Zitat von Unterwegs: Meine Gefühle sind doch an die Person gekoppelt und wenn diese sich nicht grundlegend/negativ verändert, dann sind bei mir die Gefühle nicht einfach weg, nur weil man sich längere Zeit nicht mehr gesehen hat.
Das klingt sehr vereinfacht. Ich bin doch nicht der einzige, der nach einem Jahr Beziehung merkt, dass die Gefühle nach der ersten Verliebtsheitsphase abgeklungen sind und es einfach nicht reicht.
Zitat von Unterwegs: Ich denke, dann solltest du deine potentiellen Partnerinnen bitte warnen, dass bei „längerer Phase der Fernbeziehung“ deine Gefühle verschwinden.
Das finde ich bei allem gebotenen Respekt ziemlich lächerlich.
Zitat von Unterwegs: Wenn das jetzt schon zweimal vorgekommen ist, dann liegt es definitiv an dir.
Die armen Frauen.
Da sieht man sich länger nicht und wird deswegen abgeschossen. Schon ziemlich unreif.
Wie stellst du dir das denn bitte in einer Ehe mit Kindern vor?
Da gibt es immer wieder mal Höhen und Tiefen und bestimmt auch Phasen, wo die Paarzeit fehlen wird.
Oder was ist, wenn dein Partner mal für längere Zeit ins Krankenhaus/Kur muss?
Schon irgendwie gruselig.
Gruselig? Hörst du dich eigentlich reden?
Die erste Beziehung und bisher einzige, von der ich mich selbst getrennt habe, ging sechs Jahre. Begonnen noch während der Oberstufe in der Schule, zusammen in eine neue Stadt gezogen zwecks Studium und das ganze Studium (unterschiedliche Studiengänge) als Paar verbracht. Am Ende des Studiums standen Lebensentscheidungen an, und diese Schritte konnte ich mir ohne sie damals besser vorstellen als mit ihr. Das hat mir das Herz gebrochen, aber es war die richtige Entscheidung für beide. Wir kommen heute gut miteinander klar, wenn man sich mal sieht, sie ist verheiratet und hat ein Kind und ist sehr glücklich. Gleichzeitig bereut keiner von uns unsere damalige Beziehung, sie hat dazu beigetragen zu jeweils der Person zu werden, die wir heute jeweils sind.
Wer behauptet, dass man sich in seinen frühen 20ern während eines Studiums nicht in unterschiedliche Richtungen entwickeln kann, und dass dabei auch mal eine Beziehung draufgehen kann, ist lebensfremd. Wer dann noch mit "die armen Frauen" ankommt, ist mir gegenüber respektlos. Sorry, dafür bin ich nicht in dieses Forum gekommen, das macht mich gerade richtig sauer, soetwas über mich lesen zu müssen.
Und dass man bis Anfang dreißig zwei (!) mal eine Beziehung aufgibt, weil die Gefühle nicht mehr ausreichen, finde ich jetzt auch keine auffällige Häufung, wegen derer man die Frauen "warnen" müsste. Unfassbar respektlos.
Zitat von Mae_bee: Du hattest sie gern, aber sie war halt nicht die Eine. Du hast die Konsequenzen gezogen, dazu gehört auch mit dem. Liebeskummer umgehen. Den darf man auch als verlassender haben und sich verabschieden.
Du vermisst sie an Tag 2. Normal. Ihr habt viel Zeit miteinander verbracht.
Aber du liebst sie nicht, sonst wärst du nicht gegangen.
Das ist sehr schön zu lesen und hilfreich. Danke!
Zitat von Mae_bee: Und sie es mal so - du bist älter und gehst, wenn es nicht reicht, nach einem Jahr. Üblicher Zeitpunkt übrigens, wenn aus verliebtsein eben keine Liebe entsteht.
Da fehlt die (emotionale) Ebene - hat Frau schon richtig erkannt.
Das ist ebenfalls bittersweet zu lesen und trifft den Nagel vermutlich auf den Kopf.
Zitat von Unterwegs2023: Ich finde das wichtig und gerade nicht "nur eben einfach". Das ist doch entscheidend in einer Beziehung. Ich empfehle dir den sehr schmalen Essay "Trennt euch" von Thomas Meyer (Taschenbuch).
Danke dir für den Tipp. Werde ich mir heute Nachmittag mal organisieren (falls vorrätig, sonst bestellen).
Zitat von Unterwegs2023: Es ist auch recht normal, dass du erst jetzt merkst, was du in deiner Beziehung hattest, was du durch die Trennung verloren hast. Das heißt für mich nicht, dass du die Beziehung versuchen solltest weiterzuführen. Ich habe das Gefühl, du bist selbst unklar. Würde mir an deiner Stelle auch noch Zeit geben. Und, siehe oben, diese Bekannte treffen, nicht um eine neue Beziehung zu führen, sondern um mal zu schauen, wie es dir damit geht. Weil du ziemlich im Kopf zu leben scheinst und es sicher schlau wäre, wenn du lernst, etwas früher zu spüren, was du fühlst.
Ich glaube, da hast du recht. Was hier glaube ich so schwierig ist, ist die Tatsache, dass wir so extrem gut harmoniert haben. Gemeinsame Wertevorstellungen, strukturierte Art, ähnliche (für unser Alter sehr gute) Jobs mit ähnlichen Stellungen, ähnlicher Humor. Sie war oft hier in meiner Wohnung und hat sich sehr bemüht. So eine Partnerin allein auf rationaler Ebene zu finden ist eben sehr schwer. Wenn das alles passt, und dann trotzdem der Kopf oder das Herz sich dagegen entscheidet, ist das für mich irgendwie schwer zu akzeptieren. Aber eine Alternative sehe ich auch nicht.
Danke für den Tipp mit der Bekannten. Ich werde sie mal anschreiben, die Vorstellung fühlt sich gar nicht schlecht an.
Zitat von Unterwegs2023: Vielleicht könntest du bei einer nächsten Beziehung schon vor einer Trennung mit deiner Partnerin sprechen. Trennung muss dann vielleicht nicht sein.
Eigentlich war das der Plan meines "Trennungsgesprächs". Sie hat mir diese Optionen schnell abgenommen, indem sie sagte, dass wir dann den Cut machen müssen und nichts erzwingen können, was nicht da ist. Und dass sie eben auch schon gemerkt habe, dass wir die Beziehung nicht auf die nächste Ebene gehoben haben und bei mir nicht mehr das Committment vom Anfang gespürt habe.
Danach war es dann vorbei.
Was ich mich frage - welchen alternativen Ausgang hätte das Gespräch denn nehmen können? Mir scheint es nicht so, als wäre das jetzt endgültig unmöglich. Welche alternativen Konstellationen würdest du denn sehen?
Zitat von tina1955: Jedoch bereut man nach 2 Tagen diesen Schritt nicht, wenn man sich seiner Gefühle sicher war, die zur Trennung geführt haben.
Deine Ex hat es ähnlich gesehen und sehr gut formuliert.
Ihr habt es nicht in die nächste Ebene geschafft und man kann nichts erzwingen.
Vielleicht solltest Du Dich mal hinterfragen , ob es nur ein Vermissen der Person ist ?
Wenn Gefühle plötzlich nicht mehr vorhanden sind, dann kommen sie auch nicht plötzlich wieder.
Danke, das klingt ja schon anders als dein erster Beitrag, den ich als sehr übergriffig empfunden habe.
Ja, es ist gut möglich (bzw. wahrscheinlich), dass ich gerade eher die Person und die Partner-Konstellation vermisse, anstatt dass die Gefühle plötzlich wiedergekommen sind. Da Verliebtsein und Vermissen sich ja nicht völlig unterschiedlich anfühlen, kann ich das gerade wahrscheinlich nicht hundertprozentig einordnen.