121

Darf ich hier mitmachen?

Jetti

Jetti


679
960
Zitat von Ampelmännchen:
Und sie kann nur erwachsen wenn man die große Liebe in sich, zu sich selbst trägt.

Warum nur dann?
Ich tue mich schwer damit, mich selbst zu lieben. Und bin damit also der Liebe zu einem anderen Menschen nur bedingt fähig?
Dieses Aussage ist nicht neu für mich, aber vollkommen begriffen habe ich sie noch nie so recht.

Wo ich zustimmen kann, da ich es selbst erlebte, ist das sich abhängig machen von einer anderen Person. Besser gesagt, als ich so verliebt war, da war ich mir plötzlich selbst so viel mehr wert. (das schrieb ich schon mehrfach, sorry)

Aber wäre das damals nicht eine unglückliche Verliebtheit gewesen, sondern eine gegenseitige Liebe, dann hätte eine Beziehung doch eine Chanche gehabt. Auch ohne die tiefe Selbstliebe meinerseits.

Wo liegt da mein Denkfehler?

25.05.2022 18:26 • #46


maggy17


70
2
143
Keiner hat hier irgendwelche Denkfehler. Jeder sieht das Thema Liebe und Beziehung eben anders. Und jeder geht mit Krisen anders um. Ich finde den Austausch darüber bereichernd, auch wenn ich aufgrund meiner eigenen Erfahrungen eben meine vielleicht sehr spezielle Meinung dazu habe. Es liegt mir jedoch fern, den Umgang anderer mit Trennungsschmerzen, egal welcher Art, zu bewerten oder gar abzuwerten. Wenn das so rüber gekommen ist, tut es mir leid.

25.05.2022 18:35 • x 2 #47



Darf ich hier mitmachen?

x 3


Ayaka

Ayaka


1879
2
4087
also ich weiß nicht - man braucht Schmerz und Leid um zu wissen, dass man lebt... Klingt ein bissi viel nach Drama

da bin dann doch eigentlich ganz froh, dass ich da happy und zufrieden mit einem einfachen Leben auf dem Planeten Langeweile sitz. Wer will ist herzlich Willkommen, gibt auch Kaffee und Kuchen.

25.05.2022 19:06 • x 6 #48


maggy17


70
2
143
Oh je! Da habe ich wohl wirklich zu weit ausgeholt. Aber vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Krisen zum Leben gehören? Und wenn es gut läuft, kann man daran wachsen. Klingt es so besser für euch?

25.05.2022 19:24 • x 1 #49


Ampelmännchen

Ampelmännchen


840
1
1816
Zitat von Jetti:
Und bin damit also der Liebe zu einem anderen Menschen nur bedingt fähig?


Zitat von Jetti:
Besser gesagt, als ich so verliebt war, da war ich mir plötzlich selbst so viel mehr wert

Nun, ich denke die große Liebe zu einem anderen Menschen ist bedingungslos. Du gibst, um des Gebens willen und hast keine Erwartungen. Du verknüpfst keinen Vorteil für dich dadurch. Du bist einfach selbstlos.
Gleichzeitig weißt du aber auch, dass dir das gleiche Recht zusteht weil du es einfach wert bist. Stichwort: Augenhöhe!
Wenn du dich durch die Liebe eines anderen erst selbst mehr liebst, dann bringst du etwas in die Beziehung mit ein um Deinetwillen. Was aber ist wenn die Liebe des anderen weniger wird? Oder du das Gefühl hast, nicht mehr so sehr geliebt zu sein?
Du fühlst dich plötzlich weniger wert und was machst du dann? Du bringst dich vermutlich mehr ein weil du eine Erwartung hast und machst dich damit noch abhängiger. Eventuell gibst du dich auch immer mehr auf.
Ohne genug Selbstliebe wirst du wahrscheinlich auch Schwierigkeiten haben die Liebe des anderen anzunehmen. Warum auch? Würdest du das bedingunglos tun, wüsstest du warum du geliebt wirst und würdest dich selbst lieben.
Du erwartest von deinem Partner, dir das zu geben was du dir selbst nicht geben kannst und kannst deinen Partner damit überfordern.
Durch genügend Selbstliebe stehst du auch mehr für dich selbst ein. Du sagst was dir wichtig ist, was du wirklich willst und hast keinen Bammel vor Zurückweisung weil du einfach weißt, was gut für dich ist. Du bereicherst dadurch mit deinen Anteilen die Beziehung auch mehr. Dir fällt es leichter ein gutes Verhältnis von Nähe und Distanz zu wahren, was einer Beziehung oftmals besser tut als ständiges aneinander kletten.

Zitat von maggy17:
Aber vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Krisen zum Leben gehören?

Krisen gehören zum Leben dazu. Das stimmt und vielleicht ist das auch ganz gut so. Ohne Leid, Kummer und Schmerz würde ich gegenteilige Gefühle nicht zu schätzen wissen. Vielleicht ist ein dauerhaftes Glücksgefühl sogar langweilig.
Mir zumindest passiert es oft, dass ich viel zu oft vergesse, wie gut es mir eigentlich tatsächlich geht weil´s normal geworden ist. Das soll nicht heißen, dass ich mir Krisen wünsche sondern dass ich einfach achtsamer durch die Gegend dackeln sollte und mir öfter mal Dinge bewusst machen müsste.
Gerade erst Sonntag war ich mit drei Freunden auf dem Rad unterwegs und irgendwann saßen wir im Wald auf einer umgestürzten Birke in der Sonne. Nichts außer Sonne, leichtes Windrauschen in den Bäumen, Vogelgeschnatter und wir vier, die sich da unterhielten und ihr Leben in diesem Moment entschleunigten. Plötzlich überkam mich eine Gänsehaut und ein tiefes Glücksgefühl. Ich war in dem Moment echt dankbar, diesen Moment gefühlt, vor allem aber ihn bemerkt zu haben.

Darum brauche ich kein Leid um mich lebendig zu fühlen. Ich, also ich selbst jetzt, darf nur nicht zu viel vom Leben erwarten. Dann kann ich mich wie ein kleines Kind auch an den kleinen Dingen im Leben erfreuen und mich lebendig fühlen.

25.05.2022 21:31 • x 2 #50


Jetti

Jetti


679
960
@Ampelmännchen
Danke für die ausführliche Antwort.
Zum Stichwort 'bedingungslose Liebe' kann ich wenig sagen. Das erscheint mir viel zu sehr ein Ideal, und ich muss darüber einfach nochmal nachdenken.

Zitat von Ampelmännchen:
Wenn du dich durch die Liebe eines anderen erst selbst mehr liebst, dann bringst du etwas in die Beziehung mit ein um Deinetwillen

Das verstehe ich dagegen sehr gut. Sehe auch die von Dir beschriebene Entwicklung ein. Wenn die Liebe des anderen weniger wird, dann mehr einzubringen und sich damit Schritt für Schritt abhängiger zu machen.
Auch die Schwierigkeit bei fehlender Selbstliebe die Liebe eines Partnets annehmen zu können, kann ich nachvollziehen. Weil man ja quasi die Liebe des anderen in Frage stellt, ihm irgendwie nicht so recht glauben kann.

Ich sehe da Dynamiken, in denen ich mich vermutlich vollkommen verfangen hätte.
Und es macht mich traurig.
Denn Selbstliebe (schon das Wort mag ich nicht besonders) scheint für mich eine Lebensaufgabe zu sein. Die Chancen, die ich mir selbst dadurch nehme, sind mir bewusst, dennoch gelingt kein echter Durchbruch in Hinblick auf die Akzeptanz und Annahme dessen, was ich war und bin.

Zitat von Ampelmännchen:
Ich war in dem Moment echt dankbar, diesen Moment gefühlt, vor allem aber ihn bemerkt zu haben.

Schön, dass Du Dir das so bewusst machen konntest.
Ich versuche das ebenfalls. Ein besondere Situation eben nicht unbedingt mit dem Foto festzuhalten, sondern sie in mir selbst aufzunehmen und abzuspeichern. Nicht nur das, was ein Bild festhält, sondern die komplette Atmosphäre dieser Augenblicke.

25.05.2022 23:31 • x 1 #51


Jane_1

Jane_1


1239
2879
@Jetti Diese Selbstliebe Sache hat inzwischen so eine Dynamik aufgenommen, dass sie mE mittlerweile mehr schadet als hilft. Ich kenne deine Geschichte nicht, du liest dich aber aufgeräumt und reflektiert, mach dir bitte nicht so einen Druck.

Du kannst IMMER eine Beziehung eingehen. Und lieben. Und geliebt werden. Und dich genau dabei weiterentwickeln.
Du kannst jahrelang alleine an deiner Selbstliebe arbeiten und denken, dass du perfekt in dir ruhst. Um dann zu merken, dass Beziehungen doch völlig anders funktionieren und man andere tools dafür benötigt. David Schnarch, ein S., hat gesagt, dass Beziehungen eine Menschen-Entwicklungsmaschine sind.

Zitat von Jetti:
Zum Stichwort 'bedingungslose Liebe' kann ich wenig sagen. Das erscheint mir viel zu sehr ein Ideal, und ich muss darüber einfach nochmal nachdenken.

Sehe ich genauso. Es gibt mE nur bei Eltern-Kind die bedingungslose Liebe (und selbst die wird manchmal ganz schön geprüft )

26.05.2022 10:22 • x 2 #52


DieSeherin

DieSeherin


6996
10096
Zitat von Ampelmännchen:
Darum brauche ich kein Leid um mich lebendig zu fühlen.

wer braucht das schon!? sich allerdings aus dem leid wieder herauszukämpfen, kann einen das lebendig sein neu und intensiver erleben lassen.

27.05.2022 08:14 • x 1 #53


Bumich

Bumich


1456
10
1542
Bekennen in der Gegenwart der Sicht.
Ach, verblendeter Narr, der ich bin, wie schädigend ist doch die Sicht die zwischen voreingenommenen Standpunkten hin und her pendelt, wo doch die reine Weite der Wirklichkeit frei ist von Mitte und Extremen! Wie verblendet war ich doch an meinem Festhalten am Gegensatz von Mitte und Extremen! Ich bekenne diese Übertretung in der reinsten Weise der Wirklichkeit, die frei ist von einer Mitte und Extemen!

27.05.2022 09:40 • #54


Heike1307

Heike1307


1281
2
1550
Zitat von Ayaka:
da bin dann doch eigentlich ganz froh, dass ich da happy und zufrieden mit einem einfachen Leben auf dem Planeten Langeweile sitz. Wer will ist herzlich Willkommen, gibt auch Kaffee und Kuchen.


Gibt es auch Tee und was Herzhaftes?
Ich hatte beides. Planet Langeweile sogar 2 mal, aber wenn ich es mir recht überlege, war ich nicht zufrieden. Daher meine Ausbrüche jeweils. Und dann wurde ich vom Leben so richtig durchgeschüttelt. Anfangs tat es sehr sehr weh und machte mir Angst, aber in der letzten Zeit war ich allein sehr zufrieden. Mir hat mein Leben Spaß gemacht. Tja und jetzt kam noch mal ein Mann mit hinein in mein Leben. Es war eine ziemliche Umstellung für mich, von single auf Paar umzustellen und hat auch eine ganze Weile gedauert. Aber er hatte Geduld mit mir und nun ist es gut.

27.05.2022 09:58 • #55



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag