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Beziehung mit Asperger - Er liebt mich noch nicht

M
Ich bin diagnostizierte Asperger Autistin und finde Deinen Partner sehr seltsam und nicht besonders autistisch. Klar, wir haben generell Probleme mit den emotionalen Bedürfnissen unseres Umfeldes und können mit Gefühlsausbrüchen, die wir nicht verstehen, nicht adäquat umgehen.

Aber: Autismus ist für viele Menschen auch inzwischen eine Ausrede, ihren Gemeinheiten anderen gegenüber einen schicken Anstrich zu verpassen. Solange er nicht diagnostiziert ist, hat er sich darauf nicht zu berufen. Und ohne Bereitschaft zur Diagnose würde ich ihm sowieso Mal gar nichts glauben. Und sein Verhalten wirkt auf mich eher soziopathisch bis narzisstisch. Da ist es klar, dass er sich nicht diagnostizieren lassen will.

Ich rate Dir, den Mann gehen zu lassen. Er liebt dich nicht, er beschwichtigt und rechtfertigt mit einer selbsterstellten Wunschdiagnose (die ihm ermöglicht, sich als unveränderbar und untherapierbar zu inszenieren) also wozu da weiter Energie und Lebenszeit verschwenden?

Und nochwas: Mich nerven diese Pseudoautisten, die unsere Diagnose als Deckmäntelchen für ihre Faulheit und Eitelkeit mißbrauchen. Auch oft bei überbehütenden Helikoptereltern zu beobachten, die ihre Erziehungsdefizite so erhöhen und umdeuten wollen.

Grüße,
Maria

26.10.2020 18:16 • x 8 #16


T
Das ist nicht richtig, unveränderbar ist nichts.
Emotionen der Partnerin sind erkennbar und werden mitgetragen, das ist erlernbar für jeden.
Zweitrangig sind Andere.
Auch Abläufe müssen nicht zu Ende gebracht werden, fast alles ist durchbrechbar.
Es braucht nur wenig Mühe.

26.10.2020 18:54 • x 2 #17


A


Beziehung mit Asperger - Er liebt mich noch nicht

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J
Zitat von MariaLaFleur:
Und nochwas: Mich nerven diese Pseudoautisten, die unsere Diagnose als Deckmäntelchen für ihre Faulheit und Eitelkeit mißbrauchen. Auch oft bei überbehütenden Helikoptereltern zu beobachten, die ihre Erziehungsdefizite so erhöhen und umdeuten wollen.


Und mich nervt es, wenn Eltern eines eindeutig diagnostiziertes Kind in genau diese Ecke gedrückt werden, man würde Defizite durch Diagnose ausgleichen wollen. Ich denke, Deine Eltern hätten sich damit sicher sehr abgewertet gefühlt.

26.10.2020 19:40 • x 2 #18


Lilli70
Zitat von Tom83:
Das ist nicht richtig, unveränderbar ist nichts.
Emotionen der Partnerin sind erkennbar und werden mitgetragen, das ist erlernbar für jeden.
Zweitrangig sind Andere.
Auch Abläufe müssen nicht zu Ende gebracht werden, fast alles ist durchbrechbar.
Es braucht nur wenig Mühe.

Das hast du schön geschrieben. Aber es müssen sich natürlich immer beide bemühen, und nicht einer sollte die Last alleine tragen. Leider ist es meistens so.

26.10.2020 19:45 • #19


K
Zitat von MariaLaFleur:
Und nochwas: Mich nerven diese Pseudoautisten, die unsere Diagnose als Deckmäntelchen für ihre Faulheit und Eitelkeit mißbrauchen.


Mich nervt es genauso, wenn so viele Menschen sich selbst oder anderen mal eben eine Depression attestieren. Mögen diese Menschen nie erleben, was es heißt, wirklich daran erkrankt zu sein. Gleiches gilt für das allgegenwärtige Narzissmusthema. Davor wurde hier irgendeine andere psychische Erkrankung oder Persönlichkeitsstörung hier als Kuh durchs Forum getrieben. Furchtbar.

Nicht jeder der Verhaltensauffälligkeiten oder -weisen an den Tag legt, die uns nicht gefallen, ist gleich krank oder gestört. Jedenfalls nicht zwingend mehr als man selber.

26.10.2020 19:48 • x 3 #20


M
Zitat von Johanna15:

Und mich nervt es, wenn Eltern eines eindeutig diagnostiziertes Kind in genau diese Ecke gedrückt werden, man würde Defizite durch Diagnose ausgleichen wollen. Ich denke, Deine Eltern hätten sich damit sicher sehr abgewertet gefühlt.


Damit meine ich ja auch nicht Eltern mit diagnostizierten Kindern. Dachte, das wäre durch meinen Text deutlich.

Ich meine jene Eltern mit Problemkindern (z.B. Kinder mit Gewaltausbrüchen und schlechten schulischen Leistungen), die auch nach mehrmaligem (!) Ausschluss der Wunschdiagnose sich in Foren und FB Gruppen über die inkompetenten Ärzte und bösen Lehrer beklagen, die die gewünschte Hochbegabung und Genialität ihrer gewiss nur autistisch veranlagten Sprößlinge nicht bescheinigen wollen.

Und die, die wirklich betroffen sind, werden dann unter dem Vorwurf Modediagnose nicht ernstgenommen. Einzig diese Gruppe wollte ich hier beleuchten.

26.10.2020 20:09 • x 3 #21


M
Zitat von Tom83:
Das ist nicht richtig, unveränderbar ist nichts.
Emotionen der Partnerin sind erkennbar und werden mitgetragen, das ist erlernbar für jeden.
Zweitrangig sind Andere.
Auch Abläufe müssen nicht zu Ende gebracht werden, fast alles ist durchbrechbar.
Es braucht nur wenig Mühe.


Jein. Einem Asperger kann intuitive Empathie nicht antherapiert werden. Lediglich die Aufschlüsselung der Bedürfnisse und Gefühle anderer über die logisch-rationale Ebene und das Training von Reaktionen und Verhaltensmustern, die neurotypische, bzw. nicht-autistische Menschen erwarten und brauchen. Wobei auch hier der enorm hohe Energieaufwand beim Autisten gewisse Grenzen des machbaren absteckt.

Daher muss das ganze sehr sorgfältig, über Jahre hinweg und unter hohem Verhaltenstherapeutischen Einsatz geübt werden.

Bei dem Mann hier vermute ich eher Unwillen zum Zurückstecken und der Kompromissfindung, da er seine Bedürfnisse schlichtweg als wichtiger erachtet, als die der TE, die ihm vernachlässigbar scheinen.

26.10.2020 20:15 • x 2 #22


J
Zitat von MariaLaFleur:
Und die, die wirklich betroffen sind, werden dann unter dem Vorwurf Modediagnose nicht ernstgenommen. Einzig diese Gruppe wollte ich hier beleuchten.


Dann habe ich Dich missverstanden. Sorry.

26.10.2020 20:26 • x 2 #23


M
Zitat von Johanna15:

Dann habe ich Dich missverstanden. Sorry.


Alles gut Bei schriftlichen Konversationen kann man schnell mal was falsch verstehen. Wir reden ja drüber

26.10.2020 20:45 • x 1 #24


M
Zitat von KBR:

Mich nervt es genauso, wenn so viele Menschen sich selbst oder anderen mal eben eine Depression attestieren. Mögen diese Menschen nie erleben, was es heißt, wirklich daran erkrankt zu sein. Gleiches gilt für das allgegenwärtige Narzissmusthema. Davor wurde hier irgendeine andere psychische Erkrankung oder Persönlichkeitsstörung hier als Kuh durchs Forum getrieben. Furchtbar.

Nicht jeder der Verhaltensauffälligkeiten oder -weisen an den Tag legt, die uns nicht gefallen, ist gleich krank oder gestört. Jedenfalls nicht zwingend mehr als man selber.


Da hast Du absolut recht. Besonders wenn uns jemand wehtut, den wir gern haben, versuchen wir oft, eine weniger schmerzhafte Entschuldigung zu finden. Es ist oft leichter zu ertragen, dass jemand nur gemein zu uns ist, weil er eine psychische Abweichung hat. Auch rechtfertigt man sich oft vor sich selbst damit, wie etwa der Mann hier.

26.10.2020 20:51 • x 3 #25


Luto
Zitat von astin:
Ich leide an Verlustängsten und habe eher ein geringes Selbstwertgefühl. Woran ich aber schon arbeite, aber in manchen Situationen (starke PMS- habe aber soeben einen Termin beim Frauenarzt gemacht, um dagegen etwas zu tun) habe ich mich dann nicht wirklich unter Kontrolle, möchte alles bis ins kleinste Detail ausdiskutieren, heule ohne Ende und möchte im Grunde genommen von ihm nur hören, dass er mich liebt. Er sagte mir, dass ihn solche Situationen unglaublich stressen

Solche Situationen in Beziehungen kenne ich auch, und auch mich haben sie immer gestresst, und auch mir wurde sogar auch schon einmal Asperger vorgeworfen, und es war genauso Quatsch wie wahrscheinlich bei ihm. Der Punkt war eher, dass ich keine Lust hatte auf unnötiges Drama, wahrscheinlich, weil ich das in meiner Kindheit schon nicht abkonnte, aber zuviel um mich rum hatte. Das ist aber kein Krankheitsbild, sondern einfach nur Spaß am Leben und keine Lust auf unnötiges Gift. Wenn Du mehr Liebe und Liebesbekenntnisse brauchst, als er Dir geben will, dann passt es einfach nicht bzw. es passt nur dadurch, dass Du ihn Dir wahrscheinlich sogar ausgesucht hast, um Dein Drama auszuleben ... ob das Liebe ist, wage ich zu bezweifeln.

26.10.2020 21:14 • #26


CaveCanem
Auch ein Narzisst ist Gefühls-Legatheniker. Obacht.

Die Grenzen zwischen dem einen und dem anderen Defizit sind fließen.

26.10.2020 21:15 • x 1 #27


J
Ob die TE noch Interesse an diesem Thread hat?

26.10.2020 21:18 • #28


T
Zitat von MariaLaFleur:

Da hast Du absolut recht. Besonders wenn uns jemand wehtut, den wir gern haben, versuchen wir oft, eine weniger schmerzhafte Entschuldigung zu finden. Es ist oft leichter zu ertragen, dass jemand nur gemein zu uns ist, weil er eine psychische Abweichung hat. Auch rechtfertigt man sich oft vor sich selbst damit, wie etwa der Mann hier.


Toll beschrieben. Danke dafür!

27.10.2020 00:24 • x 1 #29


CaveCanem
Dass er seine Ex liebte, ist allein SEINE Story.

Ich bin sicher, Ex würde staunen, wenn sie es hören würde.

Ein Mensch ist selten mit dem Einen so, mit dem anderen anders. Von daher... rubbish.

27.10.2020 05:40 • #30


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