Guten Morgen @Pascal90
Ich hoffe du hast noch gut geschlafen.
Es ist ja auch hier (beim Schlaf) das schöne, dass Qualität mehr bringt als Quantität
Zitat von Pascal90:Warum man sich nach Menschen sehnt die einen verletzen.
Das ist wie partner die geschlagen werden aber nicht gehen können.
Liegt alles in der Kindheit.
Genau da forsche ich auch...
Manche meinen ja, man solle sich gar nicht so intensiv mit dem Thema Borderline auseinandersetzen, da man so im Grunde weiter mit dem/der Ex verbunden bleibt.
Ja, ist bestimmt richtig und würde ich gerne so handhaben, aber wie soll ich dann an mich selbst rankommen, wenn mir genau diese Beziehung so viel aufgezeigt haben könnte.
Ich schreibe da mal bewusst "könnte", da ich mir langsam nichtmehr sicher bin, dass meine Bedürfnisse und mein Verhalten denn so ungewöhnlich waren/sind.
Ich glaube, dass wenn wir vor verlieben, wir einfach erstmal zu vielem bereit sind.
Vielleicht liegt das auch an einer gesellschaftlichen Prägung, da wir als Männer die Prinzessin retten, ihr die Welt zu Füßen legen und heute einfach der perfekte Mann sein sollen.
Manche machen das, glaube ich, um ihr bestes Bild zunächst zu zeigen und ohne dabei bewusst Kompromisse einzugehen um ein gemeinsames Leben leben zu können.
Das sind dann die Kandidaten, die dann irgendwann so ganz anders werden und lieber mit den Kumpels Fußball schauen oder so.
Geht man aber offen und bewusst in eine Beziehung, weiß man wo man Kompromisse eingeht, wo eigene Bedürfnisse liegen und wo eigene Grenzen sind.
Kommen jetzt wir, die bewussten Beziehungstypen an einen Menschen mit BL, ist es so ähnlich wie mit dem Typen mit dem Fußball, nur mit dem Unterschied, dass der/die Partner/in viel stärker schwankt und in den positiven Phasen selbst glaubt, dass er/sie die Beziehung so will, wo hingegen der mit dem Fußball tatsächlich lieber gerade mit den Kumpels Fußball schauen möchte.
Ich glaube man spürt das auch einfach und könnte zu dem mit dem Fußball dann einfach auch sagen "Hey dann geh lieber Fußball schauen, bevor du mir den Tag versaust" oder "Wenn dir unsere Beziehung nicht so wichtig ist wie Fußball schauen, dann lassen wir es".
Da aber der Partner mit BL in dem Augenblick selbst daran glaubt, wir das spüren und uns darüber freuen, wundern wir uns dann, wenn man zB gerade diesen Ausflug macht, plötzlich die Stimmung kippt.
Ich habe genau das erlebt und gerade mit dem hier schreiben und sich austauschen komme ich dem immer mehr auf die Spur.
Das mit dem Fußball kam mir übrigens auch gerade erst.
Ich habe zB mit meiner Ex einen Ausflug in die Berge gemacht. Für mich war der Berg ein Kompromiss, da es nicht wirklich ein Berg für mich war. Ich konnte mich aber darauf einlassen und habe den Tag trotzdem mit ihr genossen.
Als wir am "Gipfel" (sorry bei einem Grashügel ..."Berg"..) ankamen hatten wir richtg Spaß und haben beim Selfie machen viel gelacht.
Als wir fünf Minuten später "absteigen" kippte plötzlich ihre Stimmung total.
Sie war total in sich gekehrt, eher gedruckte Stimmung und hat geschwiegen.
Ein nachfragen von mir, ob alles ok ist, hat zum üblichen Streit geführt. Zwar nur kurz, aber der Spaß von davor war erstmal weg.
So, also warum also machen wir das mit?
Liegt es tatsächlich an unserer Kindheit (meine war nicht schlecht, nur Schule und Hausaufgaben habe ich nicht wirklich gemocht)?
Oder sind wir eigentlich nur normale Menschen, die vielleicht etwas bewusster sind?
Sind wir bewusster, weil wir eigentlich ein Problem haben?
Ich weiß es nicht, aber ich komme langsam zu dem Punkt, dass mir mein selbst hinterfragen zu den Ohren rauskommt.
Wenn wir bewusst sind, haben wir das doch schon in der Beziehung zu genüge getan.
Ist dann nicht eher das Suchen nach eigenen Anteilen langsam das Problem?
Ich glaube inzwischen, dass man nicht unbedingt einen Therapeuten braucht der nach den eigen Anteilen sucht, sondern jemand der einem wieder die Sicherheit zurückgibt, dass die diene Wahrnehmung gar nicht so falsch war und einem eher das Verständnis für einen selbst, die Dynamik in so einer Beziehung und die Menschen die an BL leiden gibt
Verunsichert wurden wir nämlich genug.