Debby3
Gast
Die große Suche – Die Wahrheit über die Liebe der Männer
Frage: Was hat das denn dieser ganze Zusammenhang mit der Verbindung "Männer plus Liebe" zu tun? Oder mit dem großen Geheimnis der männlichen Liebe? Die Verbindung "Männer und Liebe" ist doch in der Regel das genaue Gegenteil von dem, was du gerade beschrieben hast: Männer scheitern in der Liebe doch vor allem daran, dass es ihnen nur um den schnellen Reiz, nur um "das Eine" geht.
Thomas Lojek: Um zu verstehen, was es damit auf sich hat, brauchen wir den kompletten Bogenschluss, den ich zu Anfang angedeutet habe. Es mag Frauen vielleicht überraschen, weil die Liebe der Männer ein gewisses Image in der weiblichen Welt hat – und doch: Das Geheimnis männlicher Liebe hat nichts mit Sexualität zu tun. Sie kommt sexuell verkleidet daher. Aber sie trägt unter dem Mantel des ständigen sexuellen Verlangens der Männer eine ganz andere Suche: Die Suche der Männer nach Werten.
Leidenschaft oder Liebe?
Nach Werten in den Frauen, die mit ihren eigenen innersten Werten korrespondieren und darüber auf eine weibliche Art und Weise ergänzt werden sollen. Das ist eigentlich der verborgene innerste männliche Antrieb, den sie so unermüdlich versuchen über Sexualität zu bewältigen.
So ungewohnt das für viele Frauen auch klingen mag, weil sie den Vorgang aus ihrer Sicht und vielen persönlichen Erfahrungen mit Männern eigentlich nur anders herum kennen.
Innerhalb einer eigenen verborgenen Dynamik in der Liebe der Männer ist es dennoch tatsächlich so: Männer in Liebe und Beziehungen ringen sich durch ihre sexuelle Leidenschaft auf das Verlangen zu, in Frauen Wert und Werte zu finden. Aber sie suchen diesen Wert und Werte eben nicht offen bewusst, sondern tragen das als Kampf rund um ihre Sexualität aus. Männer suchen Sexualität, aber erwarten eigentlich eine innere Antwort auf die Bedeutung ihrer innersten Werte.
Weil Männer diesen Unterschied an sich selbst nicht bewusst wahrnehmen, sondern an der Oberfläche nur den nagenden Anschub in Form von Sexualität empfinden, kann diese Suche ein fortlaufender bitterer Kampf im Leben eines Mannes sein. Manche Männer führen ihn sogar bis ans Ende ihres Lebens ohne jemals auf den Kern dieser Wahrheit zu stoßen: Es wird Leidenschaft gesucht, aber auf Werte gehofft.
Männer sind daher in der Liebe und in ihrem Beziehungsbestreben beständig unterwegs eine Form von Frieden zu finden – in einer Frau, die Wert und Werte verkörpert. An der Oberfläche mag das anders aussehen: Wie eine unermüdliche Gier nach den Körpern und der Sexualität der Frauen – aber tief verborgen darunter, ist der letzte Antrieb der Männer die treibende Hoffnung Frieden durch Werte in einer Frau zu entdecken.
Darum wirken Männer so ambivalent in der Liebe, so unstetig und getrieben. Und darum werden Frauen auch so wenig schlau aus ihnen – weil Männer innerhalb dieser Selbsttäuschung tatsächlich komplizierter und widersprüchlicher ausfallen als Frauen, für die Sexualität und Werte nicht zwangsläufig etwas Getrenntes ist, das man erst suchen, finden und dann als bestätigt anerkennen muss.
Frauen sind an dieser Verbindung generell näher dran. Und auch bereiter dazu sie zu geben oder in sich selbst wahrzunehmen. Dieser Unterschied zwischen den beiden Seiten erzeugt oft eine irritierende Lücke in den Empfindungen und im Selbstverständnis von Mann und Frau. Die Lücke ist nicht ganz leicht zu lösen ist und wird dann an der Oberfläche über Sexualität und emotionale Konflikte ausgetragen.
Männer suchen äußerlich Leidenschaft, aber hoffen innerlich darauf Werte in den Frauen zu finden.
Die Liebe der Männer erscheint oberflächlich als rein sexuelles Phänomen – ist aber in ihrer Tiefe geprägt von einer lebenslangen Suche nach Wert und Werten in den Frauen.
Dieser Unterschied verläuft unbewusst und verborgen im Mann und täuscht ihn selbst über seine Handlungen und Empfindungen in der Liebe.
Männer suchen nach einer Frau, die Werte verkörpert. Sie handeln aber aus den Impulsen der Leidenschaft heraus. Das schafft eine ständige Ambivalenz im Mann.
Dieser Unterschied erzeugt ein fortlaufendes Missverständnis zwischen Mann und Frau.