Meto
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4 Monate ist es jetzt bei mir her, dass miene Exfreundin schlussgemacht hat. Vielleicht kennt der Eine oder Andere diese Situation ja. Man sieht das Ende eigentlich kommen, will es aber nicht wahrhaben und ignoriert die Zeichen. So ging es mir jedenfalls.
Naja ich (30) fange mal von vorne an. Meine Exfreundin (26) wollte unbedingt nach Australien. Ein halbes Jahr Work & Travel. Was sollte ich sagen? Recht war es mir eigentlich nicht aber ihr Steine in den Weg legen wollte ich auch nicht. Also ist sie gegangen. Wir haben uns beide gesagt, dass wenn unsere Beziehung das überwindet, kann ihr nichts mehr etwas anhaben. Man muss dazu sagen, dass wir in unserer gemeinsamen Zeit bereits einiges durchgestanden haben. Naja der Plan war, danach zusammen zu ziehen und glücklich zu sein.
Wie das oft so ist, wenn der Eine ins Ausland geht und auf die große Freiheit trifft, während der Andere im Alltag bleibt kamen schon sehr schnell die ersten kleinen Probleme. Sie sagte oft, dass sie noch hier und dort hinreisen will, dieses und jenes machen will und es kam mir vor, als machte es ihr gar nichts mehr aus, dass ich nicht dabei bin, allerdings hat sie mir trotzdem immer gesagt, wie sehr sie mich vermisst und sie sich darauf freut, wenn ich sie in Australien abhole.
Alles in allem hatte ich aber das Gefühl, dass von ihr nicht mehr so viel kommt. Deshalb war ich natürlich sehr traurig und hab ihr das auch gesagt. Ihre Reaktion darauf war, dass ich mir nen Psychologen suchen sollte. Ich war zu dem Zeitpunkt nicht stark. Ich hätte alles getan, damit ich sie nicht verliere. Also hab das dann tatsächlich gemacht. Eine damals noch gute Freundin gab mir die Nummer ihrer Therapeutin und ich ging dort hin.
Soweit lief dann alles irgendwie weiter, bis einen Tag bevor ich nach Melbourne fliegen wollte, um meine Exfreundin zu besuchen und nach Hause zu bringen. Da hat sie mir dann gesagt, dass sie sich nicht mit mir treffen will und wir daheim alles bereden sollen. Wir haben dann viel geredet und ich bin trotzdem geflogen und wir haben uns in Melbourne getroffen. Ich wollte ja unbedingt die Beziehung retten.
Als ich sie dann gesehen habe, habe ich sofort bemerkt, dass nicht mehr der Mensch vor mir stand, der vor einem halben Jahr gegangen ist. Jedenfalls war sie zu mir anders. Nach 2 Tagen dort hatte sie dann schluss gemacht und für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich habe nicht mehr funktioniert. Sie war die Stärkere und uns ist nichts besseres eingefallen, als uns nen Camper zu mieten und damit 2 Wochen durchs Land zu fahren. Da passierte von Streit über Schweigen bis hin zu Sex einfach alles. Teils war es der Horror teils war es auch schön. Aber es gab Situationen, für die ich mich extrem schäme. Vorwürfe, Streiterein usw. ich war nicht nett aber im Endeffekt war ich der Unterlegenere.
Wir beendeten den Urlaub jedoch trotzdem gemeinsam. Wieder in Deutschland angekommen haben wir noch einige Male telefoniert. Sie sagte etwas von Freunde bleiben und vielleicht sogar eine zweite Chance für uns. Dass das alles nicht möglich war weiß ich heute auch aber damals hab ich mich an jeden Strohalm geklammert. Tja zwei Tage später hat sie den Kontakt dann ohne ein Wort zu sagen komplett abgebrochen und ich habe sie seitdem nicht mehr gesehen. Ich muss zugeben, dass bei mir da ersteinmal gar nichts mehr lief. Ich konnte nicht mehr arbeiten und sogar Dinge wie einkaufen gehen kamen mir zu groß vor. Und obwohl ich weiß, dass es wohl besser ist, von ihr nichts mehr zu sehen oder zu hören, tut es nach 4 Monaten immer noch weh. Dabei weiß ich gar nicht mal mehr ob es die Trennung an sich ist oder die Art und Weise. Mir nie ins Gesicht zu schauen, mir einen Tag vor dem Abflug zu sagen, dass sie mich nicht sehen will. Das war einfach alles eine riesige Enttäuschung, die ich ihr nicht zugetraut hätte. Mittlerweile ist sie eine Fremde für mich.
Bei mir ging das dann soweit, dass ich alles hinter mich lassen musste. Ich bin in eine neue Stadt gezogen, 300 km weg von ihr, habe alles weggeworfen, was von ihr war: Geschenke, Dinge, die sie bei mir gelagert hat während sie in Australien war.
Ich habe keine Lust auf Hass oder Wut und ich weiß auch, dass ich Fehler gemacht habe und ich denke, dass ich diese auch kenne. Ich bin auch schon um einiges weiter als vor 4 Monaten. Deshalb versuche ich ihr zu verzeihen, auch wenn es ihr egal ist. Nur ist das gar nicht so leicht und ich frag mich manchmal wieso das loslassen zu jemand, zu dem man gar keinen Kontakt mehr hat so schwer ist. Manchmal glaubt man, es wäre geschaft und am nächsten Tag hängt man wieder in diesem Schallplattensprung drin und denkt sich wieder und wieder das gleiche.
Wie geht´s euch damit? Wie geht ihr mit euren Enttäuschungen um? Was bringt euch weiter?
Allen denen es auch so geht wünsche ich viel Kraft und Mut.
