Zitat:Der Leidensdruck ist laut entsprechender Literatur beim ängstlichen Bindungsstil am größten, weshalb solche Menschen öfter zur Therapie gehen als z.B. vermeidende Typen, die kein Problem sehen oder haben, wenn es mit der Liebe nicht klappen will.
So Aussagen finde ich immer schwierig. Weil es ja irgendwie ziemlich pauschal ist und kann man den Leidensdruck daran messen, wer einen Therapeuten aufsucht? Wer entscheidet, wer den größeren Leidensdruck hat?
Wer Sagt, dass die vermeidenden nicht auch unter ihrer Situation und der Dynamik leiden?
Es gibt Literatur, da werden die Stile als Plus (verlustängstlich) und Minuspole (vermeidend) bezeichnet.
Da weiß ich auch nicht, wie ich das finden soll.
Minus klingt für mich so nach unteraktiviert, kalt, berechnend (subjektiv betrachtet) und es kommt mir häufig so vor, als dass gesellschaftlich betrachtet der ängstliche als der sich kümmernde und als "opfer" suggeriert Typ dargestellt wird und der vermeider als der, der so ne leck mich am A. Einstellung hätte und emotional nicht betroffen sei.
Da ist - ich kann für mich sprechen - Scham dabei und die Sorge, wem vor den Kopf zu stoßen.
Das andere ist, dass ich denke, dass es schwierig sein wird, die Therapieaufsuche richtig einzuordnen in der og Erklärung.
Denn es ist ja nicht selten in der Therapie, dass der Grund, warum man da aufschlägt ein Symptom ist und die eigentliche Ursache erst irgendwann im Laufe der Sitzungen ausgegraben wird.
Es wäre ja sonst immer vorausgesetzt, dass es ein bewusster Prozess ist.
Man sucht einen Therapeuten auf, aufgrund Depressionen und irgendwann kommt dann dieses Bindungsthema auf den Tisch