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Ich glaube so langsam den Verstand zu verlieren

Sommerblume_94

Sommerblume_94

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Hallo ihr Lieben,

ich bin hier fleißige Mitleserin und hab auch schon selber 1-2 Beiträge eröffnet die letzten Monate. Leider ist es die letzten Tage wieder so schlimm bei mir, dass ich hoffe vielleicht jemanden zu finden dem es ähnlich geht oder Tipps zu bekommen.

2016 habe ich mich nach 5 Jahren getrennt und dies gut verkraftet. 2018 lernte ich jemanden kennen, der mich wahnsinnig enttäuscht hat, da er über mehrere Monate zweigleisig fuhr. Ich hab danach ein halbes Jahr sehr gelitten, bis 2019 mein jetziger Ex Freund in mein Leben trat.
Wir kamen nach einigen Monaten auf meine iniative hin zusammen, alles schien perfekt.
Einige Wochen später erhielt meine Mutter eine Krebsdiagnose, ich schrieb parallel meine Bachelorarbeit. Schon vorher hatte ich mit Eifersucht zu kämpfen. Aufgrund der zweigleisig Erfahrung und auch deshalb, da mein ex vor mir ein ziemlicher Weiberheld war.
Kurzum. 2 Tage vor Weihnachten trennte er sich. Ich kämpfte. Wir fuhren im Januar nochmal in Urlaub und trafen uns noch regelmäßig bis Juni diesen Jahres. Für ihn wohl nicht mehr als eine Freundschaft plus, ich hoffte die ganze Zeit. Habe alle Fehler gemacht die man machen kann. Irgendwann (da lief noch etwas zwischen uns) habe ich mitbekommen, dass er anderen Frauen schrieb. Ich bin völlig ausgerastet.
Ich war so verletzt. Er war die ganze Zeit über schon kalt und respektlos, meinte wir seien getrennt.
Seitdem bin ich blockiert von ihm. Er folgt mir jedoch noch auf social media und hat da auch zwischenzeitlich mal einen Beitrag geliket?!

Soviel zu meiner Geschichte.
Ich wende mich hier erneut an das Forum weil ich ehrlich nicht mehr Ein noch Aus weiß. Seit 9 Monaten habe ich Liebeskummer, seit 3 Monaten Kontaktabbruch. An meinen Schmerz hat sich nichts geändert. Ich habe mittlerweile regelrecht das Gefühl verrückt zu werden. Er ist für mich auf einem wahnsinnigen Podest. Ich glaube was mich am meisten quält sind die irren Schuldgefühle. Ich habe durch mein Verhalten letztes Jahr alles kaputt gemacht. Und er ist mehr als froh mich los zu sein. Das macht mich wahnsinnig. Ich kann mir einfach nicht verzeihen. Ich werd das Gefühl einfach nicht los den Richtigen verloren zu haben. Ich glaube ich kann von mir behaupten nicht hässlich zu sein und auch was im Kopf zu haben. Lerne viele Männer kennen und war auch auf Dates. Aber jedes Mal sitze ich danach zuhause und weine. Dann ist da diese wahnsinnige Panik ihm zu begegnen, geschweigedenn einer eventuellen Neuen.
Ich habe Angst dass das kein normaler Liebeskummer mehr ist. Die Schuld und das Vermissen bestimmen meine Gedanken. Und es wird einfach nicht besser. Ich habe das Gefühl nie mehr glücklich werden zu können.
Freundinnen sagen ich soll ihm vielleicht jetzt nach 3 Monaten nochmal schreiben. Einfach dass ich mir wünschen würde wir könnten irgendwann im Guten und auf Augenhöhe begegnen. Aber ich habe Panik.

Ich bin in Folge der Trennung umgezogen, habe wahnsinnig tolle Menschen kennen gelernt. Dinge getan die ich vorher nie getan hätte. Nichtsdesto trotz bin ich nicht mehr die Gleiche. Ich weiß dass kein Mensch es wert ist so zu leiden. Aber ich weiß mir so langsam nicht mehr zu helfen.


Sorry für den langen Text. Ganz liebe Grüße und einen schönen Feiertag!

03.10.2020 12:02 • x 4 #1


Tomte38


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Vielleicht hab ich da was falsch verstanden, aber nicht Du, sondern er hat doch fehler gemacht. Er hat sich von Dir getrennt.
Sicherlich willst Du das folgende nicht hören, oder kennst das schon, doch Du suchst die fehler bei Dir, was, so meine Meinung falsch ist. Du musst das ende der Beziehung hinnehmen, denn andern kannst Du das nicht. Solange er nicht auf Dich zukommt. Mir geht es da im moment genauso. Mag doof klingen aber Du musst aufhören ihn zu idealisieren, nur so kannst Du frei sein, frei sein für andere. Such doch mal die Fehler von ihm, nicht nur von Dir. Würde er Dich noch wollen, so würde er es Dir zeigen, das macht er jedoch nicht=ergo er will Dich nicht. Das wäre meine Meinung, vielleicht sehe ich das aber komplett falsch.

03.10.2020 12:37 • x 3 #2



Ich glaube so langsam den Verstand zu verlieren

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FrauDrachin


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Hallo Sommerblume,

vielleicht liegt hier ein Schlüssel:

Zitat von Sommerblume_94:
Hatte privat wie gesagt sehr zu kämpfen und hab den weiteren Schmerz vor mir hergeschoben.


Nach dieser Erklärung wäre das mehr als Verständlich:

Zitat von Sommerblume_94:
Einige Wochen später erhielt meine Mutter eine Krebsdiagnose, ich schrieb parallel meine Bachelorarbeit.


Ich könnte mir vorstellen, durch den Stress mit der Bachelorarbeit hattest du gar nicht die Möglichkeit, dich mit der Krebsdiagnose auseinanderzusetzten, bzw. mit der Verlustangst, die da logischerweise hochspühlen müsste.
Vielleicht hast du genau diese Verlustangst durch die Eifersucht auf eine blöde Weise bearbeitet, und jetzt musst du dich mit dem Thema gleich doppelt auseinandersetzten, einmal im Bezug auf deine Mutter, einmal im Bezug auf deinen Ex. Dass dein Kopf da reichlich am Rotieren ist, fände ich vertändlich.

Zitat von Sommerblume_94:
Aufgrund der zweigleisig Erfahrung und auch deshalb, da mein ex vor mir ein ziemlicher Weiberheld war.


Das hat ja wohl in die gleiche Kerbe gehaut.

Deshlab:

Zitat von Sommerblume_94:
Ich habe Angst dass das kein normaler Liebeskummer mehr ist. Die Schuld und das Vermissen bestimmen meine Gedanken. Und es wird einfach nicht besser. Ich habe das Gefühl nie mehr glücklich werden zu können.


Vielleicht ist das tatsächlich so, in dem Fall könntest du von professioneller Begleitung sicher ganz enorm profitieren.

Wie geht es denn deiner Mutter jetzt?

P.S. übrigens finde ich, dass es sich schon anders liest, als in deinem ersten Thema. Da ist nichts von zurückbekommen mehr zu lesen, und dir scheint recht klar, dass Schuldgefühle und Co. auf Baustellen in dir selber hinweisen. Das finde ich schon ein Fortschritt.

03.10.2020 13:14 • x 5 #3


Sommerblume_94

Sommerblume_94


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Zitat von FrauDrachin:
Hallo Sommerblume,

vielleicht liegt hier ein Schlüssel:



Nach dieser Erklärung wäre das mehr als Verständlich:



Ich könnte mir vorstellen, durch den Stress mit der Bachelorarbeit hattest du gar nicht die Möglichkeit, dich mit der Krebsdiagnose auseinanderzusetzten, bzw. mit der Verlustangst, die da logischerweise hochspühlen müsste.
Vielleicht hast du genau diese Verlustangst durch die Eifersucht auf eine blöde Weise bearbeitet, und jetzt musst du dich mit dem Thema gleich doppelt auseinandersetzten, einmal im Bezug auf deine Mutter, einmal im Bezug auf deinen Ex. Dass dein Kopf da reichlich am Rotieren ist, fände ich vertändlich.



Das hat ja wohl in die gleiche Kerbe gehaut.

Deshlab:



Vielleicht ist das tatsächlich so, in dem Fall könntest du von professioneller Begleitung sicher ganz enorm profitieren.

Wie geht es denn deiner Mutter jetzt?

P.S. übrigens finde ich, dass es sich schon anders liest, als in deinem ersten Thema. Da ist nichts von zurückbekommen mehr zu lesen, und dir scheint recht klar, dass Schuldgefühle und Co. auf Baustellen in dir selber hinweisen. Das finde ich schon ein Fortschritt.



Hallo du Liebe ich finds wahnsinnig schön dass du dich an mich erinnerst und auch an meinen ersten Beitrag.
Leider stimmt das nicht so ganz. Ich würde lügen wenn ich nicht immer noch hoffen würde.
Das mit der professionellen Hilfe schwirrt mir auch im Kopf herum. Hatte ich Anfangs des Jahres schon, jedoch kam dann Corona dazwischen. Damals lautete die Diagnose Anpassungsstörung.
Ich bin seit der Trennung plötzlich ein super spontaner Mensch geworden und neige teilweise zu sehr sprunghaften Entscheidungen. Ich habe das Gefühl ich versuche wirklich alles, um nochmal ein wenig Glück zu fühlen. Bin auch schwer am überlegen nächstes Jahr nach Ende meines Studiums alle Zelte abzubrechen und komplett woanders neu zu starten. Sei es Hamburg, München, etc.
Die Chance ihm dauernd über den Weg zu laufen ist hier einfach wahnsinnig groß.
Ich denke Abschied nehmen würde mir leichter fallen wenn ich wütend sein könnte. Aber ich fühle keine Wut. Nur unendliche Wut auf mich selbst. Ich habe flashbacks in die Situationen innerhalb der Beziehung und frage mich teilweise ernsthaft was mit mir falsch gelaufen war. Ich kann mir das einfach nicht verzeihen.
Gleichzeitig macht es mich so fertig dass er einfach wirklich froh zu sein scheint mich aus seinem Leben gestrichen zu haben. Mir geht das nicht in den Kopf. Ich bin doch kein Unmensch. Möchte das ganze einfach nicht irgendwann mit ins Grab nehmen.

Was haltet ihr davon ihm nochmal zu schreiben?neutral.

Meiner Mutter geht es zum Glück gut. Chemo und Bestrahlung gut überstanden und laut Ärzten ist der aggressive Tumor fürs erste verschwunden.

03.10.2020 13:26 • x 1 #4


FrauDrachin


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Zitat von Sommerblume_94:
Was haltet ihr davon ihm nochmal zu schreiben?


Mit welchem Ziel? Ich denke, du hast dich genug zur Verfügung gestellt, und er hat dir genug Körbe gegeben...

Ich freue mich, dass der Tumor im Griff ist.
Aber ernsthaft: Wie intensiv und in welcher Form hast du dich mit der Diagnose deiner Mutter auseinandergesetzt?
Flashbacks können ja auch Anzeichen von Traumata sein, genauso wie sich selber nicht spüren und regulieren können...
Ich mein, ich will jetzt nix herbeireden, aber du merkst ja selber, dass das nicht so ganz gesund ist.

Schau doch wirklich, dass du die Psychotherapie wieder aufnimmst.

Ich hab die ganze Zeit eine gute Freundin im Kopf. Die hatte eine recht traumatische Kindheit, und seitdem kann sie nicht allein sein, stürzt sich von einer Beziehungskiste in die nächste, und sowohl die Beziehungskisten als auch deren Beendigung sind äußerst schmerzhaft. Diese Zweifel und Schuldgefühle bei Beziehungsende kenne ich genau von ihr. Sie arbeitet an dem Trauma, aber es ist ein langer weg.

03.10.2020 13:38 • x 4 #5


La_joie

La_joie


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Liebe Sonnenblume,

ich möchte dir auch noch mal eine Therapie ans Herz legen. Ich glaube, dass die Probleme, die du hast, um einiges tiefer gehen und dich daher auch sehr daran hindern, an deinem Ex-Freund loszulassen. Er hat sehr deutlich gemacht, dass er keinen Respekt vor dir hat, dich nicht mehr liebt und sich weiter umschaut. Trotzdem würdest du ihn wieder zurücknehmen. Das spricht für Probleme mit dem Selbstwert. Aus diesem Grund mache ich auch eine Therapie, und glaub mir, mit dem/ der richtigen Therapeut*in hilft es ungemein.

Bei mir ist es erst 3 Monate her, und an manchen Tagen, wie gestern z.B., ist es wirklich unerträglich. Mein Ex und seine Freundin stehen bei mir himmelweit oben, während ich auf sie hochschaue. Das hat aber mehr damit zu tun, dass ich so wenig von mir halte, dass gefühlt alle in meinem Kopf mehr wert sind als ich. Sobald du dieses Problem ein wenig mehr aufgearbeitet hast, wirst du merken, dass dieser Mensch nicht der tolle Mann ist, für den du ihn hältst. Für dich jedenfalls nicht. Damit muss ich mich ebenfalls abfinden, auch wenn es weh tut.

Und eines noch: Schreib ihm bitte, bitte nicht. Damit schneidest du dir selbst ins Fleisch und bietest ihm an, dich weiter zu benutzen und schlecht zu behandeln. Gib ihm diese Möglichkeit nicht mehr. Brich den Kontakt endgültig ab und löse dich aus dieser Abhängigkeit.

Ich habe meine Trennung auch viel zu lange hinausgezögert, aus Angst vor dem Schmerz. Dabei wusste ich innerlich schon länger, dass ich emotional viel involvierter war als er. Am Ende hat er mich abserviert, weil er sich in eine andere verliebt hat. Wenn deiner sich irgendwann verliebt und dir deswegen noch einmal den Laufpass gibt, wirst du erst recht vollkommen im Eimer sein. Glaub mir, der Schmerz ist wirklich uncool, wenn es wegen einer anderen ist. Deshalb lass den vollen Liebeskummer lieber jetzt als später zu. Denn dann hast du auch früher die Chance, wieder glücklicher zu werden

03.10.2020 14:04 • x 7 #6


Sommerblume_94

Sommerblume_94


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Zitat von FrauDrachin:

Mit welchem Ziel? Ich denke, du hast dich genug zur Verfügung gestellt, und er hat dir genug Körbe gegeben...

Ich freue mich, dass der Tumor im Griff ist.
Aber ernsthaft: Wie intensiv und in welcher Form hast du dich mit der Diagnose deiner Mutter auseinandergesetzt?
Flashbacks können ja auch Anzeichen von Traumata sein, genauso wie sich selber nicht spüren und regulieren können...
Ich mein, ich will jetzt nix herbeireden, aber du merkst ja selber, dass das nicht so ganz gesund ist.

Schau doch wirklich, dass du die Psychotherapie wieder aufnimmst.

Ich hab die ganze Zeit eine gute Freundin im Kopf. Die hatte eine recht traumatische Kindheit, und seitdem kann sie nicht allein sein, stürzt sich von einer Beziehungskiste in die nächste, und sowohl die Beziehungskisten als auch deren Beendigung sind äußerst schmerzhaft. Diese Zweifel und Schuldgefühle bei Beziehungsende kenne ich genau von ihr. Sie arbeitet an dem Trauma, aber es ist ein langer weg.



Mit dem Ziel das ganze langfristig doch im Guten enden zu lassen. Er hat mich im Streit blockiert vor 3 Monaten und es würde mir glaube ich helfen zu wissen, dass er mich nicht hasst sondern einfach genervt war.

Das ist es ja. Ich hatte eine Traumkindheit. Dass diese flashbacks einer PTBS nahe kommen habe ich mir auch schon gedacht... Ich bin diesbezüglich vom Fach und mache mir wirklich ernsthaft Sorgen.

Ich will einfach nur dass es mir mal besser geht. Dass die Akzeptanz kommt, dass es so das Beste war. Aber ich finde nach wie vor nichts Negatives an ihm und kann auch immer noch nicht davon abrücken dass ich Schuld habe. Mir gehen permanent nur die schönen Momente durch den Kopf. Dabei waren es gerade mal wenige Monate.

03.10.2020 14:20 • x 3 #7


Sommerblume_94

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Zitat von La_joie:
Liebe Sonnenblume, ich möchte dir auch noch mal eine Therapie ans Herz legen. Ich glaube, dass die Probleme, die du hast, um einiges tiefer gehen und dich daher auch sehr daran hindern, an deinem Ex-Freund loszulassen. Er hat sehr deutlich gemacht, dass er keinen Respekt vor dir hat, dich nicht mehr liebt und sich weiter umschaut. Trotzdem würdest du ihn wieder zurücknehmen. Das spricht für Probleme mit dem Selbstwert. Aus diesem Grund mache ich auch eine Therapie, und glaub mir, mit dem/ der richtigen Therapeut*in hilft es ungemein. Bei mir ist es erst 3 Monate ...


Danke für deine Erfahrungen und dass du sie mit mir teilst!
Vor dem Tag an dem ich erfahre dass er eine andere hat habe ich regelrecht Panik. Ich male mir schon aus wie glücklich er sein wird und dass das mit der Neuen dann sicher hält. Ich glaube das würde ich kaum ertragen.
Der Kontakt nach der Trennung hat ja auch nur dazu geführt dass er immer genervter wurde und ich immer mehr geklammert habe. Konnte eben nicht einfach nur das Körperliche aufrecht erhalten so wie er. Es ging nicht.


Was mich einfach stutzig macht ist diese Aktion von ihm mit dem like in social media. Ja es war nur ein gefällt mir. Aber es kam genau 4 Wochen nach der Blockade von seiner Seite. Wieso blockiert man jemanden und liket dann aber Bilder? Ist es ein "hallo ich bin noch da" Zeichen? Ich meine das kann man sich ja dann sparen. Dass er mir noch folgt und Dinge aus meinem Leben mitbekommen will kann ich ja noch ansatzweise nachvollziehen, diese Aktion aber nicht. Vor allem dann nicht wenn ich jemanden hasse.

03.10.2020 14:25 • x 2 #8


Sommerblume_94

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Ich muss noch dazu sagen... Zum Thema Hoffnung schüren. Dass er permanent immer sagte, auch nach der Trennung, dass es ja gut sein könne dass wir uns in ein paar Jahren nochmal begegnen und es probieren könnten. Genauso meinte er ich sei wichtig und er wolle mich nicht gänzlich aus seinem Leben streichen.

Vllt machen mich diese Worte auch einfach rückblickend so fertig. Weil ich ja das Gefühl habe er hätte mich mittlerweile schon komplett vergessen.

03.10.2020 14:27 • #9


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Zitat von FrauDrachin:

Mit welchem Ziel? Ich denke, du hast dich genug zur Verfügung gestellt, und er hat dir genug Körbe gegeben...

Ich freue mich, dass der Tumor im Griff ist.
Aber ernsthaft: Wie intensiv und in welcher Form hast du dich mit der Diagnose deiner Mutter auseinandergesetzt?
Flashbacks können ja auch Anzeichen von Traumata sein, genauso wie sich selber nicht spüren und regulieren können...
Ich mein, ich will jetzt nix herbeireden, aber du merkst ja selber, dass das nicht so ganz gesund ist.

Schau doch wirklich, dass du die Psychotherapie wieder aufnimmst.

Ich hab die ganze Zeit eine gute Freundin im Kopf. Die hatte eine recht traumatische Kindheit, und seitdem kann sie nicht allein sein, stürzt sich von einer Beziehungskiste in die nächste, und sowohl die Beziehungskisten als auch deren Beendigung sind äußerst schmerzhaft. Diese Zweifel und Schuldgefühle bei Beziehungsende kenne ich genau von ihr. Sie arbeitet an dem Trauma, aber es ist ein langer weg.


Mit der Diagnose meiner Mutter habe ich mich über viele Monate Tage- und nächtelang auseinander gesetzt. Es war eine schreckliche Zeit. Die Prognosen waren anfangs nicht so gut. Seitdem leben wir alle - inkl. Mir viel bewusster. Es gibt natürlich ein Rezidivrisiko, das ist klar. Ich denke mir dann auch immer dass es irgendwo nachvollziehbar war wie ich mich verhalten habe. Aufgrund der Gesamtsituation. Allerdings war ich bezogen auf die Beziehung schon vorher schwierig ab und an.

Vor 4 Wochen habe ich auch noch meinen Großvater verloren, zu dem eine enge Bindung bestand. Denke dass vielleicht die Gesamtkombination aus allem eventuell wirklich zu viel für meine Psyche war.

03.10.2020 14:42 • #10


La_joie

La_joie


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Das klingt für mich ehrlich gesagt einfach nur nach Warmhaltetaktik. Es ist leider immer so, dass man als Verlassener mit Hoffnung in allem etwas hineininterpretiert. Alles, was er sagt, dient meiner Meinung nach einfach nur dazu, sicherzustellen, dass er bei dir weiter anklopfen kann, wenn er noch niemand anderen gefunden hat. Wenn er Bock hat, kann er dich haben, wenn er keine Lust hat oder mal wieder genervt ist, blockiert er dich oder behandelt sich sch.. Klingt das für dich wie der Prince Charming, für den du ihn hältst?

An diesem einen Like darfst du dich auch nicht so festhalten. Vielleicht wollte er sich bemerkbar machen, vielleicht mochte er auch einfach nur das Bild, vielleicht war es auch ein Versehen, das wissen wir alles nicht. Aber miss dem Ganzen nicht so eine große Bedeutung zu. Glaub mir, ich war/ bin genauso. Deshalb hab ich meinen Ex auf Social Media gelöscht, damit ich gar nicht erst anfange mit solchen Interpretationen.

Du musst immer bedenken, er weiß, was du fühlst, er weiß, wo du bist. Wenn er dich wollen würde, müsste er nur ein klares Zeichen geben, dich anrufen, Himmel und Erde in Bewegung setzen, um es noch mal zu versuchen. Er tut es aber nicht. Und diese subtilen Zeichen sind gar keine. Es ist deine Hoffnung, die dich an solche Kleinigkeiten Klammern lässt.
Glaub mir, du siehst seine schlechten Seiten nur noch nicht, weil du emotional so involviert bist. Aber ich versichere dir, er ist nicht der Traummann, für den du ihn hältst. Denn wenn er es wäre, würdest du dich jetzt nicht so ekelhaft fühlen.

Ich weiß, es tut weh, das zu lesen. Mir tut es selbst weh, das zu schreiben, weil es ja auch für meinen Ex gilt. Aber es hilft nichts. Für den Schmerz gibt es leider keine Abkürzung, da müssen wir alle durch. Mach dir nicht so viel Druck, es dauert eben, wie es dauert. Aber hol dir Hilfe, sobald du merkst, dass es Überhand nimmt. Und schreib, schreib hier so viel du kannst. Der Austausch hilft sehr (:

03.10.2020 14:45 • x 15 #11


FrauDrachin


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Zitat von Sommerblume_94:
Das ist es ja. Ich hatte eine Traumkindheit. Dass diese flashbacks einer PTBS nahe kommen habe ich mir auch schon gedacht... Ich bin diesbezüglich vom Fach und mache mir wirklich ernsthaft Sorgen.


Bitte glaub mir, ich will hier nicht in Wunden rumstochern.
Mir hilft es halt oft (zuminest vorübergehend) einen Namen für das zu haben, was ich gerade durchmache.

Zitat von Sommerblume_94:
Mit der Diagnose meiner Mutter habe ich mich über viele Monate Tage- und nächtelang auseinander gesetzt. Es war eine schreckliche Zeit. Die Prognosen waren anfangs nicht so gut. Seitdem leben wir alle - inkl. Mir viel bewusster. Es gibt natürlich ein Rezidivrisiko, das ist klar. Ich denke mir dann auch immer dass es irgendwo nachvollziehbar war wie ich mich verhalten habe. Aufgrund der Gesamtsituation. Allerdings war ich bezogen auf die Beziehung schon vorher schwierig ab und an.


Wieder, sorry, ich will nicht in Wunden rumstochern.
Ich meine, für dich selber Verständnis haben, ist doch schon ein toller Anfang!
Und ja, ich habe auch den Eindruck, dass da einiges zusammengekommen ist, in dieser Zeit...

Zitat von Sommerblume_94:
Vor 4 Wochen habe ich auch noch meinen Großvater verloren, zu dem eine enge Bindung bestand. Denke dass vielleicht die Gesamtkombination aus allem eventuell wirklich zu viel für meine Psyche war.


Gerade kommt es aber auch Knüppeldick, oder?

03.10.2020 14:54 • x 2 #12


Sommerblume_94

Sommerblume_94


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Danke euch beiden für das Feedback.
Es tut absolut gut zu wissen dass man nicht alleine ist.

Ich werde am Montag anfangen verschiedene Therapeuten anzurufen. Denke das ist sinnvoll.
Bei der Sache vor meinem ex Freund (die zweigleisig Nummer) hatte ich vor einigen Monaten die Chance nach fast zwei Jahren über alles noch einmal zu sprechen. Dies hat mir wahnsinnig gut getan und dafür gesorgt dass ich mich viel sicherer fühle wenn ich ihm irgendwo begegne.
Allerdings hab ich damals nicht halb so gelitten wie jetzt. Ich weiß, dass es mir besser gehen wird, wenn die Hoffnung geht. Aber das tut sie nicht. Ich leide nun seit fast einem Jahr wegen einer Sache von 4 Monaten. Ich weiß auch dass mein Verhalten damals, in den jeweiligen Situationen vielleicht nicht immer unangebracht waren. Seine Freundin vor mir ist nach gerade einmal 2 Monaten gegangen. Warum auch immer. Er behauptet sie hing noch am Ex. Schon während der Beziehung meinte er er würde nicht lange trauern wenn es mit uns vorbei sei, dafür sei er nicht der Typ. Solche Aussagen richten natürlich etwas an. Auch noch mit mir zu schlafen wohlwissend, dass ich hoffe wir kommen nochmal zusammen (bin ich auch verantwortlich für ich weiß).
Ich würde mir einfach wünschen er bereut es. Und merkt dass ich so sch. nicht war.

Für mich ist er einfach mein Zuhause. Und das Gefühl verschwindet nicht. Egal ob ich mit Freunden draußen unterwegs bin abends oder arbeite. Er ist immer da. Diese tiefe Verbundenheit hatte ich in 5 Jahren Beziehung vorher nie.

03.10.2020 15:05 • x 2 #13


FrauDrachin


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Na schau, da entzauberst du deinen Märchenprinzen dann doch schon so ein bischen...
Weiter so. War ein ganz normaler Mensch. Du wirst dich wieder verlieben.

Ansonsten 4 Monate, boah...
Dass er da komplett überfordert von dem seelischen Chaos war, in dem du verständlicherweise warst... Eure Liebe war da halt noch ein ganz zartes Pflänzchen, da war noch keine breite Basis... Wirklich schade, und schon irgendwie verständlich, dass es nich geklappt hat, oder?

Vielleicht schaust du in 10 Jahren zurück und sagst, schade, war ein so lieber Kerl, aber ich hab ihn einfach zur falschen Zeit kennen gelernt... Aber vielleicht auch gut, weil wer weiß ob ich sonst vor 6 Jahren frei für Mr. Right gewesen wäre...
So stell ich mir das vor.

03.10.2020 15:12 • x 4 #14


Sommerblume_94

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Zitat von FrauDrachin:
Na schau, da entzauberst du deinen Märchenprinzen dann doch schon so ein bischen...
Weiter so. War ein ganz normaler Mensch. Du wirst dich wieder verlieben.

Ansonsten 4 Monate, boah...
Dass er da komplett überfordert von dem seelischen Chaos war, in dem du verständlicherweise warst... Eure Liebe war da halt noch ein ganz zartes Pflänzchen, da war noch keine breite Basis... Wirklich schade, und schon irgendwie verständlich, dass es nich geklappt hat, oder?

Vielleicht schaust du in 10 Jahren zurück und sagst, schade, war ein so lieber Kerl, aber ich hab ihn einfach zur falschen Zeit kennen gelernt... Aber vielleicht auch gut, weil wer weiß ob ich sonst vor 6 Jahren frei für Mr. Right gewesen wäre...
So stell ich mir das vor.


Danke für deinen schönen Beitrag. Der hat grade echt gut getan. Ich hatte anfangs des Jahres öfter mal lebensmüde Gedanken.. In der ersten Zeit. Und jedes Mal dachte ich mir.. Warte ab was die kommenden Jahre bringen. Man hört halt immer wieder Geschichten von Menschen die auch nach Jahren noch nicht über sowas hinweg sind. Davor hab ich Angst.
Und natürlich verstehe ich ihn. Das war viel von meiner Seite. Aber ich hätte mir gewünscht dass er konstruktiv mit mir das Gespräch sucht. Dass ihm alles zu viel ist und ich ihn verliere wenn das so weiter geht. Denke mir solche Dinge können ja immer passieren. Wenn auch bei manchen eben erst nach Jahren. vielleicht war es das falsche Timing. Womöglich. Aber das macht es für mich nicht einfacher. Er war wie gesagt mein Zuhause. Noch nie habe ich so gefühlt.

Ich bin am überlegen ihn aus social media zu löschen. Ich selbst folge ihm schon lange nicht mehr weil ichs nicht ertrage, er mir aber noch. Was denkt ihr? Er bekommt wie ihr sagt ja auch alles mit was ich tue.
Das mit der Nachricht lässt mich auch noch nicht ganz los. Ich habe einfach Angst dass er die Richtige kennen lernt und ich dann niemals mehr die Chance haben werde wirklich noch Frieden zu schließen.

03.10.2020 15:22 • x 2 #15



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