Garamond
Gast
Sie konnte nicht glauben was er auf ihre Frage antwortete und fiel in eine innerliche Starre, welche nur noch beherrscht war von Demütigung, Kränkung und verlorenem Vertrauen.
Es war, als lebte sie außerhalb ihres Körpers, als wäre sie betäubt aber sich dennoch ständig des Schmerzes in ihrem Herzen, ihren Knochen, ihrem Kopf bewusst. Und sie war so müde ...
Sie schlang die Arme um sich und kämpfte gegen die Tränen. Sie war viel zu stolz, um ihm in jenem Moment zu zeigen wie sie sich wirklich fühlte. Verloren und einsam. Der Schmerz war so heftig, dass es weh tat wenn sie Luft holen wollte. Ihr Puls raste und ihr Atem ging viel zu schnell. In ihrem Kopf herrschte nur noch Chaos und sie bemühte sich krampfhaft einen klaren Gedanken zu fassen. Sie fror erbärmlich.
In ihrem Herzen tobte ein Sturm voller Hass und Liebe, jedoch wollten die befreienden Tränen ihr keinen Raum geben und so blieb auch ihr Mund stumm.
Die Reaktion
Er war so erleichtert über ihre Frage, dass er in seiner Hilflosigkeit durch ihr Herz trampelte, ohne überhaupt darüber nachzudenken, welche Spuren der Verwüstung er hinterlassen würde. Er sah sie mit seinen großen Augen an und bettelte stumm um ihre Zustimmung das Bündnis zu lösen. Denn er hatte zehn Jahre seines Lebens damit verbracht ihr weh zu tun, indem er mit ihr zusammen blieb, ohne sich jemals wirklich für sie zu entscheiden .... und sie hatte es zugelassen.
Über seine Gefühle konnte er nicht reden, wollte sie nicht noch mehr verletzen, war nur erleichtert über ihr Angebot zu gehen. Denn sie wusste schon längst, dass sein Herz für eine andere schlug.
Anfangs hatte er sie geliebt, wirklich geliebt.