Zitat von Cilia: Ich möchte mich zb verlieben. Lieben und geliebt werden, gemeinsam durch dick und dünn gehen, sich ein gemeinsames Leben aufbauen…darum geht es mir.
Das verstehe ich nicht nur, sondern ich finde es auch wirklich gut und erstrebenswert!
Allerdings korrelieren Weltbilder und ihre Ideale leider nur sehr selten nennenswert mit den Erfahrungen der Realität.
Was ja nicht unbedingt heißt, man müsse seine Ideale und Traumbilder notwendig aufgeben.
Aber die Dinge im Lauf der Zeit zumindest halbwegs einschätzen zu lernen, kann auch nicht schaden.
Mir will bisweilen scheinen, eine Beziehung oder gar Ehe einzugehen kommt einer sozusagen privaten Verstaatlichung schon sehr nahe.
Freiheit, Selbstbestimmung, Ruhe, Entspanntheit usw. kann man jedenfalls in den meisten Fällen gleich einmal hinter sich lassen (das kann man dann aber natürlich auch "Entwicklung" nennen, auch wenn es mehr von einer Verwicklung an sich hat).
Dafür aber kann man sich das Ungemach dann teilen und, wo möglich, auch Verantwortlichkeiten abgeben.
Manchen mag das ja sogar sehr gefallen, das eigene Leben und die Bestimmung darüber gleichsam jemand anderem in die sanfteren oder gröberen Hände zu legen. Nicht jedem oder jeder brennen sich deshalb die Anzeichen der Verbitterung in die Züge.
Es gibt ja sogar Fälle, wo Menschen, je nach Grundstruktur, überhaupt nur deshalb eine Beziehung eingehen, um sich dann trennen zu können. Sie brauchen gewissermaßen immer wieder dieses Aufatmen, dieses Erlöstheitsgefühl nach der Befreiung, die in der Kindheit naturgemäß nicht geglückt ist. Eine Art internes Trennungs-Perpetuum-Mobile, kann man sagen.
Dann, ein ganz wesentliches Problem, gibt es heute ja auch diese allgemeine psychologische Aufmuntioniertheit, die einen unweigerlich und unwillentlich auf die Psychocouch wirft und einen seziert bis zum letzten Geistesfunken und Seelenhauch.
Zitat von Cilia: Das heisst im Umkehrschluss, man geht eine Beziehung immer nur ein, um Sex zu bekommen?
Eine ganz einfache Frage dazu, die diesen Umstand wohl hinlänglich erhellt:
Angenommen, Du begegnest einem Dir unbekannten Mann, der Dir auf Anhieb sehr sympathisch ist, den Du als lieb, nett, intelligent, hilfsbereit, geistreich usw. erlebst, aber sexuell empfindest Du gar keine Anziehung, ja womöglich turnt er Dich sogar ab. Gingest Du dann eine Beziehung mit ihm ein? Bei all diesen wunderbaren Eigenschaften, die er, zumindest in Deiner Wahrnehmung, aufweist?
Mir wollte jedenfalls immer scheinen, dass der Zündfunke dieser speziellen zwischenmenschlichen Art von Liebesbeziehung Sex ist - was denn auch sonst?
Diesbezüglich greift ja nicht einmal die Vorstellung, dass zumindest jüngere Frauen sich gerne ältere, aber reiche, statusträchtige Oldies angeln. Also, wie oft gesagt wird, denen ginge es nur um Geld und Ansehen.
In Ausnahmefälle mag das stimmen. Aber in der Regel finden sie Geld, Macht, Status einfach anziehend.
Dir wünsche ich auf jeden Fall, und das ganz ehrlich, dass sich Deine Träume erfüllen mögen!