Zitat von benste: Am Schluss musste ich auch diese Vorfreude begraben, weil nie sicher war, wann und ob sie Zeit hat.
Ich fang einfach mal hinten an
🤣 Das ist ja ein schleichender Prozess, wie du schon richtig gesagt hast. Gerade, wenn man sooo nah wohnt (Wahnsinn, das passiert echt selten), möchte man natürlich auch die Gunst der Stunde nutzen und so viel draus machen, wie es geht.
Zitat von benste: wurde die Balance zwischen Nähe und Distanz im Laufe der Beziehung immer unausgeglichener.
Das ist leider bei Bindungsängstlern oft so. Am Anfang möchte man so viel wie möglich (siehe auch ihre WhatsApp, die du erwähnt hast) und dann wird es sukzessive immer weniger und weniger und man spürt irgendwann, dass da kein Verlangen nach Nähe, sondern schon Ablehnung ist, allerdings ist es dann meist zu spät, noch irgendwas zu retten. Da passieren auch genau diese Dinge, dass man seine eigenen Bedürfnisse, egal in welcher Art, vernachlässigt, nur damit der Partner zufrieden ist, was aber genau der falsche Weg ist. Ja, man kann es mal machen, keine Frage, ich hab auch schon mal nen Nachmittag oder zwei den Pampersdienst übernommen, war mit den Kids im Zoo usw., damit sie was für sich machen konnte und das hat uns allen gut getan. Wäre dies aber 2-3 Mal die Woche gewesen, hätte ich auch hier das Gespräch gesucht und eine Grenze gezogen.
Zitat von benste: Vielleicht hätte ich einfach selbst mehr die Initiative ergreifen sollen. Sie hätte auf jeden Fall gemerkt, dass es ihr und der Beziehung gut tut.
Vielleicht.. vielleicht auch nicht. Man weiß es nicht. Ich denke, ihr fiel es einfach auch schwer, die Kids mal loszulassen, bzw. dir zu überlassen, weil sie es halt nicht so kannte, was ja auch kein Wunder ist. Wie gesagt, viele Männer bringen sich nicht so als "Stiefpapa" ein, was ja auch völlig ok ist. In dem Fall musst du aber nicht aktiv werden, wenn du das Angebot ein oder zweimal gemacht hast. Es steht im Raum und sie weiß das. Jetzt wäre es an ihr zu sagen, wann und ob sie das möchte.
Zitat von benste: Ich fände es super interessant, wenn Du vielleicht was aus deiner damaligen Beziehung erzählen könntest.
Wie habt ihr euch so im Alltag arrangiert habt? Was war euch wichtig? Wie lief das mit den Kinder? ...
Lange her, aber gern erzähl ich dir was dazu. Am Anfang war das natürlich eher so, dass wir beide versucht haben uns erstmal ohne die Kids zu treffen, was aber nicht so möglich war, da die drei am Anfang 6 Monate, 2 und 5 waren.
Dennoch hatten wir einige Dates, wo wir zu zweit waren und dann halt die ganz Kleine dann dabei, was auch nie das Problem war. Erstaunlicherweise waren die beiden anderen am Anfang zwar etwas skeptisch, aber nach echt kurzer Zeit total auf mich "fixiert" und es lief echt super, so dass ich auch mal mit denen einkaufen fuhr, während sie zuhaus bleiben konnte oder umgekehrt.
Klar, es gab im Alltag auch mal Stress, Diskussionen usw., aber gerade daran merkt man, wie sehr man sich gegenseitig auch liebt und schätzt. Ja, die Kids dominieren schon den Alltag, aber und das ist eben das Wichtigste, man darf, wenn man als Paar eine Chance haben will, eben auch sich selber nicht vergessen und das tun leider viele Menschen.
Uns war von Anfang an klar, dass die Beziehung sicher nicht einfach wird, gerade auch mit den drei Räubern, aber wir haben uns die Zeit für uns genommen, in jeder möglichen Situation und davon gibt es, wenn man genau hinschaut, mehr als man denkt.
🤣 Man kann und muss manchmal auch kreativ sein, damit man als Paar auch auf seine Kosten kommt und die Bindung und Anziehung aufgebaut werden kann. Dazu gehört aber eben auch, dass beide bereit sind, sich aufeinander einzulassen und von Stunde 0 an offen über alles zu reden, was man sich wünscht und was man braucht.
Es macht keinen Sinn, sich zu verstellen oder zu sagen "mir reicht es, wenn wir uns X mal sehen, spüren... wtf auch immer". Spätestens nach einigen Wochen platzt die Bombe eh und die Zeit kann man sich sparen.
Ich für meinen Teil kann dir nur sagen, ich würde heute, mit 49 Jahren so etwas nicht noch mal machen, es sei denn, die Kids sind Ü16 und eben selbstständiger. Irgendwann ist auch mal gut und man möchte aus dem Wickel und Fütterdienst entlassen werden, auch wenn das ne super tolle und schöne Zeit war.