Leoltrb
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Ich bin seit 7,5 Jahren in einer Beziehung mit meiner ersten großen Liebe. Ich habe ihn mit 16/17 kennengelernt und mit ihm alles erdenkliche erlebt, was man nunmal in der Jugend zusammen entdeckt. Er ist 3 Jahre älter als ich, geht inzwischen auf die 30 zu.
Für mich hat sich in den letzten 2 Jahren einiges geändert, auch wenn ich nicht wirklich sagen kann wodurch oder warum. Ich denke einfach, dass wir beide nun in einem Alter sind und bestimmte Lebenssituationen eingetroffen sind, die einen auch persönlich zu Entwicklung und Veränderung zwingen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, denn es sind viele Kleinigkeiten, die dazu geführt haben, dass ich mich in absehbarer Zeit von ihm trennen möchte.
Er ist Handwerker, hat seine Ausbildung nach der Hauptschule abgeschlossen und arbeitet seit dem in seinem Beruf. Ich dagegen war damals auf dem Gymnasium, habe inzwischen einen Bachelor studiert und gebe in 3 Wochen meine Masterarbeit ab. Wie es danach weiter geht weiß ich nicht. Er hat sich nie wirklich dafür interessiert was ich mache. Klar hat er mich machen lassen und ist immer überall hin mitgegangen (in verschiedene Städte, Hochschulen, ect.) aber wirkliches Interesse an dem was ich mache hatte er nie. Mir ist das nie wirklich aufgefallen, aber inzwischen interessiert ihn nur noch wann ich endlich fertig bin und Geld verdienen gehe. Er wünscht sich das klassische Vorstadt- oder Dorfleben, das ihm seine Eltern vorgelebt haben. Sonntags auf den Sportplatz, die ganze Familie am besten im gleichen Ort, Familienurlaub jedes Jahr am gleichen Urlaubsort, um 12 Uhr gibts Mittagessen und natürlich kocht, putzt und kümmert sich "die Frau" um alles.
Nun ist er in einem Alter, in dem man schon mal ehr Gedanken um die Zukunft macht. Viele seiner Freunde haben inzwischen Kinder oder sind verheiratet. Natürlich denkt er auch über solche Dinge nach, während ich mir weder Kinder noch eine Hochzeit oder ähnliches vorstellen kann. Er möchte gerne, dass ich mein Studium beende, irgendwo einen 9-18 Uhr Bürojob finde, Geld verdiene, gleichzeitig den ganzen Haushalt mache (außer er hat mal Lust dazu, was äußerst selten vorkommt) und wir dann nach einem Jahr oder so Kinder bekommen. Wie meine Pläne für mein Leben aussehen interessiert ihn nicht. Oder er denkt, dass seine Wünsche auch meine Wünsche sind.
Wir wohnen seit 2 Jahren in einer gemeinsamen Wohnung. Schon als wir dort eingezogen sind hatte ich ein ganz komisches Bauchgefühl und irgendetwas hat sich in mir dagegen gesträubt. Nur konnte ist dieses Gefühl damals überhaupt nicht einordnen. Heute denke ich, dass ich damals womöglich schon die richtige Intuition hatte und nur nicht drauf gehört habe. Diese Wohnung und der Ort in dem wir leben ist mir so fremd, obwohl ich viel Zeit in meiner Kindheit dort verbracht habe. Während Corona 2020 sind wir dort eingezogen und hatten somit auch keine Möglichkeit irgendwelche Kontakte zu knüpfen. Mein Freund hatte Kollegen in der Arbeit, ich saß den ganzen Tag zuhause und habe mein Onlinestudium gemacht. Ich weiß nicht, ob das auch ein Grund ist warum es nicht mehr so läuft. Bestimmt hat das auch seinen Teil dazu beigetragen. Bevor wir die Wohnung zusammen genommen haben, hatte ich schon einige Erfahrungen für mich selbst auf dem Wohnungsmarkt gemacht, von Wohnheim, über WGs bis zur eigenen 1-Zimmer-Wohnung war alles dabei. Er dagegen hat bis dato zuhause im Elternhaus bei seiner überfürsorglichen Mutter gewohnt. Einerseits genießt er die Freiheit seine eigene Wohnung zu haben, andererseits wirft er mir ständig vor, dass er nun weniger Geld zur Verfügung hat (klar, wir müssen natürlich jetzt Miete bezahlen usw.) und sich das alles hätte sparen können, wenn er daheim bei seinen Eltern geblieben wäre. Ich werd einfach nicht schlau daraus.
Ein weiteres, in meinen Augen, riesiges Problem ist, dass er wahnsinnig eifersüchtig ist. Die Eifersucht stammt aus seiner damaligen ersten Beziehung. Die Dame hat ihn für einen anderen Kerl nach 2,5 Jahren verlassen. Das hat ihn sehr mitgenommen, er hat ihr lange nachgetrauert, aber sich mit seinem Kummer und seiner Verletzung nie wirklich auseinandergesetzt. Nun bekomme ich seit geraumer Zeit, die Eifersuchtsdramen zu spüren, die aus seiner nicht verarbeiteten Trennung von damals resultieren. Ich sitze 24/7 zuhause, durch mein Onlinestudium, wenn wir weggehen, gehen wir zusammen aus und sonst mache ich auch nichts mehr, keine Vereine etc. Ich weiß nicht warum die Eifersucht gerade jetzt so eskaliert. Er durchsucht mein Handy, macht mir ständig Vorwürfe und behauptet ständig, dass ich jemand anderes hätte. Jedes mal, wenn ich in eine neue Situation komme, sei es ein Praktikum, eine Geburtstagsfeier einer Freundin oder Sonstiges ist nicht die erste Frage von ihm ob es mir gefallen hat, sondern ob da irgendwelche Typen waren und ob ich jemanden gut finde. Das macht mich wahnsinnig. Als ich das erste mal gemerkt habe, dass er an meinem Handy war (ich habe keine Geheimnisse vor ihm, er hätte also gar nichts finden können auf meinem Handy, aber allein die Tatsache, dass er es für nötig hält das zu kontrollieren) hat das mein Vertrauen in ihn so erschüttert, dass ich mir seither immer 2x überlege ob ich mein Handy irgendwo liegen lasse. Er schreibt meiner Schwester über WhatsApp um zu erfahren was ich mache, wenn ich nicht zuhause bin.
Ich könnte wohl noch viele dieser Dinge aufschreiben. ich glaube aber es ist klar geworden in welcher Situation ich mich befinde. Innerlich habe ich inzwischen den Entschluss gefasst mich von ihm zu trennen und ja, ich würde sagen, dass ich ihn nicht mehr liebe und es für mich wohl nur noch Gewohnheit ist, dass wir zusammen sind. Hauptsächlich ist es für mich eine massive psychische Belastung und ich merke, dass ich das nicht länger aushalte. Trotzdem sind 7 Jahre eine lange Zeit und es war ja auch nicht immer alles blöd, ganz im Gegenteil. Wir hatten super schöne Zeiten und ich bin total dankbar für alles was ich mit ihm erlebt habe und dass ich ihn und seine Familie in meinem Leben habe.
Ich habe wahnsinnig Angst vor der Trennung. Ich weiß nicht, wie ich ihm das erklären soll, ohne dass für ihn die Welt zusammenbricht. Ich weiß, dass ihn das so krass verletzen wird, weil es direkt in seine alte Wunde trifft. Aber ich kann nicht mehr. Immer wenn ich versuche ihm zu erklären, was in mir vorgeht endet es in Streit und Diskussion, die zu keiner Lösung führt, was mich am Ende nur noch mehr verletzt. Er ist nicht bereit, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen und ich kann das auch nicht für ihn tun. In dieser Situation kann ich nur für mich entscheiden, dieses Theater nicht länger mitzumachen. Ich muss mich davor schützen, denn sonst gehe ich selbst daran kaputt.
Einerseits ist mir das bewusst und eine Trennung ist die einzig logische Konsequenz daraus wäre, andererseits denke ich trotz allem an die guten Zeiten, denn es ist nicht immer alles schlecht. Ich möchte ihn nicht verletzen und ich möchte ihn auch nicht aus meinem Leben verlieren (er ist aber leider der Typ Mensch, der einen aus dem Leben radiert). Und was seine Familie dann von mir denkt möchte ich mir gar nicht vorstellen.
Ich bin gefühlsmäßig in so einer Zwickmühle aus "ich verlasse ihn und fang an mein Leben zu leben" und "ich will ihn nicht verlieren und vielleicht ist es ja doch noch zu retten". Klassische Kopf gegen Herz Situation
Ich weiß nicht. Vielleicht hat ja von eich schon mal jemand etwas ähnliches erlebt und kann mir Tipps geben. Ich weiß wirklich nicht weiter oder wie ich das anstellen soll mit der Trennung.