Hallo zusammen,
mein Name ist Kabr (englisch ausgesprochen Kæbri), bin 32 Jahre jung und schreibe hier meine Geschichte nach langem Mitlesen nun doch nieder.
Was ich genau will, weiß ich gar nicht so genau. Wahrscheinlich einfach nur Eindrücke unter Gleichgesinnten austauschen. Reden, weil diese Trennung mich härter getroffen hat, als alles, was ich bisher kannte. Ich versuche die Vorgeschichte kurz zu halten. Ein paar Worte werde ich dennoch über meine vergangene Beziehung verlieren müssen. Ich werde versuchen mich ebenso in andere Themen einzubringen und mein Wissen mit bestem Gewissen zu teilen. Ich bin kein unbeschriebenes Blatt was Ex Back Strategien und Persönlichkeitsentwicklung angeht. Vielleicht kann ich mit diesem Wissen, dem Einen oder Anderen zur Seite stehen.
Ich bin nun seit Mitte Juni von meiner Ex Partnerin (1 Jahr jünger als ich) getrennt. Wir waren seit Mitte Juli 2013 ein Paar. Kennengelernt haben wir uns über ein ähnliches Forum wie diesem hier. Mehr auf Ex-Back fokussiert. Wir hatten damals beide eine sehr schwere Trennung hinter uns. Nach gut einem dreiviertel Jahr hat sie mich besucht. Geplant war eine Cabrioausfahrt, eine meiner Leidenschaften. Daraus wurde ein sehr intensives und leidenschaftliches Wochenende. Es entwickelte sich eine 2 jährige Fernbeziehung, wiederum gezeichnet von viel Leidenschaft, gemeinsamen Aktivitäten, wie man es nunmal so kennt. Nach den knapp 2 Jahren zog sie zu mir, knapp 400 km weg aus ihrer Heimat. Es war ihr sehnlichster Wunsch und es ergab nach abgeschlossenem Studium ihrerseits und einer bereits sehr gefestigten Anstellung meinerseits auch rational sehr viel Sinn.
Wir hatten unsere gemeinsame Wohnung schnell gefunden, zogen zusammen, richteten uns ein. Hatten tolle Urlaube, gemeinsame Interessen sowie verschiedene Interessen und haben uns möglichst viel Freiraum gegeben, wenn er benötigt wurde. Mit unserem gemeinsamen Hund erfüllten wir uns beide einen Traum. Vom Heiraten und von Kindern hielten bzw. halten wir beide (bisher) nicht sehr viel. Hier war also nichts geplant von beiden Seiten.
Wir haben uns nie gestritten. Vermutlich liegt auch hier der Fehler, der zu unserer Misere führte. Diskutiert haben wir bei Meinungsverschiedenheiten. Stets bemüht dabei fair zu bleiben. Gelang uns glaube ich auch ganz gut

Mein beruflicher Alltag wurde die letzten 2 Tage anstrengender, zweimaliger Aufstieg, mehr Verantwortung, sehr viel besseres Gehalt. Die üblichen Ausreden, nicht wahr. Ich benötigte mehr Ruhe daheim. Wurde "beziehungsfauler". Ihre Libido ließ ein wenig nach. Recht unüblich für sie, aber für mich noch nicht tragisch. Das war also nie ein Streitthema. Ich saß abends länger und öfter vor meinem Rechner (Ausgleich? Einigeln als Folge von Konfliktvermeidung? Ich weiß es nicht genau). Daraus resultierend war sie manchmal (nicht immer) traurig, dass die Zweisamkeit fehlte. Dies hat sie nicht kommuniziert. Sie ging ab und zu einfach ins Bett ohne gute Nacht zu sagen. Dennoch haben wir viel füreinander getan. Seien es nur Kleinigkeiten. Das war ausgeglichen im Großen und Ganzen.
Ich denke, man muss das nicht zu sehr aufdröseln. An einem Beziehungsende trägt jeder seine 100% Anteil an seinen 50% Beziehungsanteil.
Wie dem auch sei. Im April hat sich die langjährige Freundin eines Arbeitskollegen meiner Ex, der knapp 7 Jahre jünger ist als sie, von ihrem Partner getrennt. Es entstand unregelmäßiger Kontakt zwischen ihnen. Nichts weltbewegendes. Dieser wurde aber intensiver. Bis die berühmte Seelenverwandtschaft erwähnt wurde. Heimlichkeiten, bis hin zu Lügen. Sie war Hals über Kopf verliebt

Ich war ihr nicht böse, dass sie sich verliebt hat. Ehrlichkeit spielte bei uns immer eine große Rolle. Aber sie konnte in dieser Situation nicht ehrlich sein. Es fiel ihr einfach zu schwer. Sie log mich an bzgl. des Kontaktes mit ihrem Kollegen. Hier wiederum wurde ich böse. Ich rannte ihr nicht hinterher. Habe sie chronologisch vom Bett aufs Sofa verfrachtet. Es wurde nicht besser, ich habe mehr auf mich geschaut. Weitere Lügen, sie musste ausziehen. Versteht mich nicht falsch. Vorangegangen war Verständnis meinerseits. Gebessert hat es - erwartungsgemäß - überhaupt nichts.
Sie beteuerte immer, dass sie die Beziehung mit mir will und es nicht beenden kann. Sie wünschte sich, dass sie wieder "normal" wird. Dennoch "musste" sie den Kontakt aufrecht erhalten mit ihrem Kollegen, ihn sehen, ihm schreiben, sich treffen, z.T. heimlich. Sie konnte nicht anders. Mir ging es dabei zunehmend schlechter. Das Ende meiner Geduld war fast erreicht.
Es endete dann damit, dass sie versuchte Zweigleisig zu fahren. Schluss machen war für sie (fast?) ausgeschlossen. Aber liebste Worte mit ihrem Schwarm gab es dennoch. Ich kehrte einige Tage nach ihrem "vorläufigen" Auszug in mich. Ein Woche später habe ich es beendet. Ich war am Ende, seelisch, körperlich. Ebenso sah ich, wie augenscheinlich glücklich sie war beim Gedanken an ihn. Auf unsere Situation bezogen ging es ihr auch dreckig. Somit wollte ich ihr die Entscheidung auch abnehmen, damit sie auch nach vorne schauen kann. Es war die schwerste und schlimmste Entscheidung meines Lebens. Wir hatten nie Stress, es war so harmonisch. Sie ist derselben Meinung. Ein Teil von mir ging diesen Schritt auch, in der Hoffnung, dass sie aufwacht. Merkt was sie verliert.
Ihr weiterer Auszug zog sich lange hin. Sie war überfordert. Weinte jedes Mal, wenn sie in unserer gemeinsamen Bude war. Verhielt sich sehr ambivalent. "Wollte nie ausziehen" etc. Ich blieb hart.
Nach fast 3 Wochen war alles draußen, sie wohnt nun direkt bei ihm. Sie schreibt mir regelmäßig. Organisatorisches/Alltägliches/Emotionales (Ich sag nur Jahrestag. ). Ich blieb immer distanziert aber freundlich. Auf Orgakram reagiere ich natürlich. Beim Rest nur sehr sporadisch bis gar nicht.
Ich weiß, dass es die richtige Entscheidung war. Es war auch richtig hart zu bleiben. Es hätte nichts geändert. Zweifel kommen dennoch regelmäßig. Ich habe die Liebe meines Lebens gehen lassen, weil ich keinen anderen Ausweg sah. Ich wünsche ihr von Herzen, dass es ihr gut geht.
Puh, geschafft. Schwer. Danke fürs Lesen.
LG Kabr