Zitat von Votava: Wo und wann soll man genau wissen, was da läuft
Ja, genau damit habe ich mich lange beschäftigt.
Warum habe ich nicht nach dem ersten wirklich krassen und unerklärlichen Vorfall sofort das Weite gesucht? Denn ab diesem Vorfall hätte ich es wissen können.
Eigentlich.
Heute denke ich, dass dieser erste Vorfall mich unter anderem maßlos verwirrt hat.
Ein Teil von mir (darunter auch mein Verstand) wusste genau, dass ich nichts gemacht hatte, das so ein merkwürdiges, respektloses und destruktives Verhalten seinerseits auch nur im Ansatz ausgelöst haben könnte. Erst recht nichts, womit ich so eine Behandlung auch nur ansatzweise verdient haben könnte (falls man so etwas überhaupt je verdienen könnte).
Andererseits gab er mir mit so einer Vehemenz und so einer Überzeugung die Schuld an seinem Ausbruch, dass ein anderer Teil von mir in ganz erhebliche (irrationale) Zweifel geriet:
Irgendetwas musste ich doch getan haben, wenn der Kerl aus dem Nichts so dermaßen durchdreht und sich so sicher ist, dass ich daran schuld bin.
So in etwa meine Gedanken damals.
Ich glaube, ich geriet in eine ganz erhebliche kognitive Dissonanz.
Ich wusste buchstäblich nicht mehr, wo oben und unten ist.
Denn niemand - so in etwa meine diffusen Gedanken - würde doch dermaßen hohldrehen und mir die Schuld geben, wenn da gar nichts war, was ich gemacht haben könnte.
Also entstand irgendwo in mir ein ganz erheblicher Zweifel an mir selbst, der mich den Kompass verlieren ließ.
Statt ausschließlich ihn und sein unangemessenes Verhalten in Frage zu stellen, stellte ich mich für eine Zeit selbst in Frage.