Zitat von unregistriert: Was war das für ein Mann?
Puh, das würde hier jetzt den Rahmen sprengen, ich versuch's mal kurz - aber er erfüllt wirklich alle Kriterien eines typischen BL.
Als ich ihn kennengelernt habe war mir BL komplett fremd, das heißt ich war das perfekte Opfer.
Ich war komplett geflasht von ihm, weil alles so perfekt passte (spiegeln). Dass er so jemanden wie mich noch trifft, hätte er nie gedacht, er wollte 24/7 mit mir zusammen sein (LoveBombing). Nach einem halben Jahr sind wir zusammen gezogen - für mich eigentlich irgendwie noch zu früh, aber er wollte unbedingt ein Haus für uns, was er dann schnell gefunden hatte (Future Faking).
Sein BL resultiert ziemlich sicher aus seinem toxischen Elternhaus, Vater Narzisst wie er im Buche steht, die ganze Familie sowas von falsch und intrigant, das kann man sich nicht ausdenken, was da abgegangen ist. Je nachdem war er mal das "goldene" Kind, dann wieder die Schwester, alle wurden gegeneinander ausgespielt.
Wenn er streiten wollte, dann gab es Streit. Natürlich final mit Beenden der Beziehung. Ich saß dann immer komplett fertig da und er ist dann in aller Seelenruhe schlafen gegangen und hat am nächsten Morgen so getan, als ob nichts gewesen wäre.
Zur Krönung war dann eigentlich ich immer Schuld am Streit. Schuldumkehr vom Feinsten, Beispiel: war ja klar, immer zum Anfang der Ferien gibt's hier Streß (er war Lehrer).
Je nachdem mit wem wir zusammen waren war er ein komplett anderer Mensch, wie ein Chamäleon. Und er war super hilfsbereit - anderen, nicht mir gegenüber. Ich habe z.B. mehrere Wochenenden mit einer Freundin das ganze Wohnzimmer tapeziert, danach noch den Flur gestrichen - er hat sich mit Rückenschmerzen rausgeredet. Zwei Tage später bietet er einer Freundin von ihm an, ihr beim Renovieren zu helfen...
Heiss/kalt, schwarz/weiss. Dazwischen gab es nichts. Eine Unterhaltung war für ihn eine Diskussion, eine Diskussion schon Streit und Streit quasi Kriegserklärung.
Bei der Trennung war sein Ziel mich komplett zu zerstören. Ich war nur noch ein Wrack, ein Zombie, der irgendwie funktioniert und alles über die Bühne gebracht hat. Und auch an einem Tag an der Schnellstraße stand und dachte: nur ein Schritt.... Ich war einfach nicht mehr ich selbst. Komplett ausgesaugt und leer.
Ich weiß ehrlich gesagt bis heute nicht, wie ich das alles dann überhaupt geschafft habe. Ich hatte fast keine Hilfe, mußte alles allein wuppen. Aber ich habe es geschafft! Der Phönix aus der Asche. Okay, da muß noch ein wenig Staub von den Federn, aber bin fast wieder da ;p
Berechtigte Frage warum man oder in dem Fall ich das so lange mitgemacht habe? Im Nachhinein kann ich das eigentlich auch nur mit der Dynamik erklären, die eben die Sucht auslöst. Es kam ja wie schon öfter hier erwähnt alles ganz schleichend. Und immer wenn er merkte, dass ich auf dem Absprung bin wurde er wieder zu dem, den ich kennen- und lieben gelernt habe (so für zwei Wochen oder so...)
Kurz vor unserer (traumatischen) Trennung hat er vor mir gekniet und mich angebettelt ihn nicht zu verlassen, um mich danach aber auch wieder kackfrech anzulügen (Es lag zusätzlich auch noch eine Alk. und Medikamentenabhängigkeit vor).
Menschen waren ihm letztendlich völlig egal, das war immer eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Er kannte eigentlich keine Geburtsdaten, hat sich nie mal tiefergehende Gedanken über Geschenke gemacht. Und wie schnell ich austauschbar bin, hat sich nach der Trennung ja auch innerhalb von Tagen gezeigt.
Das Ganze ist jetzt 5 Jahre her und es gibt immer noch Momente wo mich etwas triggert.