Zitat von Arkanum: Gefühlt sind heutzutage die Hälfte der Leute nur noch an "Freundschaft+" interessiert. Ich kann mir z.B. absolut nicht vorstellen wie einen dieser Zustand wirklich auf lange Sicht zufrieden stellt. Man hat quasi fast eine Beziehung aber hält sich immer die Hintertür für die vielleicht doch noch kommende nächst beste Option auf.
Ich glaube nicht, dass es hauptsächlich darum geht, sich eine Hintertür offenzuhalten.
Ich habe eher den Eindruck, dass insgesamt diese zumindest ideell lebenslangen Beziehung allmählich selbst als Ideal ihre Bedeutung und ihr Gewicht verlieren und auch nicht mehr als das einzig Erstrebenswerte verstanden werden.
Zum einen ist heute die Verfügbarkeit potentieller (Sex-)Partner unvergleichlich höher als zu früheren Zeiten. Zum anderen machen nicht wenige die Erfahrung, dass sie ohnehin bei der erstbesten Gelegenheit wieder entsorgt werden. Und nicht zuletzt können heute die Allermeisten ein unabhängiges Leben führen und sind nicht mehr auf Gedeih und Verderb von einer Beziehung bzw. Ehe abhänging, um über die Runden zu kommen.
Diese sogenannte Freundschaft+ erscheint mir daher nur als folgerichtige Entwicklung.
Du sagst zwar, Du könntest Dir nicht vorstellen, wie einen ein solcher Zustand auf lange Sicht zufriedenstellt.
Aber welcher Zustand stellt einen denn überhaupt auf lange Sicht zufrieden? Mir jedenfalls erscheinen nur Ausnahmebeziehung auch auf lange Sicht zufriedenstellend zu sein, Glücksfälle, auf die man nicht unbedingt hoffen darf. Der Normalfall scheint mir eher in Richtung allgemeine Versandung zu gehen, die dann mehr Keifereien und Kläffereien befördert als sonst etwas.
Im Zentrum der allermeisten Paarbeziehung steht Sex. Und für mich ist es durchaus nachvollziehbar, warum sich die Leute, wie es aussieht, zunehmend fragen: Warum sich alles dieses womöglich nervende, plagegeisterische, wenn nicht fatale Rundum antun, wenn dazu keine unbedingte Notwendigkeit besteht?
Man also bekommt, was man will, wonach es einen verlangt, ohne sich dazu allerhand Verdruß als Beigabe einzuhandeln.