Guten Morgen ihr Lieben und vielen, vielen Dank für die vielen netten, ehrlichen und aufbauenden Worte und dass hier plötzlich so viele von euch Anteil nehmen!
💕💕💕Hier hat sich so viel getan, ich glaube ich krieg das mit dem Zitieren nicht mehr hin.
😉 Aber ich versuche mal so mein Bestes...
Die Nacht war gemischt. Erst konnte ich nicht einschlafen, dann ging es, zwischendrin aufgewacht, nochmals realisiert, geheult, dann weiter geschlafen. Nu ja. Zurzeit hält mich die Wut darauf was er gerade abzieht aufrecht. Ich hoffe, die Wut gewinnt langsam oberhand und die Stiche werden immer kleiner.
Eins zur Klarstellung: Doch, mir ist voll bewusst, dass er wirklich krank ist. Tatsächlich halte ich seine Depri auch nicht, wie jemand schrieb, für aufgesetzt. Denn die Anfänge hatten wir ja schon vor 5 Jahren. Und ich habe ihn seit Januar hier in wirklich schlimmen Zuständen erlebt. Er weiß, dass er krank ist und hat ja begonnen sich Hilfe zu suchen. Hatte Beratungsgespräche, einen Psychiatertermin im Mai etc. Ganz so blind gehen wir nicht mit der Sache um. Und er möchte unbedingt gesund sein, wenn das Baby kommt. Soweit, so löblich. Zurzeit traue ich ihm aber auch alles zu, z.B. auch, dass er keine Hilfe mehr annimmt, weil er meint seine Neue hätte ihn wundergeheilt, es gehe ihm ja wieder gut. Und dann beginnt der Kreislauf von vorne, da wünsche ich ihr schonmal viel Spass.
Übrigens kamen die wirklich tiefen Deprilöcher immer, wenn ich ihn direkt auf seine Affäre angesprochen habe. Das fand ich schon immer sehr praktisch und auch wenig glaubhaft. Tatsächlich hat er mir das bei unserem Trennungsgespräch ja quasi vorgeworfen: Ich hätte schon wieder gebohrt und ihn in die Krise gestürzt, ICH würde es in Kauf nehmen, dass es IHM schlecht geht nur damit ich Bohren kann. Heute Morgen kann ich da schon drüber lachen. Irre wie der im Moment so die Welt sieht ... Und deswegen finde ich auch, dass die Depression nicht oder nicht nur vorgeschoben ist. Er hat ein total verschobenes Bild von sich und von den Tatsachen, egal in welche Richtung. Er fühlt sich in seinem eigenen Ich und Leben nicht mehr wohl und das gepaart mit Hormonen ... Ich erkenne ihn nicht wieder, in jeglicher Hinsicht. Würde mich auch nicht wundern, wenn er insgeheim der Meinung ist, dass ICH ihn erst in diese Situation gestürzt habe in der er sich selber nicht mehr helfen kann und nun Fremdhilfe braucht.
Und ja, ich möchte das Kind. Ich könnte mir das nicht verzeihen. Nicht, weil ich unbedingt mit ihm verbunden bleiben will. Das war ja eher der schlimmste Gedanke daran aus den von euch genannten Gründen.
Und warum ich das so mitgemacht habe: Ja, ich war viel zu gutgläubig und gutmütig. Ich fand die Art wie wir das besprochen haben, wie ehrlich er plötzlich (zumindest in Bezug auf uns
😇😉) war total glaubwürdig. Ich habe nicht daran gezweifelt, dass er das alles Ernst meint. Und ich wusste ja selbst wie schnell man sich in jemand anderes vergucken kann; ich habe es damals nur anders gelöst. Und das Liebesleben war ein Thema, das uns beide beschäftigt hat und das in dem Moment richtig wieder angefeuert wurde, muss ich zugeben.
Die ganze Wahrheit und das Ausmaß kam erst scheibchenweise, über den Verlauf von Wochen ans Licht. Da war ich auch wirklich blauäugig, weil ich von ihm nie erwartet hätte mich so zu hintergehen. Ich bin auf vieles einfach erstmal nicht gekommen.
Wir sind übrigens nicht verheiratet. Ob ich jetzt direkt die Schlösser austauschen würde ... das geht mir vielleicht doch zu weit. VIelleicht ist das wieder zu gutmütig, keine Ahnung. Irgendwie denke ich mir so: Ich muss ja nicht genauso ein Ar*** sein wie er, ich kann das besser. Und ich erwarte auch nicht das absolut schlimmste. Ich meine, was soll er machen? Seine ganzen Platten rausräumen? Bitte, dann muss ich das nicht. Darf eh nicht schwer tragen.
😂 Unsere Konten waren schon immer getrennt. Gespartes, was hier rumliegt, ist eh seins. Das meiste unserer Sachen kann er auch gerne haben.
Ich versuche auch trotz Wut oder Trauer und Enttäuschung relativ neutral auf manche Dinge zu blicken und nicht gleich kopflos zu reagieren. Sonst hätte ich gestern wahrscheinlich versucht ihren Noch-Ehemann zu kontaktieren, ohne zu wissen warum ... einfach weil ich das Gefühl hatte was tun zu müssen.

Ihr Mann tut mir auch total leid, unbekannterweise. Obwohl ich mit mir selbst genug zu tun habe.
Tatächlich habe ich mir viel Gefallen lassen und die Grenze erst vor drei Wochen oder so klar gesetzt. Ich glaube, ich hatte immer ein bisschen Angst vor den Konsequenzen, weil sie mir ja eigentlich schon klar wahren. Ich wollte selbst auch nicht Schluss machen, weil ich ihm den Gefallen nicht tun wollte sich wieder mal Drücken zu können vor der Verantwortung.
Ich bin generell sehr genügsam und ertrage viel. Nicht, dass das eine gute Eigenschaft ist. Aber ab einem bestimmten Punkt lerne selbst ich und erwache aus der Schockstarre.
😉 Schön, dass ich mich so reflektiert lese und wirke als schaffe ich das auch gut alleine. Das baut mich auf. Es fühlt sich aber garnicht so an und in meinem Kopf ist totales Chaos. Aber es gibt mir Hoffnung.
Nochmals tausend Dank!