wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.
@Votava Zu sagen, dass ich DBT gemacht habe, wäre ein wenig übertrieben. Zumindest nicht mit Therapeut. Eine damalige Freundin von mir war auch Borderlinerin. Die hat mir ihr Arbeitsbuch damals kopiert und ich habe es so für mich dann gemacht. Du sagst, du magst deine Gefühle...ich weiß nicht, ob das bei allen Borderlinern so ist, aber ich hasse meine Gefühle. Jedes einzelne bereitet mir nur Schmerz und ist nicht zu ertragen. Selbst, oder gerade Liebe tut entsetzlich weh...Angst verschlingt mich im schlimmsten Fall bis zur Selbstverletzung...genauso wie Schuld...ich kann nicht glücklich sein, weil das Schicksal mich dann bestraft … Allerdings ist das mehr mein magisches Denken. Ich kann keine Musik hören, weil sie Gefühle macht, die ich nicht ertrage. Ein Grund, warum ich eigentlich nur Black Metal höre - da fühle ich nichts.
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#61
Votava Mitglied
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@Canis_Lupus Und genau da treffen dann zwei Welten aufeinander und kollidieren. Völlig unterschiedliche Gefühlswelten. Wie soll das gehen? In habe meine Partnerin damals im Netz kennengelernt. Vom ersten Tag an eine Whatsapp-Flut. Ich habe das sehr genossen, kannte Borderline überhaupt nicht und habe mich voll darauf eingelassen. Das hatte ich so noch nicht kennengelernt. Das ging mehrere Monate bis der erste Knall kam. Diese Beziehungsgeschichten, die ich in Büchern, in Chats und in Gesprächen kennengelernt habe, habe immer ein ganz ähnliches Muster. Idealisierung halt. Ich wurde in dem beginnenden Gefühlschaos wirklich auf links gedreht. Das war einfach nicht zu verstehen, geschweige denn emotional einzuordnen. Dann bin ich zusammengebrochen. Es tut mir leid, zu lesen, dass du deine Gefühle hasst. Das ist für gesunde Menschen, die Borderline nicht kennen, nicht zu verstehen. Wenn man sich intensiv damit beschäftigt, kann ich es verstehen, was es bedeutet. Welcher Schmerz es sein muss, aber ich werde es nie nachempfinden können. Ich würde dir wünschen, dass du irgendwie einen Weg findest, das zu ändern oder den Schmerz zu verringern. Das wünsche ich jedem BL. Ich habe meiner damaligen Partnerin am Ende gesagt, dass sie einen großen Fehler macht, dass ich bereit bin für die Beziehung zu kämpfen, etc., aber alle Liebesbekundung haben nichts gebracht. Sie musste gehen. Es war nicht zu ändern. Keine Chance. Ich bin ihr zu nahe gekommen. Das war der Grund für das Ende. Dass das nicht geht, obwohl sie die Beziehung schön fand, hat mich lange beschäftigt, aber ihre Gefühle für mich waren weg. Ganz plötzlich. Es hat mich viel Zeit, Energie und Lebensmut gekostet, aus dem Tal wieder rauszukommen. Ich bin so froh, dass es vorbei ist.
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x 3#62
A
Borderline-Beziehung im Rückblick
x 3
Julika Mitglied
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Hallo @Votava, ich bin dir sehr dankbar, dass du deine Geschichte hier teilst und über deine Erfahrungen berichtest, da ich meinen Neffen in einer ähnlich toxischen Beziehung sehe, in der er mehr und mehr von all den Menschen isoliert wird, die aufrichtig zu ihm stehen und ihn wertschätzen. Dies ist ein über Jahre hinweg schleichender Prozess gewesen, der immer noch andauert.
Du schreibst, dass du dich "auf links gedreht" gefühlt hast. Magst du das erläutern? Ich möchte so gern verstehen, wie jemand durch eine Beziehung zu einer persönlichkeitsgestörten Person seine eigenen Persönlichkeit so verändert, dass man ihn nicht wiedererkennt. Und ich frage mich, wie man sich als "nahestehender Außenstehender" am klügsten verhält.
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#63
Votava Mitglied
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Na ja, ich habe eine Depression bekommen. Ich habe nichts mehr verstanden. Mir ging es so schlecht. Depression, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, keine Motivation mehr, konnte nicht mehr arbeiten gehen, Antidepresssiva, Therapie, Psychiaterin, usw. Ich war so in diese Beziehung verstrickt, dass ich das "warum" überhaupt nicht verstanden habe. Eine Beziehung zu beenden, gerade weil sie gut läuft, war für mich nicht zu verstehen. Die Frage nach dem "warum" bekommt man auch nicht beantwortet. In eine BL-Beziehung wird die Psyche des Nichtbetroffenen auf eine harte Probe gestellt. Es gibt nie einen stabilen Mittelpunkt. Mal ist die Beziehung völlig euphorisch und du kannst dich vor Liebesbekundungen kaum retten (du wirst mit Glückshormonen geflutet) und einen Tag (oder Stunden später) geht es in die genau andere Richtung. Dann schlägt dir Kälte, Misstrauen und Distanz entgegen (dann wird u.a. das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet). Deshab gibt es auch häufig diese on/off Wechsel in der Beziehung. Jetzt kannst du dir überlegen, wie lange das eine Psyche mitmachen kann. Beziehungen können aus den unterschiedlichsten Gründen kaputtgehen. Aber weil eine Beziehung zu gut läuft, hatte ich nicht auf dem Schirm. Das gab es vorher in meiner Welt nicht. Liegt denn bei der Partnerin deines Neffen eine Diagnose vor. Ich finde, dass man sehr vorsichtig mit diese Bewertungen sein sollte. Es hilft nicht Borderline, Narzissmus, usw. aus dem Hut zu zaubern, um einfach ein Beziehungsende oder eine toxische Beziehung erklären zu können. Auch bei dem Wort toxisch bin ich vorsichtig. Das wird inflationär benutzt. Jetzt wirst du denken, bei deiner Ex-Partnerin lag doch auch keine Diagnose vor. Das ist richtig. Es wird bei ihr auch nie eine Diagnose geben, weil sie nie zum Arzt geht. Ich bin mir deshalb so sicher, weil sich die Fachärzte (mit langjähriger BL-Erfahrung) und Psychologen so sicher waren. Und als ich dann Literatur gewältzt habe, habe ich die ganze Beziehung nicht nur wiedererkannt, sondern es war genau meine Beziehung. Ohne ärztlichen Rat, hätte ich diese Einschätzung jedoch nicht vorgenommen. Viele BL-Betroffene gehen nicht zum Arzt, weil sie diese Gefühlsachterbahnen, diese Instabilität, dieses Nähe-Distanz-Problem, dieses Misstrauen für eine "Charakterschwäche" halten. Sie seinen ein bisschen "kompliziert". Das ist es im Fall von Borderline jedoch nicht. Es ist eine tiefe innerpsychische Struktur und Störung, die meist in der Kindheit "erlernt" werden musste (kann auch genetische Veranlagung sein). Als Schutzstrategie. Total verständlich und nachvollziehbar. Nur helfen diese Strategien nicht mehr im Alter. Jetzt ist es aber nicht so, dass BL einfach die Strategie oder diese Muster ändern können, weil es eben so tief in die Festplatte eingebrannt ist. Es ist so eingebrannt, dass ein vollständige Heilung (symptonfrei) nicht möglich ist. Aber es gibt für BL spezielle Therapieformen wie MBT oder DBT. Wie kommst du denn zu deiner Einschätzung? Gibt es in der Beziehung viel on/off? Hat die Partnerin ein Nähe-Distanz-Problem? Kann Nähe zugelassen werden oder läuft viel über Handy-Kontakt? Wird dein Neffe von seinem sozialen Umfeld isoliert? Wie sieht die Beziehungsvergangenheit der Partnerin aus (kurze Beziehungen? viele Abbrüche? chaotisch?), Kann sie Vertrauen aufbauen? Wie sah ihre Kindheit aus? Liegen Vernachlässigungen oder Missbrauch vor? Impulsives Verhalten? Ist sie häufig angespannt? Das alles könnten Anzeichen sein. Könnten! Wenn du diese Verdacht hast, dann würde ich mit deinem Neffen vorsichtig ein Gespräch führen und ihm nahelegen sich über BL zu informieren. Wenn er davon aber nichts hören will, ist es seine Entscheidung. Das gilt es dann auch zu respektieren.
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x 2#64
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Mia83333 Mitglied
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Zitat von Votava:
Na ja, ich habe eine Depression bekommen. Ich habe nichts mehr verstanden. Mir ging es so schlecht. Depression, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, ...
Tatsächlich muss ich sagen das ich mich als meine Störung noch so präsent war nicht als kompliziert hielt, sondern als normal. Ich wusste nicht das andere Menschen nicht so denken und fühlen wie ich. Woher auch? Weder meinen Freundinnen viel es auf und mein exmann äußerte sich auch nie. Wenn man es seit seiner Kindheit hat, ist es vielleicht für einen auch ein stück weit normal? Ich werde nur nie verstehen, wie man es wissen kann, das man nicht normal ist und nicht an sich arbeitet. Bei mir ist es erst spät aufgefallen, aber Gott sei dank ist es aufgefallen! Ich war vor meiner Diagnose auch bei einer Therapeutin wegen Depressionen, die die Störung leider nicht erkannt hat. Manchmal sind Depressionen ein Symptom aber wo die Ursache dafür ist fragen die wenigstens.
Ich für meinen Teil kann sagen als betroffene der Störung, lernt ihr jemand untherapierten mit BL kennen, dann lauft! Kein Partner sollte diese Bürde tragen und es dauert lange bis die Symptome therapiert sind, vorausgesetzt das Gegenüber ist bereit an sich zu arbeiten.
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x 1#65
Votava Mitglied
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@Mia83333 Schade, dass die Störung nicht eher bei dir erkannt wurde. Wie ist es heute? Kannst du mit den Symptomen umgehen? Und dein Umfeld? Ich kann mir das Dilemma schon vorstellen. Wie sollst du es wissen, wenn es für dich normal ist. Aber hast du keine Beeinträchtigungen im Alltag gehabt? In Beziehungen? Im Beruf? In Freundschaften? Im sozialen Umfeld? Wie soll man laufen, wenn man es nicht weiß, dass eine BL-Störung vorliegt? Wenn beide Seiten es nicht wissen? Wenn man in der Idealisierung denkt (und fühlt), dass es ernst gemeint ist. Ganz schwierig.
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#66
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Mia83333 Mitglied
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Zitat von Votava:
@Mia83333 Schade, dass die Störung nicht eher bei dir erkannt wurde. Wie ist es heute? Kannst du mit den Symptomen umgehen? Und dein Umfeld? Ich ...
Meine Symptome sind so gut wie weg, ich brauche auch keine therapie mehr. Bei mir wurde es damals nicht erkannt, weil ich keine Probleme hatte im Umfeld. Ich war auf der Arbeit unter Kollegen sehr gemocht, mein Arbeitgeber stets zufrieden. Meine Freundschaften habe ich seit locker 20 Jahren und ich habe neben einem vollzeitjob ein haus gebaut. Ich hatte so keine Probleme im Alltag. Heute weiß ich das die Beziehung zu meinem Exmann eine vollkatastrophe war, geprägt von Abwertung und on off. Ich bin sehr stolz darauf, das ich mit harter arbeit keine Symptome mehr habe. Ich kann nur sagen wenn ich im forum von den betroffenen mit bl lese die keine therapie hatten, das deren denken und fühlen ganz ganz schlimm ist und nicht normal.
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x 1#67
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Mia83333 Mitglied
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Zitat von Votava:
@Mia83333 Schade, dass die Störung nicht eher bei dir erkannt wurde. Wie ist es heute? Kannst du mit den Symptomen umgehen? Und dein Umfeld? Ich ...
Mein Mann, meine Freunde sowie Familie sind sehr stolz auf mich. Sie sagen seitdem ich so hart an mir gearbeitet habe, bin ich wie ein neuer Mensch. Niemals würde ich meinen Mann anschreien geschweige denn abwerten. Wir reden stets respektvoll miteinander, es ist ein sehr schönes miteinander.
Jeder kann an sich arbeiten, sofern diese Menschen es wollen.
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x 1#68
Julika Mitglied
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Danke für deine ausführliche Beschreibung, @Votava. Mit geht es gar nicht darum, eine Diagnose zu erstellen. Toxisch bedeutet für mich einfach nur, dass es eine - in meinen Augen - ungesunde Beziehung ist.
Seitdem mein Neffe verheiratet ist, wurde er mehr und mehr von seinen Eltern, Freunden und auch von mir (seiner Lieblingstante) isoliert. Das Verhältnis meines Neffen zu seinen Eltern, also zu meiner Schwester und meinem Schwager, war von klein auf liebevoll und vertrauensvoll. Seine damaligen Freundinnen wurden immer herzlich in der Familie aufgenommen. Auch seine jetzige Frau. Irgendwann begann die Frau meines Neffen, seine Eltern per Mail zu beschimpfen und mit ungerechtfertigten Vorwürfen zu bombardieren. Ein schleichender Prozess ( Verdrehungen von Tatsachen, abfällige Bemerkungen, auf Lügen basierende Vorwürfe, ohne sich einer klärenden Aussprache zu stellen) über Jahre führte zu einem radikalen Kontaktabbruch.
Wie es gegenwärtig in der Ehe genau abläuft, kann ich nicht sagen. Was ich mitbekommen habe, als ich die beiden noch besuchen durfte: Sie hat sich auffällig lieblos ihm gegenüber verhalten und sich hinter seinem Rücken der gemeinsamen kleinen Tochter gegenüber hämisch und abfällig geäußert, was mein Neffe nicht mitbekommen hat. Dann aber war sie auch wieder sehr fürsorglich. Ich hätte meine Beobachtungen meinem Neffen niemals schildern dürfen. Wenn sie sich mir gegenüber abfällig geäußert hat und ich darauf verstimmt reagiert habe, wurde ich wegen meiner verstimmte Reaktion gerügt. Letztendlich habe ich mich in ihrer Gegenwart wie auf rohen Eier gehend gefühlt. Sosehr ich meinen Neffen auch mag - wir hatten immer so ein unbeschwertes humorvolles Miteinander und viel gelacht - das Miteinander in ihrem Beisein wurde zunehmend verkrampfter und angestrengter.
Deshalb interessiert es mich, inwieweit sich eine Persönlichkeitsstörung - wie immer man so eine Störung auch nennen mag - in einer Beziehung sich auf die ansonsten gefestigte Persönlichkeitsstruktur des Partners auswirken kann. Sieht der Partner nach Jahren der Einflussnahme sein Umfeld ähnlich wie die "gestörte" Partnerin. Besteht eine Chance, dass er irgendwann aufwacht, und den Kontakt zu seinen Eltern und Freunden wieder aufnimmt?
@Mia83333 Ich finde es bewundernswert, dass du Verantwortung übernommen und eine Therapie gemacht hast. Du hast Recht. Woher soll man wissen, dass man nicht normal ist. Wahrscheinlich erst dann, wenn der Leidensdruck so stark ist, dass man sich Hilfe sucht.
Nun ist das ja oft so, dass der "gesunde" Part sich therapeutische Hilfe sucht, wie man an @Votava sehen kann. Meine Schwester hat sich mittlerweile auch an einen Psychologen gewandt, um mit dem Dilemma um ihren Sohn fertig zu werden.
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#69
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Mia83333 Mitglied
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Zitat von Julika:
Danke für deine ausführliche Beschreibung, @Votava. Mit geht es gar nicht darum, eine Diagnose zu erstellen. Toxisch bedeutet für mich einfach ...
Leider passiert sowas in ungesunden Beziehungen sehr oft. Mein Exmann hat mich auch dazu gebracht, das ich den Kontakt zu meiner Familie einschränke, weil es immer Theater gab wenn ich dort war. Der stress wurde mir irgendwann zuviel, so geht man den geringsten weg des Widerstandes.
Natürlich gibt es eine Chance das dein Neffe aufwacht und zurück kommt. Das kannst du leider nur nicht beeinflussen wann es soweit ist. Und wenn es soweit ist würde ich an deiner Stelle, keine Vorwürfe machen, sondern einfach da sein und sich freuen.
Es ist oft so das sich die gesunden Menschen, die sowas erlebt haben hilfe suchen. Ich habe mal den tollen Satz gehört "Traumatisierte menschen, traumatisieren Menschen."
Deswegen sollte man sich immer schützen und vorweg schauen wie ein Mensch so tickt, bevor man daran zu Grunde geht.
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x 1#70
Votava Mitglied
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@Julika Ok, das finde ich gut, dass du erstmal keine Diagnose stellen möchtest. Du siehst eine ungesunde Beziehung. Davon gibt es viele. Kein wertschätzender Umgang, Druck in die Beziehung bringen, sich hämisch verhalten, den Partner abwerten, usw. Das alles ist ungesund und hört sich auch nicht nach einer glücklichen Beziehung an. Wenn du dann mit deinem Neffen nicht darüber sprechen kannst und er nicht möchte, dann hast du keine Chance. Dann ist das zu respektieren, es ist sein Leben. Wenn die Partnerin tatsächlich eine untherapierte BL sein sollte, wird die Beziehung brechen (kann natürlich auch ohne BL kaputt gehen). Jeder ist für sich selbst verantwortlich und das meine ich nicht egoistisch. Ungesunde Beziehungen, BL-Beziehungengen, etc. - wenn keine Einsicht vorliegt und daraus keine Bereitschaft entsteht, etwas zu ändern, nehmen die Dinge ihren Lauf. So oder so kann es eine ganz bittere Erfahrung für deinen Neffen werden. Aber es ist wie es ist. Ich hatte damals das Bedürfnis einen Ex-Partner von ihr zu kontaktieren oder ihren jetztigen Partner zu informieren (ich habe gehört, dass diese Beziehung auch schon wieder den ersten Bruch hatte), aber ich habe das verworfen. Was soll das bringen? Es ist einfach nicht mehr meine Baustelle. Damals zu sehen, dass ein Mensch, der mir viel bedeutet hat, so im Schmerz und im Chaos zu lassen, war hart. Aber du kannst einen BL, der seine Muster nicht sieht und nicht angehen will, nicht gesund lieben, ihn retten, o.ä. Das geht einfach nicht. Alle Liebesbekundungen prallen gegen eine Betonwand oder führen zu nochmehr Distanz. Dieses irrationale und absurde daran, hat mir schwer zu schaffen gemacht. Aber es ist mit eigenen Bordmitteln einfach nicht möglich. Das musste ich erkennen. Bis dahin habe ich immer gedacht, dass mit Gesprächen, Vertrauen, Wertschätzung alles zu reparieren ist, aber das ist bei BL nicht so. Vllt. bei ungesunden Beziehungen möglich, aber nicht bei untherapierten BL.
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x 1#71
Usambara Mitglied
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Wie ist das eigentlich, können Borderliner untereinander, miteinander Beziehungen, Freundschaften eingehen und halten diese dann länger?
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#72
Votava Mitglied
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@Usambara Da habe ich keine Erfahrungen und kann die Frage nicht beantworten.
@Usambara Meiner gemachten Erfahrung nach klappt das nicht gut (Beziehung). Ich hatte in diesem Kreis viele Freunde, das hat super geklappt. Aber sobald da tiefere Gefühle ins Spiel kommen, klappt das (für mich) nicht. Ich war mal überzeugt davon, dass das gut klappen muss, da man die gleiche Intensität der Gefühle hat, aber das Abwerten löst in mir Verlustangst „bis zum Erbrechen" (bzw. Selbstverletzung) aus.
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#74
Usambara Mitglied
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@Canis_Lupus Und wie fühlt man sich dann wenn man den anderen abwertet? Kann man dessen Reaktion darauf, seine Gefühle denn dann ertragen?