Zitat von Funkenline:Dann ist er auch ein Vermeider, oder wie? Klingt ja fast danach, zumindest in eurer Konstellation. Und falls ja, ist er sich dessen bewusst? Auch ...
Er und ich unterhalten uns ja viel über Bindungsangst (meine Verhaltensweisen). Die Frage, ob er vielleicht auch vermeidend unterwegs sein könnte, die kam von ihm.
Ich hab mir das ehrlich gesagt gar nicht vorstellen können, nachdem wie er seine Beziehungshistorie geschildert hat.
Ich vermute eher, dass er eine Depressive Episode hat.
Ich hab ihn Ende Dezember kennengelernt. Da ist kurz vorher im November sein Vater verstorben, er ist Arbeitssüchtig und dieser toxische Teufelskreis hat ihn vereinnahmt. Nur arbeiten, Gesundheitlihce Probleme, Schlafstörungen....der Klassiker.
Seine Hausärztin hat ihm eine psychosomatische Reha nahegelegt. Diese hat er schon beantragt bevor wir uns kennengelernt haben.
Die ist genehmigt und steht Stand jetzt im Juni an.
Er arbeitet nur. Hat extrem viele Überstunden und Resturlaubstage.
Als wir uns kennengelernt haben, war er mir die ersten paar Wochen viel zu anhänglich. Ständiges Telefonieren, schon Kosenamen nach 2 Monaten, Planungen mit Urlauben (geradezu irrsinnig mit dem Urlaub, er schafft es nicht welchen zu nehmen. Für Mai hat er sage und Schreibe 2 Tage rausgeholt trotz >60 Plusstunden und noch 30 Tagen Urlaub, dass er mir im JAnuar vorschlägt in den Urlaub zu fahren, wohl wissend, dass er es eh nicht schafft ihn durch zu setzen)
Da war er sehr häufig verunsichert, ihm fehlten die Worte und hat sich übelst angestrengt und verbogen um mir irgendwie zu gefallen.
Das hat mich abgeschreckt (hab ich in meinem anderen Thread bzgl der Männlich/Weiblichen Polarität beschrieben) und bedrängt. Ich hab mein Muster bedient und wollte nicht, dass er sich verbiegt und ich wollte nicht, dass ich wie die böse Schlange rüber komme.
HAbe mich geärgert, weil ich mir ja fest vorgenommen habe, diesmal alles anders zu machen und trotzdemwieder in mein Muster gefallen bin und ich wieder hin geschmissen habe.
Dann hatten wir ca 1 Monat Funkstille und dann haben wir uns wieder angenähert und wollten es miteinander probieren.
Seitdem ist es aber wirklich, wie Du sagst, sehr anstrengend. Für ihn und für mich auch.
Wir wollen es zwar schon beide probieren, aber er hat eigentlich für gar nichts aktuell einen Kopf (das ist meine Interpretation) wegen seiner ganzen Baustellen.
Ich hab den "Vorteil" dass ich mir meiner Muster bewusst bin, dass ich schon eine Therapie hatte und er seine ganzen Probleme seit Kind an immer weggeschoben hat.
So nach dem Motto: Wenn ich mir die Augen zu halte und die Probleme nicht sehen kann, dann sind sie sicher auch weg.
Überraschung...Funktioniert nicht.
Mich macht sein Verhalten auch oft wütend. Ich finde ihn konfliktscheu und da kommt die Wut in mir wieder hoch.
Mich triggern einfach unselbstständige Menschen (nicht nur in Beziehungsthemen). Das ist aber meine Baustelle, ich weiß auch wo sie herkommt, aber ich krieg es auch noch nicht wirklich zu 100% reguliert.
Er seine Sachen ja auch nicht.
Deshalb keine Ahnung, ob er auch einen vermeidenden Bindungsstil hat.
Ich denke, es kommt vieles zusammen:
- Wir sind extrem unterschiedlich (auch in der Form wie wir handeln und denken)
- Er hat eine depressive Phase
- Unser Timing ist gerade mehr als mies - Ich krempel mir die Ärmel hoch, weil ich für mich wirklcih etwas verändern möchte in meinem Beziehungsleben und er ist gefühlt von allem überfordert. Das killt die Leichtigkeit, die eigentlich in den ersten Paar MOnaten da sein sollte und das macht mich einfach auch schon wieder wütend (wütend, aber ich sage nicht, dass irgend jemand schuld ist, die Gesamtsituation macht mich wütend)
- Ich enttäuscht bin, weil ich eigentlich dachte, ich würde mit meiner BA Fortschritte machen aber es hier einfach nicht ankommt
Seufz ey....