Guten Morgen, das Forum schafft es immer wieder, mich zu überraschen

. Hier stellt jemand recht reflektiert eine Frage, die ich im übrigen gut nachvollziehen kann, und wird in einer Form angegangen inklusive Unterstellung psychischer Störungen, die ich schon erstaunlich finde...
Zitat von GoB: Und ich konnte in den letzten Tagen keine körperliche Zuneigung mehr geben oder zulassen.
Ich finde, das ein ziemlich deutliches Signal. Es geht vielen Menschen so, dass sie nicht sofort spüren, was sie fühlen. So richtig merkt man das oft erst, wenn man sich entschieden hat oder wenn jemand anders die Entscheidung getroffen hat. Der Körper weiß manchmal früher Bescheid. Ich würde das Signal ernst nehmen. Körperliche Anziehung ist sicher nicht alles, aber wenn die weg ist, ist das ein (Warn-)Zeichen, dass es für dich vielleicht tatsächlich nicht passt. Aus welchen Gründen auch immer.
Zitat von GoB: nur eben einfach das Gefühl bei mir nicht mehr passt?
Ich finde das wichtig und gerade nicht "nur eben einfach". Das ist doch entscheidend in einer Beziehung. Ich empfehle dir den sehr schmalen Essay "Trennt euch" von Thomas Meyer (Taschenbuch).
Es ist auch recht normal, dass du erst jetzt merkst, was du in deiner Beziehung hattest, was du durch die Trennung verloren hast. Das heißt für mich nicht, dass du die Beziehung versuchen solltest weiterzuführen. Ich habe das Gefühl, du bist selbst unklar. Würde mir an deiner Stelle auch noch Zeit geben. Und, siehe oben, diese Bekannte treffen, nicht um eine neue Beziehung zu führen, sondern um mal zu schauen, wie es dir damit geht. Weil du ziemlich im Kopf zu leben scheinst und es sicher schlau wäre, wenn du lernst, etwas früher zu spüren, was du fühlst.
Ansonsten finde ich, du hast es richtig gemacht, dich zu trennen.
Vielleicht könntest du bei einer nächsten Beziehung schon
vor einer Trennung mit deiner Partnerin sprechen. Trennung muss dann vielleicht nicht sein.
Edit: Dass du dich nach einem längeren Auslandsaufenthalt getrennt hast, finde ich übrigens auch völlig normal. Wenn man in eine Beziehung verstrickt ist und sich oft sieht, merkt man eben viel weniger, was man fühlt. Da überdeckt der Alltag viel.