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Es gibt einige Themen hier, die sich mit Borderline insbesondere in der akuten Trennungsphase beschäftigen. Das alles ist, wenn es passiert (und es passiert sehr, sehr häufig), nicht zu verstehen. Dieses Thema richtet sich deshalb an alle, die bereits etwas Abstand zu dieser Beziehung gewonnen haben. Was hat euch geholfen, wo steht ihr heute, wie blickt ihr auf diese/eure "Borderline"-Zeit zurück? Meine Borderline-Beziehung liegt zwei Jahre zurück. Während ich am Anfang gar nichts verstanden habe und es dramatisch und sehr schmerzhaft war, kann ich heute "nüchterner" auf die Zeit zurückgucken. Heute weiß ich, dass mir sehr viel erspart geblieben ist. Es hat aber lange gedauert, bis ich es verstanden habe und sich meine Gefühle zurückenwickelt haben. Meine Borderlinerin ist nicht diagnostiziert und therapiert. Nein, ich habe mich nicht in den Keller gesetzt und habe mir eine Diagnose überlegt. Ich habe damals eine Therapie gemacht, habe mit Fachärzten und Psychologen gesprochen. Alle haben unabhängig voneinander von Borderline gesprochen. Es gab so viele Symptome und Anzeichen (diagnostizierte Borderline-Tochter. Essstörungen, soziale Phobien, Angst vor Nähe, wegbrechende Gefühle, Nähe-Distanz-Probleme, sie hat mich gefragt, ob ich Selbstbestrafung kennen würde, sie sagte am Ende der Beziehung, sie sei allem gegenüber egal geworden und sei abgestumpft. Sie fragte mich damals wie sie wieder fühlen kann, sie sagte auch, sie würde eine Zweisamkeit gar nicht kennen, usw.) Dann hat sie die Beziehung zerstört mit einer gruseligen Härte und Kälte. Erst der 1.Bruch, dann wieder Annäherung nach einigen Tagen, dann nach zwei Monaten der 2.Bruch. Dann habe ich den Kontakt abgebrochen. Kurze Zeit später war sie in der nächsten Beziehung. Es war alles so widersprüchlich und irrational. Heute bin ich mir sicher, dass sie vorher schon weiß, dass sie immer wieder Menschen verletzt. Auch wenn sie es nicht möchte. Ich habe von ihrer chaotischen Beziehungserfahrung erfahren. Das finde ich alles sehr unehrlich und verantwortungslos. Heute geht es mir ganz gut. Literatur, Gespräche, Recherche und Therapie, etc. haben mir aus der Zeit geholfen. Ich bin auf euren Rückblick gespannt. Borderline-Geschichten ähneln sich ja sehr häufig.
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#1
Scheol Mentor
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@Votava
Zitat:
Meine Borderlinerin ist nicht diagnostiziert und therapiert.
Also könnte es auch was anderes sein.
Die Überschneidung zur komplexen ptbs beträgt ca. 80 %.
Nur ist es egal für dich was es ist und war , weil wichtig ist das du auf dich schaust und verstanden hast warum du dir das hast alles gefallen lassen.
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x 3#2
A
Borderline-Beziehung im Rückblick
x 3
Odette Mitglied
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Zitat von Votava:
Meine Borderlinerin ist nicht diagnostiziert und therapiert. Nein, ich habe mich nicht in den Keller gesetzt und habe mir eine Diagnose überlegt. Ich habe damals eine Therapie gemacht, habe mit Fachärzten und Psychologen gesprochen.
Das ersetzt doch aber nicht eine schwerwiegende Diagnose der genannten Persönlichkeitsstörung, welche mittels klinischer Interview, tiefer Beleuchtung der Lebensgeschichte, Screenings und deren Auswertung nach Skalen erfolgt. Ein Prozess der teils Jahre dauern kann. Zusätzlich der Hinweis von @Scheol - es ist nicht schwarz oder weiß, und du am Ende ein Laie, welcher etwas unterstellt.
Was erhoffst du dir von dem Forum? 2 Jahre nach der Trennung geht es dir gut, wie du schreibst, warum also doch dieses Thema hier?
Frei nach dem Motto, nicht jeder ist Narzisst, manchmal sinds auch einfach Ar*chl....
Verstehe mich nicht falsch, bei Diagnosen kriegt das Kind einen Namen und tut wahrscheinlich weniger weh, aber dennoch finde ich es fahrlässig und auch anmaßend dies einfach zu "unterstellen", gerade so lange Zeit nach der Trennung. Nur meine Meinung.
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x 5#3
Sonnenschein85 Mentorin
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"Hängst" du noch an der Beziehung? Oder ist das eher ein Prozess der Verarbeitung hier nochmal die Beziehung zu thematisieren? Zwei Jahre ist schon eine Weile her, deshalb fragte ich.
Ich habe keine Erfahrung mit Borderline. Aber hier gab es immer mal wieder Threads zu dem Thema. Vielleicht kannst du da auch mal nachlesen.
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x 3#4
Canis_Lupus Mitglied
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@Votava
Zitat:
sie sei allem gegenüber egal geworden und sei abgestumpft.
Wie darf ich das verstehen? Selbst wenn hier das Gefühl der Leere gemeint ist, stumpfen „wir" nicht ab...das ist ja das Problem...alle möglichen Gefühle, in wenigen Augenblicken … „Abstumpfen“ habe ich nur durch starke AD´s gehabt.
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#5
Votava Mitglied
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Genau, das Thema Borderline gibt es hier immer wieder, aber halt meistens nicht mit zeitlichem Abstand zur Beziehung. Das Thema interessiert mich einfach. Das hat es vorher in meinem Leben nicht gegeben. Nein, Verarbeitung ist es nicht mehr. Es ist Geschichte, aber mich interessieren die Verarbeitungsstrategien, die sich bewährt haben. Was hat geholfen. Zu meiner nicht diagnostizierten und nicht therapierten Borderlinerin: da verlasse ich auf die Einschätzung von Ärzten und Psychologen. Die Beziehung war sogar sehr BL-klassisch. Intensive Idealisierungsphase, plötzliches Ende, etc. Wenn jemand noch keine Berührung mit Borderline hatte, ist das schwer zu vermitteln. Dann wäre vorheriges Einlesen gut. Die, die die Erfahrung gemacht haben, wissen was ich meine.
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x 2#6
Arella Mitglied
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Was mir bei der Borderline-Thematik aufgefallen ist: Irgendwie sind es immer Frauen, die hier thematisiert werden, oder? Gibt es da wohl viel mehr Frauen, die geschädigt sind, (sagen wir mal, geschädigt wurden). ? Denn sie habe sich das ja auch nicht ausgesucht.
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x 2#7
Canis_Lupus Mitglied
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@Arella In Deutschland sind 1,5 % - 3 % von Borderline betroffen. 75 % davon sind weiblich.
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x 1#8
Plague Mitglied
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Zitat von Votava:
Heute bin ich mir sicher, dass sie vorher schon weiß, dass sie immer wieder Menschen verletz
"I told you I was trouble." (Amy Winehouse)
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#9
Plague Mitglied
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Zitat von Odette:
welche mittels klinischer Interview, tiefer Beleuchtung der Lebensgeschichte, Screenings und deren Auswertung nach Skalen erfolgt.
Im dem Fall wohl eher nicht. Die diagnostischen Kriterien unter ICD-10 - F60.31 sind recht klar definiert.
Zitat von Odette:
auch anmaßend dies einfach zu "unterstellen"
Wenn ich nur den Eingangspost des TE lese, ohne den Hinweis auf BPS, würde ich zur gleichen Einschätzung kommen.
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x 2#10
Scheol Mentor
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Zitat von Votava:
...da verlasse ich auf die Einschätzung von Ärzten und Psychologen.
*Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) wird häufig mit anderen psychischen Erkrankungen verwechselt, was sie zu einer Diagnose macht, die oft fehlerhaft oder verspätet gestellt wird.
Zu den häufigsten Fehldiagnosen zählen
Schizophrenie, bipolare Störungen, ADHS, komplexe PTBS sowie andere Persönlichkeitsstörungen.
Aufgrund der hohen Symptomüberlappung ist eine differenzialdiagnostische Abklärung essenziell. *
Hier im Forum kenne ich drei wo die Diagnose von BPS auf komplexe PTBS geändert wurde.
Welche Diagnose haben dir deine Ärzte gegeben um dich zu behandeln ?
Früher sagte man das eine Person die mit einer BPS zusammen war , eine ähnliche Therapie benötigt wie die BPS Person selbst um die Anteile wieder wegzubekommen.
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x 1#11
M
Margerite Mitglied
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Zitat von Odette:
Was erhoffst du dir von dem Forum? 2 Jahre nach der Trennung geht es dir gut, wie du schreibst, warum also doch dieses Thema hier?
Wenn es Dir so gut geht, warum willst Du Dich gedanklich wieder mit ihr und ihrem Drama auseinandersetzen?Du hast offenbar noch nicht mit ihr abgeschlossen und begibst Dich daher wieder auf die Schiene der (laienhaften) Diagnose und damit hältst Du dich emotional ja wieder in diesem Drama auf. Offenbar willst Du das jetzt aus der Entfernung nochmals in Deiner Erinnerung durchleben, es durchdenken und was bringt es Dir am Ende? Dass Du wieder mental in der Endlos-Drama-Schleife einer Borderliner- oder sonst-was-Beziehung festhängst.
Was sie hat, was ihr fehlt - es ist egal, ob es Borderline oder eine andere Störung ist. Aber der Mensch fühlt sich wohler, wenn er etwas einordnen kann und das Ding einen Namen hat.
Leb Dein Leben und lebe es gut und sorge gut für Dich. irgendwie scheint Dir aber etwas zu fehlen, denn wer begibt sich denn freiwillig wieder in die Hölle dieser Erinnerung?
Solltest Du Dich nicht eher befreit und erleichtert fühlen, dass Du dieser Beziehung entronnen bist?
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x 2#12
Worrior Mitglied
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@Votava Du hast den Knall gehört und die Realität akzeptiert, so weh sie auch tat. Doch jetzt ist es Zeit nach vorne zu schauen, mit der Vergangenheit hast Du Dich genug beschäftigt. Was passiert ist das ist passiert und Du wirst es nicht ändern können. Auf einige Fragen wirst Du vielleicht nie eine Antwort kriegen. Es ist wie es ist. Was die Zukunft bringen wird kann Dir auch niemand mit Sicherheit sagen. Doch im hier und jetzt, gerade in diesem Moment, hast Du die Chance Deine Segel in den richtigen Wind zu drehen. Für eine positive Zukunft, mit wundervollen Menschen, ohne Psychogedöhns und Drama. Nutze die Zeit.
Wenn ich nur den Eingangspost des TE lese, ohne den Hinweis auf BPS, würde ich zur gleichen Einschätzung kommen.
Ich habe nichts Gegenteiliges geschrieben, sondern nur darauf hingewiesen, dass es schwierig ist, dies als Fakt darzustellen. Siehe auch den Beitrag von @Scheol
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x 4#14
Plague Mitglied
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Zitat von Odette:
Ich habe nichts Gegenteiliges geschrieben
Und ich habe mich anscheinend unklar ausgedrückt: ich würde anhand der beschriebenen Symptome eine ganz ähnliche psychopathologische Richtung vermuten.