Zitat von Aline_8:Ich gönne es wirklich allen, aber fühle mich selbst dann so unzulänglich.
Liebe Aline,
du hast mir ja in meinem Thema schon einiges erklärt und so habe ich mir dein Thema hier mal genau durchgelesen.
Du und meine letzte "Katastrophe" sind sich so ähnlich, dass ich fast Sorge habe, dass hier so´n "E-Mail für Dich" Film läuft
"Unzulänglich fühlen" ist meines Erachtens der Schlüssel des Ganzen.
Aus deinen Beiträgen lese ich heraus, dass du dich sicher fühlst, wenn du Männer kennenlernst, die aus irgendwelchen Gründen unerreichbar sind. Denn dann weißt du unterbewusst, dass es nie zu wirklicher Intimität kommen wird. Das lässt dich schön aus der Distanz träumen.
Dummerweise wird dadurch auch nie deine Sehnsucht nach einer "richtigen" Beziehung befriedigt werden können.
Aus meiner Erfahrung kann ich dir berichten, wie perv. so etwas ablaufen kann.
Viele Monate realisierte ich nicht, dass diese Frau auf mich stehen könnte. Dies lag zu einem guten Teil in meinem eigenen zu negativen Selbstbild begründet. Ich konnte mir das schlicht nicht vorstellen.
Entsprechend verhielt ich mich distanziert, grüßte freundlich und ging meiner Wege, verhielt mich immer professionell korrekt. Eine bindungssichere Frau hätte gesagt "kein Interesse oder gleichgeschlechtlich". Aber sie war richtig in ihrem Element, weil ich aufgrund meiner Unsicherheit in dem Moment unerreichbar war. Ein Muster, das solche Menschen häufig in einer traumatischen Erfahrung eingeprägt bekommen haben ("Ich bin nicht würdig von diesem Mensch geliebt zu werden, ich muss mich besonders anstrengen").
In dem Moment aber, als ich realisierte, dass ich eine "Chance" habe, und entsprechend von reserviert auf engagiert umschaltete, kippte die Sache. Du kennst die Story ja aus meinem Beitrag.
Und ja, ich möchte behaupten, das wäre ´ne langfristige enge Bindung geworden, wenn sie das denn aushalten könnte. Aber das passt nicht in ihr Selbstbild. Und mehr oder weniger hat sie das auch in kryptischen Aussagen und völlig unverständlichem Verhalten durchscheinen lassen. Diese Aussagen ähneln deinen sehr.
Ich denke es ist wichtig, dass du grundsätzlich dein Trauma findest, welches dafür gesorgt hat, dass du dieses Selbstbild von dir hast.
Wenn du in die Situation kommst, dass du anfängst ein "Haar" zu suchen, dann erlebe bewusst dieses Gefühl. Aber rationalisiere es auch. Frage dich selbst: Behandelt dieser Mann mich so, wie ich mir
wünsche behandelt zu werden? Und wenn dem so ist, dann erlaube es dir selbst und diesem Mann, dich weiter so zu behandeln. Wenn du erkennst, dass du diese Romantik torpedieren willst, dann sage dir zum Beispiel "nein, ich habe es genau so verdient, denn ich bin ein toller Mensch, und so gehen tolle Menschen nun mal miteinander um".
Es geht meines Erachtens nur so. Sobald du anfängst zu sabotieren, dich zu entziehen und den Mann für irgendetwas abzuwerten, wirst du dein Ziel nicht erreichen.
Du musst dich quasi trauen verletzt zu werden. Ja, das beinhaltet das Risiko, dass es mal geschieht. Aber wenn du so weitermachst wie bisher, wirst du dich regelmäßig selbst verletzen. So gesehen, hast du also nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen.