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Borderline-Beziehung im Rückblick

Canis_Lupus
@Scheol
Zitat:
Maybach100
Zitat:Schaut euch doch nur mal an wie Borderliner sich selber in sozial Media hinstellen. Immer als das Opfer und ihrer Vergangenheit.

Findest du als Kind emotional oder körperlich missbraucht zu werden besonders erstrebenswert ?


Danke, dass du auf diese asoziale Äußerung eingegangen bist. Ich hab diesen empathielosen Schund gestern Abend gelesen und musste mich brutal zusammenreißen, das nicht zu kommentieren...das hätte nur Streit gegeben, in den ich mich sinnloserweise hineingesteigert hätte...

x 1 #31


Scheol
@Votava
Zitat:
Zumindest die Meinung von Ärzten mit 30 Jahren Berufserfahrung zum Thema Borderline. Die Psychologin hat ca. 20 Jahre Berufserfahrung zu diesem Thema.

Und nimmt die Komplexe PTBS nicht weil es nicht im ICD 10 steht.

Zitat:
Leider führt dieses Thema in die falsche Richtung. Es ging mir um das Sammeln von Bewältigungsstrategien für Menschen, die eine Borderline (auch wenn nicht diagnostiziert)-Beziehung hinter sich haben. Nicht mehr und nicht weniger.

Na was haben den deine Fachärzte dazu gesagt , was ein Opfer einer toxischen Beziehung machen soll ?

Ich will dich hier nun nicht ärgern.

Aber wenn eine mir bekannte Person vor mir steht die das eine oder das andere als Freundin länger hatte , sollte bei dem Fachpersonal schon die Alarmglocken angehen.

a) brauche eine Person die mit einer BPS zusammen war , eine ähnliche Therapie um die Anteile wieder weg zu bekommen. Sagte man früher. Ich persönlich denke inzwischen das hier was anderes gemeint ist.

b) durch solch toxische Beziehung kann eine Person eine komplexe PTBS entwickeln oder Multitrauma und es bedarf einer Traumatherapie.

Wenn diese Fachleute , das ansatzweise bei dir noch nichtmal in Erwägung gezogen haben , frage ich mich warum nicht ?

Fachleuten sehen solch Beziehungen oft nur als schwere Trennung an, und nicht mehr. Sie unterschätzen völlig die Auswirkungen.

x 2 #32


A


Borderline-Beziehung im Rückblick

x 3


Worrior
Erkenne oder höre ich etwas von psychischen Auffälligkeiten oder Erkrankungen und aktuellem Teherapiebedarf, wird es einfach keine Beziehung geben.
Nicht weil ich diese Menschen abwerte oder als minderwertig empfinde sondern weil ich damit nicht umgehen möchte und es auch nicht kann.
Menschen mit solchen Auffälligkeiten outen sich mitunter schon zu Anfang, warum dann trotzdem andere darauf eingehen, helfen, heilen und retten wollen ist mir unbegreiflich.
Dafür gibt es Fachärzte.

x 2 #33


PapaEmeritus
@Scheol

Hier wird immer geraten, sich Therapeuten zu suchen, die in ihrer Biografie Erfahrung mit der Behandlung von Opfern solcher Beziehungen aufweisen.

x 1 #34


Votava
@Scheol Ärgern kannst du mich nicht. Du hast insofern recht, dass es tiefe Spuren bei den Partnern hinterlässt. Bei mir war es eine mittelgeradige Depression. Daran habe ich hart gearbeitet und sie ist Geschichte. Keine Medikamente mehr. keine Therapie mehr, mir geht es gut.
Gleichwohl interessiert mich das Thema ab und zu noch. Mich würde interessieren wie lange ihr in vergleichbaren Situationen für die Verarbeitung gebraucht habt (ja,ja ist höchst individuell) und was euch geholfen hat.
Völlig unabhängig davon, was jeder/jede in seinen/ihrem Fall annimmt.

x 1 #35


PapaEmeritus
@Votava

Mich würde tatsächlich interessieren, wie lange du für die Verarbeitung gebraucht hast?

x 2 #36


Scheol
Zitat von Votava:
@Scheol Ärgern kannst du mich nicht. Du hast insofern recht, dass es tiefe Spuren bei den Partnern hinterlässt. Bei mir war es eine mittelgeradige Depression. Daran habe ich hart gearbeitet und sie ist Geschichte. Keine Medikamente mehr. keine Therapie mehr, mir geht es gut. Gleichwohl interessiert mich das Thema ab ...

Es gibt die Diagnose als Einzeldiagnose, und es gibt die Depression nach traumatische Erfahrung und die wird nicht oft erkannt,


ich hatte mal im NPS Thema gefragt , und da war die Antwort meist um die 1-3 Jahre.

Problem ist nur , das ein Trauma z.b. meist erst nach 1-3 Jahren hoch kommt weil der Deckel einem dann um die Ohren fliegt,

es kann sein das die Person denkt es überstanden zu haben , dabei ploppt es irgendwann erst hoch.

x 1 #37


Votava
@PapaEmeritus Es hat bei mir etwas länger als ein Jahr gebraucht. Dann habe ich meinen Frieden damit gefunden. Das ging damals nicht von einem Tag auf den anderen, sondern in kleinen Schritten bis ich gemerkt habe, dass ich wieder frei bin. Das war ziemlich schön, dass bei mir zu fühlen. Mittlerweile leite ich selber eine Selbsthilfegruppe zum Thema Depressionen. Psychologie finde ich einfach spannend. Es betrifft jeden Menschen. Und wenn sie noch so stabil sind, gibt es auch dafür Gründe. Und für den umgekehrten Weg natürlich auch.
Deshalb hatte ich die Hoffnung, hier ein paar Bewältigungsstrategien zu sammeln. Bisher habe ich da leider wenig Konstruktives gelesen.

x 2 #38


PapaEmeritus
@Votava

Direkte Bewältigungsstrategien sind wahrscheinlich immer bisl schwierig zu benennen. Ich hatte Ende 20 mal eine depressive Phase inkl. Therapie und teilstationärem Aufenthalt. Ich hatte in meinem Vater aber ein schlechtes Vorbild, und hatte mir damals schnell Hilfe gesucht, wodurch vom ersten Gang zum Arzt bis zum Wiedereintritt auf Arbeit so ca. 7-8 Monate vergangen waren. Es war aber schon eher wieder besser, ich hatte durch die Depression aber meinen Job verloren und musste mir was neues suchen.
In der momentanen Trennungssituation bin ich jetzt im 7. Monat, und ja, es ist grundsätzlich ganz okay.

x 1 #39


Winza
Zitat von Maybach100:
Das Problem unserer Gedanken sind, das Borderliner als Opfer ihrer selbst gesehen und damit Mitleid suggeriert wird. Der Narzisst, Psychopath, Soziopath usw hingegen als Monster. In meinen Augen sind alles Täter wenn nicht therapiert.

Hui.
Woher kommt diese Einstellung?
Selbst mal sowas erlebt?

Zitat von Maybach100:
Und bitte kommt jetzt nicht, dass es Unterschiede gibt

Woher weisst du das?

#40


Votava
@PapaEmeritus Ich musste mir damals auch Hilfe suchen. Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Glücklicherweise habe ich eine tolle Therapeutin gefunden, die mir gut helfen konnte. Dann war der Austausch in Foren manchmal gut und ich habe viel dazu gelesen. Es gibt einige sehr gute Bücher zum Thema Borderline. Es war damals als wenn ich das Drehbuch zu der Beziehung lese. Allerdings erst nach dem Film 😉
Mein Umfeld hat mich auch stabilisiert. Das ist heute noch toll. Aber wie gesagt, es ging in kleinen Schritten, bis ich es verarbeitet habe. Das war mein Weg, aber ich glaube, dass solche Wege ganz individuell sind, weshalb mich eure interessieren würden.

x 2 #41


PapaEmeritus
@Votava

Ich bin ja kein Arzt und erstelle deswegen auch keine Diagnose. Ich hatte mit jemandem zu tun, der genau das Verhalten aufgewiesen hat, was man im Lehrbuch unter Narzissmus findet. Ich werde nie sagen, dass die das war, es ist mir inzwischen auch egal, mir ging es immer nur um das Verhalten. Wirkliche Strategien hab ich nicht gehabt, vielleicht nur, dass ich irgendwann aufgehört hab, zu versuchen etwas zu erreichen, und die radikale Akzeptanz, dessen, was die Realität ist. Ich hatte in den ersten Wochen, nachdem ich weg war, ziemlich mit Flashbacks zu kämpfen, das war absolut verstörend. Dann hatte ich einige Wochen ne fast schon existenzielle Wut, die mich auch jetzt noch ab und zu mal überkommt. Ich kann nicht mal sagen, mit was ich am meisten zu kämpfen hatte, vielleicht mit dem Bruch im Verhalten, als ich mich nicht mehr hab kontrollieren lassen. Das war, wie als hätte ich von einer Sekunde auf die andere nen anderen Menschen vor mir. Ich hab mich natürlich auch hinterfragt, und mir ist definitiv meine Gutgläubigkeit und der Fakt, dass ich zu lange den benefit of the doubt gegeben habe, zum Verhängnis geworden. Ich hab viele Dinge zu lange versucht, positiv umzudeuten. Aber selbst wenn ich das nicht gemacht hätte, wäre mir der emotionale und psychische Schaden wahrscheinlich nicht erspart geblieben gewesen. Diese menschliche Enttäuschung ist auch sehr hart. Nicht mal unbedingt die emotionale, ich hab den Menschen ja nicht nur geliebt, sondern auch wirklich gern gehabt. Bin da gewesen, hab zugehört, hab versucht bei Problemen zu helfen. Und dann wird man in eine Art emotionale Geiselhaft genommen. Man bekommt nur Nähe und Zuwendung, wenn man sich an Regeln hält, die man nicht kennt. Auch wenn manche Dinge so absurd und grotesk waren, dass ich manchmal schon drüber lachen kann, bleibt es ein harter Kampf.

x 2 #42


Votava
@PapaEmeritus Jep, das kenne ich auch alles. Sie hat damals zweimal Schluss gemacht. Bei beiden "Gesprächen" (es war eigentlich jeweils eine Urteilsverkündung) hatte ich einen anderen Menschen vor mir. Alles völlig widersprüchlich. Ihr Sagen und Handeln. Und diese Kälte und Härte waren gruselig. Dann habe ich sie zufällig ein paar Wochen später danach in der Stadt getroffen. Wir haben dann vereinbart nochmal zu reden. Mein Therapeutin hat mir jedoch dringend davon abgeraten und hat diese on/off-Thematik sofort erkannt. Ich habe ihr dann abgesagt und den Kontakt komplett abgesprochen. Was sollte das auch bringen. Die Zeit danach war hart. Wut, Trauer, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, blabla. Da war sie dann, die Depression.
Suzana Pavic hat dazu mal gesagt, dass man dann eine Reise macht, die man nicht gebucht hat. Aber diese Reise war bei mir irgendwann vorbei. Heute würde ich - glaube ich zumindest - sehr schnell eine Idealisierungsphase erkennen. Traurig war ich damals auch, weil ich nicht nur meine Freundin verloren hatte, sondern sie auch als Mensch. Aber es gibt Situationen im Leben, da geht es einfach nicht anders. So wie ich mit einem Einbeinigen nicht joggen kann (wenn er sich keine orthopädische Hilfe holt), so ist eine Beziehung mit einer untherapierten Borderlinerin m.E. nicht möglich. Das zu akzeptieren, hat sein Zeit gebracht. Im Rückblick auf die Zeit bin ich manchmal noch irritiert und vermutlich wird das auch bleiben. Es tut nicht mehr weh, aber ich habe in meinem Leben noch nie etwas so Widersprüchliches erlebt. Es war total absurd. Aber so ist es manchmal im Leben. Mein damaliger Achtsamkeitscoach (mit 10 Jahren Berufserfahrung mit BL) sagte damals, "Liebe geht aus Liebe nicht". Diese Nuss zu schlucken, war ziemlich bitter. Aber mir war damals auch klar, dass ich auf keinen Fall verbittern will. Und das bin ich auch nicht. Heute hat es einfach kein Gewicht mehr, was mich runterziehen könnte. Das finde ich äußerst cool. Als ich irgendwann erkannt habe, dass es mir wieder gut geht, war das richtig gut. Was für ein gutes Gefühl.

x 3 #43


PapaEmeritus
@Votava

Klingt sehr gut. Ich freu mich immer, solche Geschichten zu hören, und hoffe, dass ich das irgendwann auch mal so beschreiben kann.
Ich hatte 1 mal den Kontakt abgebrochen, und wusste zu dem Zeitpunkt schon bis zu einem gewissen Maß was abläuft und dass ich mit diesem Hoovering rechnen musste. Und es kam dann tatsächlich so. Man hätte die Uhr danach stellen können. Trotzdem hat noch ein Teil in mir geglaubt, dass jetzt alles wieder gut wird, ich konnte den Teil auch nicht abstellen. Und ich wurde bitter enttäuscht, andererseits aber auch bestätigt. Ich hab damals bis zu einem gewissen Maß die Kälte hinter den netten Worten gespürt, und das war für mich ein Schock, von dem ich mich zugegebenermaßen bis heute noch nicht komplett erholt habe.

x 2 #44


Votava
@PapaEmeritus Hast du denn heute noch Kontakt. Ich glaube, wenn ich sie im ersten Jahr immer wieder gesehen und gesprochen hätte, wäre es noch schwieriger geworden (was eigentlich kaum geht). Mein Nervensystem musste sich regelrecht beruhigen. Die Hormone mussten wieder ins Gleichgewicht. Mit ihr wäre das unmöglich gewesen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, bist du nochmal für eine zweite Runde in den Ring gestiegen. Das ist sehr hart. Es ändert sich nicht, sondern destabilisiert dich immer mehr. Meine Strategie "Kontaktabbruch" war für mich hart, aber richtig.

x 3 #45


A


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