gravield
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ich beschreibe mal den Konflikt, um den es sich dreht. Anfang des Jahres bin ich jemanden (39/w) näher gekommen, die ich vom "Sehen" her aus der Umgebung schon kannte, wir uns auch oft beim Sport über den Weg liefen. Waren damals viel zusammen, haben einiges unternommen, viele Unterhaltungen gehabt, wir kamen zusammen (um es kurz zu fassen) im Februar.
In meinen und ihren Augen passt es gut, wir mögen die Eigenheiten des anderen, manchmal mehr und weniger, wie es so ist. Und verstehen uns wirklich sehr gut.
Leider hatte sie schon Pläne, in die ich nicht eingeweiht war. Der große Traum vom Häuschen im Grünen wurde für sie durch ein vererbtes Häuschen knapp 500km entfernt im Nirgendwo (Ländliches Gebiet, mit einfach garnichts) wahr, voll renovierungsbedürftig, gleichzeitig in der "Nähe" (knapp 100km entfernt) ein neuer Job.
Für mich alles eine Schnappsidee. Damals haben wir viel diskutiert, doch ihre Entscheidung war eben schon gefallen, für mich war ganz klar, ich ziehe hier nicht um, vor allem nicht dorthin, ich habe einen festen Job, unbefristet, krisensicher, habe hier mein Leben und vor allem sehr viele Hobbys, an die ich auch vereinsmäßig gebunden bin und die ich gerne mache.
Normalerweise hätte ich damals sofort entscheiden müssen, vom Kopf her, ich beende das, hat doch keine Zukunft. Irgendwie habe ich diese Kurve nicht bekommen und dachte, lass es passieren, es wird sich ohnehin verlaufen. Doch es hat sich nicht verlaufen, sicher auch weil ich mehr Energie investiert habe als ursprünglich ich mir vornahm.
Von Beginn an war mir klar und das habe ich auch so immer wieder gebetsmühlenartig erwähnt, ich werde und kann ihr weder aus zeitlichen noch mangels handwerklicher Begabung helfen. Sobald das Vereinsleben wieder los geht, ist mein Wochenende jedenfalls vormittags größtenteils verplant. Den Rest brauche ich auch für mich und hätte ihn gern gebraucht für eine "normale" Beziehung, etwas gemeinsames unternehmen, eben zusammen sein, was man eben so macht.
Gefühlt brach das komplette Chaos aus bei ihr als es los ging, Umzug in ein völlig marodes Gebäude, Handwerker kaum zu kriegen, und ich ließ mich stellenweise ein wenig mit ins Chaos ziehen, da sie dann doch dringend Hilfe brauchte und ich ständig irgendwie für sie da war, meistens telefonisch.
Dass ich mich nicht um ihr "Projekt" kümmern kann, und dass ich ihr das vorher wirklich mehr als deutlich gemacht hatte, schien irgendwie wie eine Luftblase zerplatzt.
Irgendwie brachte sie das meiste selbst zu stande, es wurde dann 2 Monate später ruhiger. Wir sahen uns in er Zeit nur 2x, sie war bei mir. Und das gefiel mir überhaupt nicht. Es ging an den beiden Wochenenden nahezu nur um "Versicherungen kündigen", Papierkram erledigen, Handwerkerrechnungen sondieren und zahlen, das Wochenende war rum, wir haben glaube ich nicht ein Wort über "uns" verloren und nur Probleme gelöst und Erledigungen gemacht. Das zweite Treffen war noch krasser, da waren wir dann im Grunde das gesamte Wochenende im Baumarkt. Dafür habe ich verschiedene Vereinsaktivitäten abgesagt, mich eigentlich auf ein nettes WE mit ihr gefreut und dann verbringen wir das Wochenende mit Erledigungen im Baumarkt.
Ich hab mir dann erstmal Bedenkzeit erbeten, da mir das nicht gefällt. Seit dem telefonieren wir wieder häufig, aber nach und nach ohne darüber großartig aktiv nachzudenken, spricht meine innere Stimme zu mir: "Willst du jetzt lieber dort hin fahren und das WE dort verbringen oder willst du jetzt lieber was für den Verein machen oder das WE allein ruhig verbringen?" Und ich komme immer wieder zum Gedanken, dass ich keinerlei Lust habe, das so fortzuführen wie es lief.
Spreche ich sie darauf an, geht sie inhaltlich kaum darauf ein, eher vorwurfsvoll, ob ich diese Beziehung noch wolle, ob ich überhaupt bereit dafür wäre. Ja bin ich, aber nicht für diese "Art von Beziehung", für mich ist das Gefühl weiterhin für sie da, aber es schwindet nach und nach vor diesem Chaos, das für mich gefühlt deutlich höher ist als für sie. Die letzten Treffen habe ich als sehr stressbelastet empfunden und hatte regelrecht danach einen Kurz-Burnout.
Auch kam immer mehr das Gefühl auf, es geht nicht mehr um uns, es geht nicht mehr um mich, es geht nur noch um sie und ihr Projekt, mit dem sie sich meiner Meinung nach übernommen hat und es hört nicht auf. Da ein Rohrbruch, hier muss noch das saniert werden dort noch dieses saniert werden und das Ding ist meines Erachtens ein Fass ohne Boden. Hinzu kommt, dass ich mir zunehmend die Frage stelle, welche Form von Zukunft das "für mich" haben soll.
Ich bin hin und her gerissen, weil ich so eine Situation im Leben mit keiner anderen Frau auch nur annähernd akzeptieren würde, lediglich irgendwie denke, "sie wird irgendwann zurück kommen", sie schließt das nicht aus, aber logisch betrachtet macht es angesichts der aktuellen Umstände und Energie, die sie herein steckt, keinerlei Sinn, erstmal zurück zu kommen.
Ich habe das Gefühl, sie dreht sich nur noch um sich, ihre Ideen, ihre Probleme. Ich habe oft das Gefühl, ich bin lediglich noch der Anker, irgend ein Punkt, der stabil ist in ihrem Leben, jemand, den sie immer fragen kann.
Ist sie hier, gibt es einige wenige Stunden (wirklich wenige Stunden) wo man das Gefühl hat, "so könnte es bleiben", aber das hält nicht lang, weil die Probleme überwiegen und dann wieder irgendwas erledigt werden muss. Handwerkerangebote einholen, vergleichen, irgend einen Kram, den es bei ihrem Projekt zu tun gibt.
Ich frage mich oft, wieso ich das überhaupt mit mache und denke ein bisschen sehnsüchtig an die Zeit vor diesem Projekt zurück, da war alles schwerelos und leicht und so wie man sich wohl gefühlt hat, das Gefühl des Wohlfühlens ist bei mir vollständig gekippt, manchmal gehe ich nicht mal mehr ans Telefon, weil ich schon weiß, es geht wieder nur um irgend einen Elektriker oder irgend ein Stromkabel und irgendwas, worüber ich jetzt einfach nicht abends nach einem selbst stressigen Arbeitstag noch 2 Stunden sprechen mag.
Ich weiß aber nicht, wie ich aus dem Kreislauf heraus komme.
