Zitat von Plentysweet:was Du Dir davon erhoffst, zwei elterliche Eigenschaften herauszulösen (die sicher negativ sind, keine Frage) und daraus Störungsmuster bei Kindern zu erklären.
Viel wichtiger wäre für mich: Was mache ich daraus als Erwachsene?
für mich war die psychoanalytische psychotherapie, die ich gemacht habe, wie ein sonnenaufgang, denn ich konnte da erstmalig verstehen und einordnen, welche ursachen in meiner kernfamilie zu welchen konsequenzen in meinem denken und fühlen führten.
Zitat von Plentysweet:Herumsezierei und Ursachenforschung
ich geb dir da recht, für mich war jedoch das verstehen der ursachen mit externer hilfe essentiell, um mich als erwachsene mit meinem inneren kind zu versöhnen usw.
mein vater als lehrer wurde für mich zum verletzer, weil ER natürlich auch eine kernfamilie hatte und dort verletzt worden war, und das waren keine sog. pädagogen. verletzungen pflanzen sich wohl generationsübergreifend fort. da sich mein vater nie (zumindest ist mir das nicht bekannt) mit seinem verhalten und seiner persönlichkeit kritisch auseinandergesetzt hat, wandte ER in seiner kernfamilie - also uns kimeerbeck gegenüber - eben DAS an, was er für einen professionellen (i.e. pädagogisch wertvollen) umgang hielt und repetierte das im klassenzimmer praktizierte konstrukt >>machst du das, was ich will, bist du ein gutes mädchen, muckst du auf, wirst du im schlimmsten fall aus unserer gemeinschaft ausgeschlossen, mit allen konsequenzen, und hast nicht mehr mein wohlwollen<<.
in anderen berufen ist dieses professionelle lehrer - verhalten ggf nicht so stark eingeübt, dieses >>mach das, sag das, verhalte dich so, wie ICH, deine oberste instanz, es dir vorgebe, dann wirst du belohnt, wenn nicht, dann droht ausschluss<< - das dann vom klassen- ins kinderzimmer übertragen wird und das für sich genommen schädlich auf die entwicklung des kindes wirkt.
ich bin interessiert daran, wie andere erwachsene kinder aus anderen berufsfamilien das erlebt haben und ob da ggf. ähnliche muster erkennbar sind.
aber ich bin auch der meinung, dass es wichtig ist, NACH der ursachenforschung dazu überzugehen, für sich einen friedvollen weg für sich zu finden und mit seinen verletzungen u verletzern umzugehen.