dich wird der Pfad nicht steiniger oder steiler, für Dich wird der Weg angenehmer, weil du und Cousine deinem Mann seine verbleibende Zeit miteinander geht. -verstehst du, was ich meine?
Warmherzige Grüße
Teapot