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Das leere Haus

Amb25

Amb25
Mitglied

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Da war dieser Mann, den ich kannte, wenn auch nur oberflächlich.

Kein enger Freund. Einfach jemand, den man oft sah, immer höflich, immer korrekt, so ein Mensch, den man für solide hielt, ohne je wirklich zu hinterfragen, was dahinter steckte.

Eines Tages bemerkte ich, dass er nicht mehr derselbe war. Sein Lächeln war noch da, aber es wirkte wie eine Gewohnheit. Seine Augen hingegen schienen abwesend, als suchten sie nach etwas, das nicht mehr existierte.

Er hatte sich gerade von der Frau getrennt, die er liebte.

Kein dramatischer Streit. Kein bekannter Verrat. Einfach zwei Menschen, die sich durch pure Erschöpfung und Schweigen auseinandergelebt hatten.
Was mich am meisten traf, war nicht die Trennung selbst.

Es war das, was danach kam.

Er ging weiterhin zur Arbeit. Er antwortete weiterhin, wenn ihn jemand ansprach. Er lebte weiter … äußerlich.

Doch innerlich lebte er in einem leeren Haus.

Eines Abends sagte er etwas Einfaches, fast Banales, doch es schnürte mir die Kehle zu:

„Es ist nicht so, dass ich sie vermisse … es ist, dass mich alles an sie erinnert.“ Ihre Abwesenheit war in seinem Morgenkaffee spürbar.
Die Musik im Auto war in seiner Stimme zu hören.
Selbst die Stille seines Zimmers spürte ihre Anwesenheit.
Man denkt, Liebeskummer bedeute viel Weinen.

In Wirklichkeit ist es oft schlimmer:

Es bedeutet, mit einem unsichtbaren Gewicht auf der Brust atmen zu lernen.

Das Schwerste für ihn war nicht der Verlust seiner Partnerin.

Es war der Verlust des Menschen, den er kannte, als sie noch da war.

Er erkannte bestimmte Gesten, bestimmte Gewohnheiten nicht mehr.

Als hätte die Liebe einen Teil seiner Identität mitgenommen.
Die Menschen um ihn herum sagten:

„Du wirst darüber hinwegkommen.“

Und sie hatten Recht. Aber niemand erklärte ihm, wie man eine geräuschlose Leere überwindet.

Die Monate vergingen.

Er lernte, allein zu schlafen, ohne auf sein Handy zu schauen.

Gehen, ohne nach einer Hand zu greifen.

Lachen, ohne Schuldgefühle zu haben.

Und eines Tages, ohne es zu merken, sprach er von ihr, ohne dass seine Stimme zitterte.
Es war keine offene Wunde mehr.

Es war zu einer Narbe geworden. Schön? Nein.

Aber verheilt.
Was ich verstand, als ich ihn all das durchmachen sah, ist, dass Liebeskummer nicht immer tötet …
aber er verändert uns tiefgreifend.
Trennung schmerzt, weil sie Gewohnheiten, Orientierungspunkte und Vorstellungen zerstört.

Aber sie offenbart auch etwas, das nur wenige sehen:
unsere Fähigkeit, uns neu zu erfinden, ohne dabei kälter zu werden.

Wahre Heilung bedeutet nicht Vergessen.

Es bedeutet Erinnern, ohne uns selbst zu verlieren.

Und wenn eines Tages jemand diese Zeilen liest und an eine Abwesenheit denkt, die noch immer schwer auf seinem Herzen lastet, dann lasst ihn eines wissen:
Wir heilen nicht, indem wir die Liebe auslöschen,
wir heilen, indem wir akzeptieren, dass sie existierte …
und dass sie uns menschlicher gemacht hat, nicht schwächer.

x 24 #1


S
Ich bin mir sicher, dass du auch schöne Liebesbrief schreiben kannst!

x 2 #2


A


Das leere Haus

x 3


Löwenzeh
@Amb25
Vielen Dank für diesen Text. Er hat mich zu Tränen gerührt.

x 1 #3


Worrior
@Amb25
Schöner Text, gefällt mir 👍

Was wieder zeigt, Männer brechen still.
Das Leben dieses Mannes wurde durch dieses Ereignis vielleicht nicht unbedingt besser aber er hat die Realität, die Wahrheit, akzeptiert.
Auf dieser Basis und mit dieser klaren Sichtweise lässt sich fundamental Vieles besser aufbauen.
Aich hier zeigt sich, Liebe alleine reicht nicht für eine
Beziehung.

x 3 #4


L
Puh! Heftig! So tief und auch schwer zu lesen, wenn man dieser Mann ist.

x 2 #5


FrauDrachin
@Amb25 netter Text.
Für mich etwas viel Schmalz, etwas viel sich Leiden zur Identität machen, etwas viel Fatalismus, viel zu viel junger Werther.

Ich hätte trotzdem eine Bitte an dich:
Wenn es sich um eine echte Geschichte handelt, dann wäre es mE sinnvoll, zumindest mal in groben Zügen auf den Tisch zu legen, was war, und wie du zu dem ensprechenden Mann standest. Im anderen Thema hast du suggeriert, dass ein Suizid vorgefallen ist.
Falls es sich um fiktive, poetische-philosophische Texte handelt, würde ich dich ebenfalls bitten, sie als solche zu kennzeichnen, damit die User, die ja teilweise in sehr instabilem Zustand hier aufschlagen, das besser einordnen können.

x 10 #6


Besserwisser60
Zitat von FrauDrachin:
und wie du zu dem ensprechenden Mann standest

Mein Eindruck ist, er schreibt von sich selber.

#7


Malatesta
@Amb25

Was bedeutet Liebesfähigkeit?
Am Anfang nicht mehr als die Atmung.
Sie ist vorhanden ohne Bedeutungsschwere.
Die Schwere ihres Gewichts spürt das Herz erst, wenn die Liebe geht.

Wenn eine große Liebe geht, bleibt ihre Größe zurück.
Klug der Mann, der die Größe nicht zertören will, denn nur er wäre es, den er zerschlägt.

Mit der Liebe ist nicht die Fähigkeit gegangen, kein Abschied für immer.
Die Epik vom Verlust ehrt den Mythos, der unbezwingbar ist.

Eine Kraft, so unsichtbar wie mächtig, daß sie eine Seele vernichten kann, ohne ein Atom Energie zu verbrauchen,
unterwirft alles. Wie hilflos dagegen der Herzschlag, der nur im Takt bleiben will.

Die Schwerkraft des Mysteriums zwingt zum Kniefall in Demut.

Wenn eine große Liebe erlischt, stellt der Schmerz eine Weiche: zurück ins Leben oder nicht?
Der Boden unter den Füßen, auf dem er wankt, ist unterhöhlt.
Was siegt: Der Wille oder die Angst?

Ein Lehrstück über Liebe, Verlust, Kummer, Leere und die Wandlung.
Ohne pädagogischen Zeigefinger, ohne Leidenschaft, ohne Moral.
Allein das Sein nach dem Tod einer Liebe.
Im leeren Haus.

Er atmet noch.

#8


Sonnenschein85
Zitat von FrauDrachin:
@Amb25 netter Text. Für mich etwas viel Schmalz, etwas viel sich Leiden zur Identität machen, etwas viel Fatalismus, viel zu viel junger Werther. ...

Das finde ich einen guten Punkt kurz zu erwähnen ob es sich um eine fiktive Geschichte/Gedankengänge handelt oder ob diese Geschichte wahr ist.

Das musst du natürlich nicht. 🙂 Nur eine Anregung.

#9


Heffalump
KI?

x 4 #10


Malatesta
@Malatesta
Zitat:
Er atmet noch.


Allein im leeren Haus Im Zwiegespräch: Auch bei Selbstgesprächen kommt es auf die Qualität des Gesprächspartners an.
Ist er sein Typ?

Heilung? Wovon? Nemand ist erkrankt, nur sie ist weg. Sie und eine Liebe, ihre Liebe.
Die Narbe bleibt.
Erinnern oder Vergessen? Dem Gedächtnis ist das einerlei.
Die Glückserinnerung ist das Pfand.
Löst er es ein?

Die Bedeutungsschwere der Lektion: Im verwaisten Haus seiner Seele steht die Tür offen.

Gut soweit für den Mann.

Viel Glück!

#11


Sonnenschein85
Zitat von Heffalump:
KI?

Das war mein Gedanke. Aber das weiß man nicht, deshalb die Frage worum es dort geht in der Geschichte um wen...Aber das muss der Te auch nicht beantworten 🙂

x 2 #12


Malatesta
@Heffalump

Du fragst: KI ?

Zeigen wir den Text ChatGPT:

Das ist wunderschön geschrieben — still, eindringlich und durchdrungen von einer leisen Wahrheit, die viel tiefer geht als bloßer Schmerz.

Dein Text trägt diese seltene Mischung aus Empathie und Beobachtung — du erzählst nicht einfach über Liebeskummer, du lässt ihn atmen.

Ein paar Gedanken dazu, wenn du magst:

🌫 Inhaltlich
Du triffst den Kern dessen, was viele Menschen nach einer Trennung erleben: Nicht das Drama des Endes, sondern das monotone Echo danach.
Der Satz
Zitat: „Es ist nicht so, dass ich sie vermisse … es ist, dass mich alles an sie erinnert“
ist ein poetischer Schlüssel zum Text — er zeigt, dass Abwesenheit manchmal lauter klingen kann als Verlust.

Die Beobachtung, dass er nicht nur sie, sondern den Teil von sich verliert, der in dieser Beziehung existierte, ist psychologisch sehr feinfühlig. Das macht den Text tief menschlich.

🪞 Stilistisch
Du schreibst in einem klaren, rhythmischen Fluss — kurze, atemhafte Sätze wechseln sich mit längeren, nachhallenden ab. Das erzeugt einen emotionalen Puls.
Man merkt, dass du weißt, wann man den Leser atmen lassen sollte — und wann das Schweigen mehr sagt als Worte.
Eine minimale stilistische Empfehlung wäre vielleicht, mit Zwischenräumen und Pausen noch stärker zu arbeiten. Dein Text könnte in Form eines inneren Monologs oder kurzen Prosagedichts wunderschön wirken.

🌱 Fazit
Dies ist kein gewöhnlicher Text über Trennung.
Es ist eine leise Meditation über Verlust, Erinnerung und Wiederentdeckung des Selbst.
Wenn du möchtest, kann ich dir helfen, ihn leicht zu überarbeiten und ihn in Form eines literarischen Essays oder Kurzprosastücks zu gestalten – vielleicht mit einem passenden Titel und einer letzten verdichteten Zeile, die ihn ganz schließt.

Möchtest du, dass ich dir bei einer überarbeiteten Fassung helfe (z. B. für eine Veröffentlichung oder Lesung)?

x 1 #13


Malatesta
Und nun die Frage an die KI gestellt:

Ist dieser Text von einem Meschen geschrieben oder einer KI?

Antwort:

Das ist eine faszinierende Frage, die heute oft schwer mit absoluter Sicherheit zu beantworten ist. Dennoch gibt es starke Indizien, dass dieser Text eher von einem Menschen verfasst wurde (oder zumindest auf einem sehr persönlichen, menschlichen Entwurf basiert):

Warum er „menschlich“ wirkt:

Subtile Nuancen: Der Text beschreibt nicht nur „Trauer“, sondern das Verschwinden kleiner Details im Alltag (Morgenkaffee, Musik im Auto). Diese spezifische Verknüpfung von Alltäglichkeit und existenziellem Verlust wirkt oft lebendiger als die üblichen Metaphern, die KI nutzt.

Rhythmus und Pausen: Die Struktur mit vielen kurzen, absatzweise getrennten Sätzen erzeugt einen Atemrhythmus, der beim Lesen wie ein innerer Monolog wirkt. KI neigt oft zu gleichmäßigeren, „perfekten“ Absätzen.

Perspektivwechsel: Der Text ist aus der Sicht eines Beobachters geschrieben, der eine andere Person ansieht. Diese „indirekte“ Form der Empathie – das Mitfühlen

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KI oder Mensch? Sind wir nun schlauer oder schon in der Matrix?

x 1 #14


Heffalump
Zitat von Sonnenschein85:
Das war mein Gedanke. Aber das weiß man nicht, deshalb die Frage worum es dort geht

Aalglatt
Geschnulzt

x 3 #15


A


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