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Borderline-Beziehung im Rückblick

PapaEmeritus
@Votava

Nein, ich habe keinen Kontakt mehr. Für mich war irgendwann der emotionale Druck zu hoch. Nach dem Hoovering hab ich noch mal eine Weile versucht, Normalität herzustellen, aber es wurde weiterhin jede normale Kommunikation und jede Klärung blockiert, Nachrichten ignoriert, nur selektiv das beantwortet, was mich in Unsicherheit und Schwebe gelassen hat. Und da war ich mir sicher: das ist kein unbewusstes Handeln, das ist kein Versehen, kein Ausrutscher, da steckt ein System dahinter. Ich bin auch gar nicht mehr in den Kreislauf geraten, mich zu fragen, was ich noch machen kann, oder warum sie sich überhaupt wieder gemeldet hat usw. Ich hab dann irgendwann ganz spontan den Notausgang genommen. Der Hintergrund war ein ganz billiger. Ich hatte sie einfach nur gefragt, ob es ihr gut geht, ob wir mal reden können, und diese WhatsApp wurde wieder 4 Tage lang unbeantwortet gelassen, obwohl sie sich VON SICH AUS wieder bei mir gemeldet, und mich sogar gefragt hatte, wie ich mir vorstelle, wie es jetzt weitergeht. Und das war zu viel für mich. Ich hatte da schon einige Wochen, eigentlich knapp 2 Monate psychologischen Krieg hinter mir, und das war eins zu viel. Das mag nicht viel erscheinen, aber dieses ständige Silent Treatment war so zersetzend, ich konnte das einfach nicht mehr hinnehmen.

x 2 #46


Votava
Der damalige Whatsapp-Kontakt mit ihr hatte Buchformat. Wirklich. Jeden Tag von morgens bis abends über Monate. Das hatte ich so noch nie erlebt und dachte sie hatte wirkliches Interesse. Die realen Kontakte waren dann auch irgendwann da und auch schön, aber irgendwie wie abgezählt und zeitlich immer begrenzt. Dass Whatsapp das ideale Instrument ist um Nähe und Distanz zu regulieren, habe ich erst später verstanden. Wenn man von diesen Dynamiken keine Ahnung hat, dann kommt man unter die Räder. Ich glaube, dass auch stabile Psychen in der Idealisierungsphase destabilisiert werden, wenn es dann bricht. Wenn man bereits Vorerfahrung hat, dann kommt man auch (nochmal) unter die Räder. Ich habe mal jemanden kennengelernt, der viel über BL wusste und sich für eine zweite Runde entschieden hat. Es ging nach kurzer Zeit wieder kaputt. Dass ist der Kern der Störung, dass Nähe in bedeutsamen Beziehungen nicht geht. Nicht weil BL nicht wollen, sondern weil ein Notfallsystem anspringt, wenn sie getriggert werden und dann ist alles zu spät.
Ich wünsche es BL, wenn sich sich aus diesem destruktiven Kreislauf befreien könnten, aber ohne Therapie geht es nicht. Es ist schon in der Störung angelegt, dass Selbstreflexion und Einsicht kaum möglich sind. Es wird dann als Charakterschwäche ("ich bin halt manchmal komisch") abgetan oder der Partner war schwierig. Dass von ihnen aber Selbstsabotage betrieben wird, können sie nicht wirklich erkennen. Meine BL fragte mich am Ende, ob ich Selbstbestrafung kennen würde. Hilfe!
Ich habe damals den Whatsapp-Kontakt gelöscht, ihre Kontaktdaten und alles was mich an sie erinnert hat, ist in die Tonne gewandert. Das war der richtige Weg. Wenn man in dieser Destruktivität bleibt, ist das Leid sehr groß. Bei der Trennung zwar auch, aber es wird mit der Zeit (bei mir Monate) besser und sogar richtig gut.

x 2 #47


A


Borderline-Beziehung im Rückblick

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PapaEmeritus
@Votava

Das war bei mir ähnlich. Sie hat auch bis zum Schluss versucht, diesen Kontakt irgendwie aufrechtzuerhalten, und das Bild des normalen und empathischen Menschens, der ausschließlich immer das Opfer ist, zu bedienen. Aber ich konnte das irgendwann nicht mehr vor mir selbst rechtfertigen. Ich hatte schon ein Stück weit meine Autonomie aufgegeben und es war irgendwie doch nicht genug, und da hab ich dann wahrscheinlich gerade so die Kurve bekommen. Wer weiß, wie das sonst geendet wäre.

x 1 #48


Votava
Wie lange ist der letzte Kontakt zu ihr jetzt bei dir her?

#49


PapaEmeritus
@Votava

ziemlich genau 6 Monate.

#50


Votava
Ah, ok. Wie würdest du deine heutige Situation beschreiben? Ich habe verstanden, dass du noch voll im Verarbeitungsprozess bist. Richtig? Wo genau steckst du da? Gedankenkarussell? Wechselbad der Gefühle? Keine rationale und befriedigende Antwort auf ihr Verhalten? Unverständnis darüber wie widersprüchlich die Beziehung war?

x 1 #51


PapaEmeritus
@Votava
Ich kann’s sehr schwer beschreiben. Gedankenkarussell nicht wirklich. Dass ich nie Antworten bekommen werde, hat mich lange gequält, inzwischen denke ich aber, dass das Verhalten die Antwort war. Was mir wahrscheinlich geholfen hat war, dass ich das Ganze selbst beendet habe, so als Art Selbstschutz, die hätte sonst nicht aufgehört.

#52


Canis_Lupus
@Votava
Ich finde es beleidigend und respektlos, wie du hier alles verallgemeinerst! Borderline hin oder her - jeder Mensch hat auch einen Charakter, der sein Teil beiträgt!

Zitat:
Es ist schon in der Störung angelegt, dass Selbstreflexion und Einsicht kaum möglich sind.

Was für ein absoluter Quatsch! Ich bin hochgradig reflektiert. Vermutlich mehr als manch „Gesunder“.
Nur weil du 3 Bücher gelesen hast und eine Beziehung zu einer Betroffenen hattest, macht dich das nicht zu Yoda!

Zitat:
Die realen Kontakte waren dann auch irgendwann da und auch schön, aber irgendwie wie abgezählt und zeitlich immer begrenzt.

Ja, weil es ihr zu viel geworden ist. Was ist daran falsch, sich zurückzuziehen, wenn es dir zu viel ist? Das wird hier permanent gepredigt, dass man auf sich achten soll. Sie ist also ebenfalls reflektiert.
Wir sind Menschen, die 24 Stunden mit diesem Übermaß an Gefühlen leben müssen. Du kannst dir nicht mal ansatzweise vorstellen, damit nur einen Tag leben zu müssen!

@Forenleitung … Muss sowas hier bei einer bereits abgeschlossenen Trennung/Verarbeitung sein?
Sind wir jetzt Forschungsprojekte?

x 1 #53


Votava
Ja, das war bestimmt die richtige Entscheidung, es zu beenden. Bei diesen Dynamiken gibt es keine Gewinner. Weder die Betroffenen noch die Ex-Partner. Da geht es dann um Selbstschutz.
Und zu den fehlen Antworten. Das hat es mir damals auch schwer gemacht. Ich hatte tausende von Fragen, bis ich akzeptiert habe, dass das Ende dieses offene Ende ohne Antworten war. Es wird die Antworten nie geben. Weil es sie einfach nicht gibt. Nicht nur, dass sie nichts beantwortet, sondern sie keine plausiblen Antworten geben kann.

x 2 #54


PapaEmeritus
@Votava

Wie es diesem Menschen dabei ging, ist mir egal, da bin ich Egoist. Ich kann auch kein Mitgefühl und Mitleid empfinden. Und ich bin auch felsenfest davon überzeugt, dass sie zwar wusste, was sie macht, aber nicht warum.

x 1 #55


Votava
@Canis_Lupus Um dich mal abzuholen: Bücher habe ich einige gelesen, viele Gespräche mit Ärzten und Psychlogen geführt. Ich sehe das Leid der Borderliner auf jeden Fall und ich bin überhaupt nicht respektlos. Und du wirst recht haben, dass ich mir das Leid noch nicht mal im Ansatz vorstellen kann. Deshalb geht es mir auch nicht um Borderline-Baching, sondern darum wie Ex-Partner (und der bin ich nun mal) diese Trennung verarbeitet haben. Das gehört auf jeden Fall hierher.
Konstruktiver wärst du, wenn du mal schreiben würdest, was passiert, wenn die Gefühle nach der Idealisierung weg sind. Verarbeiten hat ja auch mit Verständnis zu tun. Was passiert denn, wenn es zuviel wird, wenn man zwei Tage vorher gesagt bekommt, dass die Beziehung toll ist und gut tut. Natürlich sollst du auf dich achten. Auf jeden Fall. Diese Dynamik ist aber für Nichtbetroffene nicht nachzuvollziehen. Für BL wahrscheinlich auch nur schwer.

x 2 #56


Canis_Lupus
@Votava
Ich glaube nicht, dass ein Betroffener dir das so erklären kann, dass du es verstehst. Schlicht und ergreifend deswegen, weil dir die Gefühlswelt dafür fehlt. Ich kann dir nicht sagen, was mit den Gefühlen passiert, wenn die Idealisierung nicht mehr stattfindet. Ich werte nicht ab. Die Partnerin sitzt bei mir immer auf dem Thron und wenn die Bestätigung, die ich brauche, nicht kommt, muss ich so lange nachhaken, bis ich hab, was ich brauche. Mein Psychiater nennt das "sich selbst Blumen schenken"...weil ich es erbitten muss, bis ich es spüre/ihr glaube.
Vielleicht war ich wieder zu empfindlich und habe deine Worte falsch gedeutet - ich kann dieses „der böse, böse Borderliner" nämlich nicht mehr hören und dieses „Selbstbestrafung,Hilfe" ist mir sauer aufgestoßen und ich deutete es als respektlos oder auch als Angriff, denn ich tue das auch. Leider bin ich kein großer "Skill-Freund“. Es beruhigt mich einfach nicht und drückt nicht den Schmerz und die Verzweiflung in mir aus.
Wenn mir eine Situation zu viel wird und ich kann mich nicht zurückziehen, werde ich meist unhöflich, damit stoß ich mein Gegenüber vor den Kopf und sorge so dafür, dass man sich von mir abwendet. Ist der Druck zu groß und die Möglichkeit ist vorhanden, ist Selbstverletzung das Mittel der Wahl.
Ich kann hier nur von mir sprechen. Wie gesagt, der Charakter spielt da mit rein.

Ich entschuldige mich für meine falsche Deutung der Situation - nicht mein Tag heute...viele Flashbacks, die mir Geduld und Kraft rauben...glaub ich werde hier zum "Forenirren"...

x 4 #57


Votava
Ich habe mich nicht mit BL beschäftigt, damit ich einen Sündenbock habe. Das wäre Quatsch. Und ich glaube auch nicht, dass du irre bist. BL können ja nichts für ihre Störung. Das ist sehr bitter.
Und ja, bestimmt kann ich mir eine BL-Gefühlswelt nicht vorstellen. Ich habe es bei der ganzen Literatur und den Gesprächen versucht, aber es ist für einen Nichtbetroffenen gar nicht möglich. Und das kann man Nichtbetroffenen auch nicht vorwerfen. Ich wollte damals verstehen, was passiert ist. Ich hatte mich in der Idealisierungsphase sehr tief auf meine damalige Partnerin eingelassen. Die Beziehung lief so gut. So hat sie es auch gesagt und geschrieben. Dann irgendwann plötzlich der Bruch. Der war nicht zu erkennen und ich halte mich nicht für unsensibel. Aus heiterem Himmel. Dann wieder Annäherung, dann der nächste plötzliche Bruch. Dann habe ich den Kontakt abgebrochen.
Wenn du schreibst, dass ich deine Gefühle nicht nachvollziehen kann, dann stelle ich natürlich die Frage, ob du glaubst, die Gefühle von Nichtbetroffenen nachvollziehen zu können? Dieses impulsive Handeln, diese Gefühlsachterbahn, die Angst vor Nähe (obwohl man sich Nähe wünscht), dieses widersprüchliche Verhalten (die Diskrepanz zwischen Handeln und Sagen), das Herstellen von Distanz, obwohl die Beziehung gut läuft, usw. - all das kennen Nichtbetroffene in dem Ausmaß nicht oder besser: ich kannte es nicht. Das ist total widersprüchlich und dieses Urteil kann ich mir als Nichtbetroffener schon erlauben.
Zu sagen, dass sie die Beziehung schön findet und dass sie bei mir sein kann wie sie ist, um 2 Tage später die Beziehung in Schutt und Asche zu legen. Mit einer unglaublichen Kälte. Das war für meine Psyche damals zu viel. Und wenn bei Nichtbetroffenen Selbstbestrafung keine Rolle im Leben spielt, dann kann man es ja nicht zum Vorwurf machen.
Ich habe eine Art Mitgefühl entwickeln, was ich auch trotz Kontaktabbruch haben kann. Sie hat mich damals sehr stark verletzt, auch wenn es nicht ihr Ziel war, aber sie hat sehr verletztend gehandelt. BL ist ja ein total breites Spektrum. Ich habe mich lange damit auseinandergesetzt, was ihr davon bewusst ist. In ihrem Fall hat sie eine lange chaotische Beziehungsvergangenheit. Und da glaube ich schon, dass sie nach der x-ten zerstörten Beziehung weiß, was bei ihr läuft. Wenn mir immer wieder die Gefühle nach der Idealisierung wegbrechen, dann entsteht doch Bewusstsein. Bewusstsein, dass da ein Muster wirkt, was sie nicht steuern kann. Aber auch, dass sie Partner immer wieder verletzt. Das hat mich damals wütend gemacht. Und dann weiß ich das auch vor der nächsten Beziehung.
Heute bin ich da entspannter. Ich habe damals diese schmerzhafte Erfahrung gemacht, aber es ist wie es ist. Und ich glaube auch zu wissen, wie es bei ihr weitergeht. Allerdings ist das nicht mehr meine Baustelle.

x 1 #58


Canis_Lupus
@Votava
Zitat:
Ich habe mich nicht mit BL beschäftigt, damit ich einen Sündenbock habe. Das wäre Quatsch. Und ich glaube auch nicht, dass du irre bist. BL können ja nichts für ihre Störung.

Ich bin da einfach "ein wenig" empfindlich. Der Borderliner ist am Ende meist der Böse. Ich glaube, gestern hat sich hier wieder jemand äußerst empathielos (wenn nicht gar asozial) über Borderliner ausgelassen. Als ob ich mich für meinen erlebten Missbrauch entschuldigen müsste. Wenn du das nicht so siehst, ok, dann sage ich sorry und habe (mal wieder) überreagiert. In diesem Kontext komm ich mir dann aber vor wie der Irre. Es wäre das Beste, wenn ich still bin, wenn ich am Überlegen bin, ob ich Kritik äußern soll oder nicht...so langsam müsste ich das selbst wissen, denn wie ich auf bestimmtes reagiere, weiß ich ja. Aber wie du so richtig feststellst - das ist dann ein Impuls.
Zitat:
Und ja, bestimmt kann ich mir eine BL-Gefühlswelt nicht vorstellen. Ich habe es bei der ganzen Literatur und den Gesprächen versucht, aber es ist für einen Nichtbetroffenen gar nicht möglich. Und das kann man Nichtbetroffenen auch nicht vorwerfen.

Ich glaube, ich kann dir lediglich damit helfen, wenn ich sage, dass wir 9 Mal mehr fühlen als jemand, der nicht betroffen ist. Ich hatte hier vor kurzem erst ein Gespräch darüber, ich weiß aber nicht, ob das mein Thema war oder ein anderes. Vielleicht hilft es dir, die Theatralik zu verstehen bei diesem 9-fachen Multiplikator Das ist Wissen aus der DBT-Therapie.
Umgekehrt kann ich mir nicht vorstellen, 1/9 zu fühlen.
Zitat:
Ich hatte mich in der Idealisierungsphase sehr tief auf meine damalige Partnerin eingelassen. Die Beziehung lief so gut. So hat sie es auch gesagt und geschrieben. Dann irgendwann plötzlich der Bruch. Der war nicht zu erkennen und ich halte mich nicht für unsensibel. Aus heiterem Himmel.
Zu sagen, dass sie die Beziehung schön findet und dass sie bei mir sein kann wie sie ist, um 2 Tage später die Beziehung in Schutt und Asche zu legen. Mit einer unglaublichen Kälte.
Wenn mir immer wieder die Gefühle nach der Idealisierung wegbrechen, dann entsteht doch Bewusstsein. Bewusstsein, dass da ein Muster wirkt, was sie nicht steuern kann

Ich kann dir lediglich sagen, dass was passiert sein muss für sie. Das kommt nicht einfach so. Die Abwertung hat ein Grund. Vermutlich etwas, was für dich nicht wahrzunehmen war...und wenn du nur was gesagt hast, was ihr nicht gepasst hat. Das arbeitet dann in uns und die Gedanken werden schnell dunkler...und dann bricht es irgendwann aus. Ich habe schon schreckliche Angst, wenn der Emoji nicht zum Gesagten passt.
Zitat:
die Angst vor Nähe (obwohl man sich Nähe wünscht), dieses widersprüchliche Verhalten

Dazu kann ich leider nichts sagen. Das ist bei mir nicht so...oder vielleicht auch Gott sei Dank Ich habe das auch nicht mit den häufig wechselnden Geschlechtspartnern. Meine Beziehungen gingen immer über Jahre und Treue und Loyalität sind mir das Wichtigste Ich habe von den 9 Indikatoren 8.


Du darfst aber, wie gesagt, nicht nur die Störung sehen. Der Charakter spielt in die Diagnose rein. Und was du eben nicht vergessen darfst - es gibt auch Menschen, die einfach schlecht sind.
Viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich kenne sie nicht. Ich bin anders als sie und ich kann nur sagen, was bei mir defekt ist.

x 4 #59


Votava
@Canis_Lupus Selbstverständlich musst du dich nicht für das entschuldigen, was dir angetan wurde. Ich glaube, es ist eine ganz schwere Last, die BL da zu tragen haben. Und die daraus resultierenden Folgen und Symptome sind ganz bitter.
Jetzt treffen diese Symptome auf jemanden, der gesund ist oder aber auch schon Probleme mit sich hat. Dann werden beide Seiten destabilisiert und verlieren beide.
Ich habe diese 9mal größeren Gefühle bei BL häufig genug gelesen und das ist schwer vorzustellen. Aber andere Menschen (Nichtbetroffene) haben auch Gefühle. Und auch wenn diese nicht so bestimmend (und wechselhaft und chaotisch) sind wie bei BL sind sie da. Ich mag meine Gefühle sehr. Und zwar die ganze Palette meiner Emotionen. Dieses wurden in meinem Fall mit Füßen getreten. Auch Werte wie Ehrlichkeit, Selbstbestimmung, Vertrauen und Authentizität werden missachtet. Das ist nicht ok. Ich erkenne das Leid der BL an, aber das berechtigt nicht dazu andere Menschen zu verletzen. Das passiert natürlich auch im gesunden Kontext, aber bei BL ist es strukturell angelegt. Dass es diese Probleme mit Nähe, Selbstwert, Vertrauen und Impulsen gibt, ist den BL glaube ich auch bekannt (wenn diese Punkte zu ihrer Symptomatk dazugehören und sie die Problematik in x Beziehungen hatten). Dann ist es wirklich sehr fies mit diesem "Wissen" in die nächste Beziehung zu gehen und das nicht zu thematisieren. Ich kann die Sehnsucht und den Wunsch der BL verstehen, aber die stehen nicht über der gesundheitlichen Verfassung des Partners. Das ist dann verantwortungslos.
Die Grenze zum Charakter ist fließend, aber BL ist keine Charakterschwäche. Es ist eine strukturelle Störung, das ist etwas ganz anderes.
Ich kann gar nicht klar beantworten, ob ich mich damals gegen sie entschieden hätte, wenn sie mir erzählt hätte, dass sie mit den o.g. Themen große Probleme hat. Heute würde ich mit meinem Wissen und der Erfahrung eine solche Beziehung nicht mehr eingehen. Insbesondere dann nicht, wenn wie bei meiner Ex-Partnerin ein genereller Therapeuten-Frust bestand.
Das du Therapie (DBT) gemacht hast finde ich super. Hat sie dir geholfen?

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