Zitat von Aline_8:Ich versuche konkreter zu werden, es ist wirklich aber nicht so leicht für mich. Ich vermisse das, was ich mit einer bestimmten Person hatte. Das war allerdings jemand nicht verfügbares, so wie es sich später leider heraus stellte. Nur hatte ich bei dieser Person seit ganz langer Zeit das Gefühl, dass ich so wie ...
Ich verstehe was du meinst.
Das vermissen von etwas, aber nicht der Person.
Hatte ich nach meiner Trennung auch. Da war man dann schnell anfällig fürs online Dating um dieses etwas wieder zu finden. Nicht die Person, nur das Gefühl. Die Person die einem das gibt, ist eigentlich gar nicht so wichtig. Lückenfüller würde ich sagen. Das was vermutlich auch zum warmen Wechsel antreibt.
In deinen Erzählunge hatte ich oft den Eindruck, dass du dich schnell auf neue Kerle einlässt. Gefühlt ging es aber nie um die Kerle. Eher warst du auf der Suche nach dem "Etwas".
Ich finde es, wenn es denn so stimmt, ziemlich unfair der anderen Person gegenüber. Aber ich denke das weißt du, denn du hast ja selber das schlechte Gewissen wenns wieder nicht klappt.
Ich glaube auch, dass die Wahrscheinlichkeit dieses etwas zu finden relativ gering bleibt, solange du so negativ über dich denkst, wie du es tust.
Mich macht es wirklich traurig zu lesen wenn jemand schreibt, dass er sich für einen schlechten Menschen hält.
Warum denkst du das denn von dir? Und wie definierst du dieses schlecht? Weil du nicht bist wie andere Menschen die du kennst?!
Du bist halt nicht die anderen. Du bist du, und du bist gut so.
Und wenn es an dir etwas gibt, was du selber nicht magst, kannst du versuchen etwas zu ändern. Aber nur, wenn du es willst, nicht weil es anderen eventuell nicht gefallen könnte wie du bist.
Zitat von Aline_8: Ich weiß nicht, wie ich mich da richtig bzw angemessen verhalten soll.
Letzte Woche war zb der Todestag meiner Mutter. Der 9.
Ich habe das natürlich zur Kenntnis genommen und mich auch erschrocken, wie die Zeit verrennt.
Was heißt denn richtig und angemessen?
Das kannst du doch für dich entscheiden. Wenn dir nicht nach trauern ist, dann ist das gut so. Warum solltest du denn trauern MÜSSEN?
Selbst wenn eure Beziehung die beste der Welt war, bist du doch nicht gezwungen jedes Jahr eine Stunde zu weinen.
Es ist vollkommen ok, es einfach nur zur Kenntnis zu nehmen und sein Leben weiter zu leben.
Mein Vater ist vor ein paar Jahren gestorben. Ich mochte ihn sehr, auch wenn unser Verhältnis nicht immer das beste war. So richtig tief getrauert wie viele andere es machen, habe ich nie. Nicht mal an dem Tag, als ich erfahren habe das er gestorben ist. Ich habe normal weiter gearbeitet. Das Leben geht halt trotzdem weiter.
Jeder verarbeitet Verluste anders. Es gibt doch kein richtig oder falsch. Auf die Gefühle die einen überkommen, hat man wenig Einfluss.
Als ich die Nachricht meines Vaters bekommen habe, gabs keine Träne.
Wenn ich jetzt mal ein schönes Ende eines Filmes sehe, kriege ich manchmal feuchte Augen.
Finde ich, dass ich deshalb ein schlechter Mensch bin? Nein. So bin ich halt.
Finde ich, dass ich ein schlechter Mensch bin weil ich meinen Vater nicht regelmäßig am Grab besuche? Nein.
Wieso versuchst du dich denn dafür zu bestrafen, wie du bist?
Warum willst du denn ein anderer Mensch sein? Meinst du das macht dich glücklicher?
Ich finde, man liest in deinen Antworten ganz viel fehlende Selbstliebe raus.
Und das spricht mein Mitgefühl ganz stark an. Am liebsten würde ich dich an den Schultern packen und durchschütteln.
Fang bitte an dich so zu mögen wie du bist, und dein Leben danach auszurichten.
Nicht ein Leben danach, wie du gerne wärst.
Der besagte Mann gab dir dieses Gefühl, was du dir selber geben musst!
Du kannst das, was du vermisst, haben. Du musst es nur in dir selber suchen und nicht erwarten oder wünschen, dass es dir jemand anderes gibt.
Du bist so wie du bist, genau richtig! Fang an dich selber zu mögen!