Zitat von KeinVergessen: Kinder haben es einfach deshalb verdient dass sie ein fröhliches, glückliches Leben führen soweit es geht, weil es sie gibt.
Wir alle waren mal Kinder und viele von uns gibt es heute noch. Vielleicht hat ja einfach jeder Mensch jeden Alters ein fröhliches, glückliches Leben verdient, aufgrund der Tatsache dass es ihn gibt?
Zitat von KeinVergessen: Ich arbeite mit Kindern, die alle einen sehr großen Rucksack an Schwierigkeiten mit sich mittragen. Tagtäglich sehe ich
Ein Profi in diesem Berufsfeld weiß ja auch um die Rucksäcke mit Schwierigkeiten, welche die Eltern solcher Kinder oft mit sich herumtragen. Egal ob in stationärem oder ambulantem Bereich, systemische Sichtweisen und Elternarbeit sind heutzutage gängig, eine verurteilende Haltung ist so unprofessionell wie überholt. Eltern muss man selbst im Zwangskontext (z.B. bei gerichtlich angeordneten Jugendhilfemaßnahmen) stets mit empathischer, akzeptierender Grundhaltung da abholen, wo sie sind, wenn man etwas für die Kinder erreichen will. Mit "sollte, hätte und müsste aber" erreichst du leider gar nichts, außer die Betroffenen abzuwerten, zu beschämen und in eine Verweigerungshaltung zu drängen.
Für Kinder ist es auch nicht gerade schön zu spüren, wie sche*ße deren Betreuer eigentlich ihre Eltern finden. Denn sie identifizieren sich ihren Eltern, egal wie "schlecht" diese aus objektiver Sicht heraus sein mögen.
Zitat von KeinVergessen: Wenn Eltern sich für ein Kind entschieden haben müssen sie dafür sorgen, keine späteren Wracks zu erziehen.
Ich sag's mal in der selben rigiden Tonart: wer sich für einen Beruf als pädagogische Fachkraft entschieden hat, sollte eine professionelle emotionale Distanz und eine akzeptierende Haltung zur Lebensrealität der Klienten wahren.
Zitat von Erdbeerquark: Andere, die weniger auf "durchhalten" programmiert sind, hätten das getan
Das finde ich einen interessanten Ansatzpunkt für dich, liebe Erdbeerquark.
Ich war auch immer sehr stolz auf meine Fähigkeit, durchzuhalten. Irgendwann wurde mir klar, dass ich das oftmals verwechselt habe mit der Unfähigkeit, loszulassen.
Es ist manchmal wirklich schwierig herauszufinden, ob man gerade der starken oder der schwachen Seite seiner Medaille folgt. Hier kann die Bandbreite an Rückmeldungen zur eigenen Situation, also die Schwarmintelligenz im Forum, durchaus ein hilfreiches Korrektiv sein.
Zitat von Erdbeerquark: weil ich dich verdammt nochmal geliebt habe und dachte, das beruht auf Gegenseitigkeit
Ich weiß nicht mehr genau, was wir im Detail schon hier im Thread thematisiert hatten, aber ich denke, so oder so wäre es für dich sehr hilfreich dich mit den Dynamiken von Verliebtheit ("Liebe") in Affärenbeziehungen zu beschäftigen.
Das, was die Beteiligten oft für große Liebe halten, ist in Wahrheit oft nur groß aufgeplusterte Dauerverliebtheit, befeuert durch die ständige Verlustangst und begründet auf den eigenen Projektionen, die entstehen, weil man einen Affärenpartner ja meistens nie wirklich umfassend kennenlernt, sondern immer nur die von ihm/ihr sorgsam präsentierte Schokoladenseite in exklusiven Situationen und Zeitfenstern.
Ich persönlich glaube, liebe Erdbeerquark, dass du im Moment sehr sehr viel lernen kannst und dass dieses Wissen dir in der Zukunft eine schöne und erfüllende Liebesbeziehung bescheren kann. Aber dafür musst du diese Krise auch wirklich effektiv nutzen und dich mit diesen Themen auseinandersetzen. Vielleicht ja auch in der Therapie, wenn es denn losgeht.