Votava
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Dieses Thema richtet sich deshalb an alle, die bereits etwas Abstand zu dieser Beziehung gewonnen haben. Was hat euch geholfen, wo steht ihr heute, wie blickt ihr auf diese/eure "Borderline"-Zeit zurück?
Meine Borderline-Beziehung liegt zwei Jahre zurück. Während ich am Anfang gar nichts verstanden habe und es dramatisch und sehr schmerzhaft war, kann ich heute "nüchterner" auf die Zeit zurückgucken. Heute weiß ich, dass mir sehr viel erspart geblieben ist. Es hat aber lange gedauert, bis ich es verstanden habe und sich meine Gefühle zurückenwickelt haben. Meine Borderlinerin ist nicht diagnostiziert und therapiert. Nein, ich habe mich nicht in den Keller gesetzt und habe mir eine Diagnose überlegt. Ich habe damals eine Therapie gemacht, habe mit Fachärzten und Psychologen gesprochen. Alle haben unabhängig voneinander von Borderline gesprochen. Es gab so viele Symptome und Anzeichen (diagnostizierte Borderline-Tochter. Essstörungen, soziale Phobien, Angst vor Nähe, wegbrechende Gefühle, Nähe-Distanz-Probleme, sie hat mich gefragt, ob ich Selbstbestrafung kennen würde, sie sagte am Ende der Beziehung, sie sei allem gegenüber egal geworden und sei abgestumpft. Sie fragte mich damals wie sie wieder fühlen kann, sie sagte auch, sie würde eine Zweisamkeit gar nicht kennen, usw.) Dann hat sie die Beziehung zerstört mit einer gruseligen Härte und Kälte.
Erst der 1.Bruch, dann wieder Annäherung nach einigen Tagen, dann nach zwei Monaten der 2.Bruch. Dann habe ich den Kontakt abgebrochen. Kurze Zeit später war sie in der nächsten Beziehung.
Es war alles so widersprüchlich und irrational.
Heute bin ich mir sicher, dass sie vorher schon weiß, dass sie immer wieder Menschen verletzt. Auch wenn sie es nicht möchte. Ich habe von ihrer chaotischen Beziehungserfahrung erfahren. Das finde ich alles sehr unehrlich und verantwortungslos.
Heute geht es mir ganz gut. Literatur, Gespräche, Recherche und Therapie, etc. haben mir aus der Zeit geholfen. Ich bin auf euren Rückblick gespannt. Borderline-Geschichten ähneln sich ja sehr häufig.