Ich habe das große Glück einen sehr guten Freund zu haben, der mich damals so richtig am Schlafittchen gepackt hat und der keine Angst davor hatte mich bei meiner Ehre zu packen. Wirklich, so hat noch nie jemand mit mir gesprochen. Er hat mich gefragt, ob ich eigentlich keinen Stolz mehr habe. Er sagte, es tut ja geradezu weh da zuzuschauen. Er sagte auch, er ist der Meinung, dass diese "Beziehung" überhaupt nur noch dann eine minimale Chance hätte, wenn ich mich aber sowas von sofort aus dem Staub machen würde, denn er hätte den Eindruck durch dieses ewige Hin- und Her und meine engelsgleiche Geduld und Verständnis für seine Situation hätte der Typ eh schon jeglichen Respekt vor mir verloren. So nach dem Motto: die macht eh alles mit.
Taten hat er immer wieder gesagt, Taten und sonst zählt nichts mehr.
Diese Direktheit und Ehrlichkeit ist echt tief reingegangen bei mir. Ich habe noch zwei Tage gebraucht, bis sich alles setzen konnte und dann bin ich aufgestanden und zur Tat geschritten.
Ganz ehrlich, heute kann ich nicht mehr verstehen, warum ich so geduldig war und die ganzen Urlaube und Familienfeiern, Geburtstage, Weihnachten und und und ausgesessen habe um mir im Nachhinein wieder irgendwelche Ausreden (oft in Begleitung von Krokodilstränen) anzuhören.
Übrigens zum Thema Taten: ich glaube mein Exemplar war doch echt der Meinung, das darunter ein Strauss Blumen und ein paar Karten bzw. ein langer selbst geschriebener Brief zu verstehen ist.

Er kann überhaupt nicht verstehen, warum ich es unter zwei Starfightern, die meinen Namen (und zwar den kompletten Vor- und Zunamen) in den Himmel kratzen, nicht mehr mache ....
Bitte nicht falsch verstehen, ich habe sehr, sehr, sehr geliebt und ich habe sehr gehofft. ich habe meine emotionale Landkarte weit ausgebreitet und ich habe mehrfach den Ausstieg aus der Affäre angeboten, sollte sich herausstellen, dass die Gefühle zur LG doch noch stärker sind als gedacht oder eine Trennung aus was für Gründen auch immer nicht möglich sein sollte. Klar, es hätte auch weh getan und ich wäre dann weg gewesen, aber wir hätten uns noch anschauen können, ich hätte mich zumindest insoweit wertgeschätzt gefühlt, das er mir nicht weiter wehtut und letztlich gäbe es dann nichts vorzuwerfen. So ist es nun allerdings so, dass durch die Hinhalterei und die Lügerei seinerseits in mir etwas unwiederbringlich zerbrochen ist und ich meinerseits nun keinerlei Respekt mehr vor so einer offen gezeigten Ambivalenz habe. Und ich sehe es letztlich auch ganz deutlich, dass all das mit Liebe nichts zu tun hatte. Ich war ein netter (und hübscher

) Zeitvertreib, der in seinem Leben für Abwechslung gesorgt hat und dem er Energie ohne Ende abziehen konnte. Tut weh - ist aber so. Das Schöne ist: das ist vorbei und weil das so weh getan hat und weil ich mich sehr mit mir auseinandergesetzt habe, weiß ich, dass mir das so nie wieder passiert.
Und die Frage nach dem nur S.level .. hmmm ich glaube, dass schaffen nicht wirkliche, vor allem nicht dann, wenn mehr Gefühle im Spiel sind.
Die Angst vor dem "Alleinsein" ist eigentlich ja auch keine, oder? Ich für meinen Teil habe ziemlich schnell festgestellt, dass ich mein ganz normales Alltagsleben weiter leben konnte, da er ja ohnehin keinen Platz dort eingenommen hatte. das war alles nur in meinem Kopf. Dort ging es fast ausschließlich nur noch um ihn.
Wie hier schon öfter geschrieben wurde: jeder Tag ohne Affäre ist ein guter Tag. Also worauf warten?