ozra
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ich habe mir und er letzten Zeit einige Threads durchgelesen und war sehr positiv beeindruckt, wie hier Menschen anderen Menschen helfen! Ich stelle hier mal meine Geschichte der letzten Wochen zur Debatte und würde mich über Input sehr freuen.
Einleitung
Ich war in meiner Jugend und dem Übergang ins Erwachsenenleben ein relativ egozentrischer Mensch, ich hatte eine Leidenschaft und habe dort Unmengen von Zeit rein gebuttert. Mit Anfang 20 konnte ich mich auf dieser Basis selbstständig machen, mittlerweile bin ich Ende 20 und recht erfolgreich als Unternehmer unterwegs. Die Kehrseite ist, dass meine Jahre voller Konzentration auf diesen Themenbereich mich nicht gerade "einfacher" gemacht haben. Aus diesem Grund endete auch vor fast 2 Jahren eine Beziehung zu meiner damals langjährigen Freundin, die sich wirklich unendliche Mühe mit mir gegeben hat. Ich konnte mich einfach nicht darauf einlassen.
Ein halbes Jahr nach der Trennung lernte ich durch einen Zufall eine deutlich jüngere Frau kennen (zu dem Zeitpunkt zwei Tage vor ihrem 20. Geburtstag), es war eine aufregende, unerwartete und bizarre Art des Kennenlernen und wir hatten am selben Abend sehr intensiven Sex. Die nächsten Tage dachte ich mir nicht viel, ich ging davon aus, dass sie nur Sex wollte, vor allem, weil sie mir signalisierte dass sie gerade in einer Phase des Ausprobieren ist. In den folgenden Wochen signalisierte sie mir, dass sie sich weiterhin treffen will, da ich absolut nicht wusste, was das wird, habe ich mich zwar weiterhin mit ihr getroffen, aber mir war die Sache emotional relativ egal. Erst nach vielen Wochen durfte sie zu mir in die Wohnung, nach einigen Monaten lies ich sie auch bei mir übernachten, ich antwortete auf ihre Nachrichten sehr unregelmäßig und habe mich generell nicht gerade toll verhalten. Mir war einfach nicht klar, was sie von mir will. Sie sagte mir nur klar, dass ihr die Art von Sex gefällt (leichte BDSM Elemente), daher dachte ich, gut, es geht ihr eben um den Sex. Nach einiger Zeit machte sie mir mehr und mehr Geschenke, brachte mir Kuchen und Essen mit, vertraute mir ihren Kummer an und öffnete sich emotional. Ich habe sehr, sehr lange gebraucht die Zeichen zu verstehen, aber irgendwann fiel es mir wie Schuppen von den Augen und mir wurde klar, wie wunderbar ich sie finde und wie reif sie für ihr Alter ist. Mit einem Mal war sie mir wahnsinnig wichtig und ich habe mir Zukunftsgedanken in ungeahntem Ausmaß gemacht. Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, viel Zeit für sie freigehalten, die Firma teilweise weit untergeordnet und sie durfte meine neue Wohnung mit einrichten (das hat ihr augenscheinlich extrem viel Spaß gemacht). Das waren für mich (in meiner sicherlich nicht ganz normalen Art) ganz große Schritte. Langsam entstand eine Art Alltag, sie wohnte mehr oder weniger bei mir, hatte einen Schlüssel, man kochte gemeinsam, unternahm kleine Tagesausflüge und so weiter. Es war gut, ich war wirklich glücklich, ich merkte wie diese ständigen Hummeln im Ar. nach dem Motto "höher, schneller, weiter" ruhiger wurden und ich generell runter kam.
Der Anfang vom Ende
Anfang 2018 merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Sie vermied langsam aber sicher den Körperkontakt. Sex wurde seltener und blieb dann ab ca. Ende Januar komplett aus. Das ist besonders signifikant, da sie zuvor quasi unersättlich war.
Irgendwann sprach ich das Thema mal an, bei mehreren Anspracheversuchen kam immer ein abblockendes "Alles in Ordnung, manchmal habe ich einfach nicht so viel Lust". Zuerst habe ich das akzeptiert, aber ich wusste, dass das nicht so stimmen kann. Der Unmut und auch ein wenig die Wut über dieses "Nicht-Kommunizieren" stieg langsam an, irgendwann wurde ich bestimmter und bekam dann die Aussage "Das war bisher bei allen Beziehungen so, wenn die Spannung am Anfang vorbei ist, dann ist Sex nicht mehr so wichtig". Auch diese Aussage nahm ich erst mal so hin, aber nach Monaten ohne Sex, fühlte ich mich langsam verarscht. Also wieder das Gespräch gesucht, dann kam die Aussage, dass unser Sex nicht so war, wie sie es sich vorgestellt hat (sie wollte es noch härter, also extreme BDSM Elemente) und das führte jetzt zu ihrer Lustlosigkeit. Ebenfalls deutete sie an, dass ihre Gefühle nicht mehr so stark wären und, dass ich die Chance verpasst hätte, also ganz vorsichtig angedeutet, sie ist leider kein sehr guter "Problembesprecher". Dann kamen die üblichen Floskeln, ich sei ihr sehr wichtig, sie will es versuchen, usw.
Der Fehler
Diese langsam aus der Nase gezogenen Fakten haben mich dann doch härter getroffen als gedacht.
Gefühle: Ich habe mir ungeahnte Mühen für eine Frau gegeben und an dem Punkt, war für sie offenbar der Ofen aus, tut einfach weg.
Sex: Ich selber bin sehr dominant, habe mich aber wegen dem jungen Alter und der süßen und zerbrechlichen Erscheinung zurückgehalten. Das kloppt einem dann den Stolz um die Ohren, wenn man hört, man war zu lasch.
Diese Faktoren führten dazu, dass ich in eine Art Hysterie geriet, muss ich leider zugeben, ich bin emotional absolut durchgedreht.
Besonders schlau war es, dass ich die Thematik mit mehreren Freunden besprochen habe, die mir alle anderen Input gegeben haben. Da ich eine solche emotionale Ausnahmesituation bis dato nicht hatte, habe ich mich da ständig von verschiedenen Seiten anspitzen lassen. Wobei den Leuten keine Schuld zu geben ist, ich wollte es, ich habe gerade zu um Input gebettelt, die Hilflosigkeit hat mich richtig gequält. Dazu muss man wissen, dass ich im Bereich Unternehmensberatung tätig bin und meine Kernaufgabe darin besteht, vernünftige und effiziente Lösungen zu finden. Damit war ich die letzten fast 10 Jahre erfolgreich und konnte immer eine ausgeglichene Lösung finden. Dieses Gefühl, der Situation völlig ausgeliefert zu sein, das war komplett neu.
Jedenfalls führte das dazu, dass ich ständig "handeln" musste. Erst habe ich gesagt, dass ich den Kontakt abbrechen will, weil ich mir keine reine Freundschaft vorstellen kann. Das habe ich dann noch mit Vorwürfen garniert, von wegen, dass sie nicht weiß, was sie will und so. Teilweise einfach hysterische Vorhaltungen. Dann war einige Tage Funkstille, ich habe jede Minute an sie gedacht. Die Funkstille wurde durch ein Treffen zwecks Übergabe von Eigentum gebrochen, bei dieser Gelegenheit erklärte ich, dass ich den Kontakt doch halten will. Sie stimmte zu. Nun machte es mich aber verrückt, dass die Situation (natürlich) im Gegensatz zu vorher völlig komisch war. Gemeinsame Aktivitäten fühlten sich verspannt und gezwungen an. Manchmal schien es besser zu werden, manchmal war alle Hoffnung weg. Ich saß in einer Achterbahn. Dann kam zur Sprache, dass ich ihr zum Geburtstag eine Reise schenkte, dazu muss man wissen, dass sie sich immer wieder gewünscht hat mit mir zu verreisen und ich das vorher mehrmals verschoben habe. Als ich dann die Reservierungen an ihrem Geburtstag vorlag, war sie überglücklich. Meine Freunde hatten den Standpunkt "Wieso mit einer Frau für teuer Geld verreisen, wenn sie sich nicht zu dir entschließen kann" und schärften mich extrem auf diesen "Anti-Frauen-Modus" ein. In dem Kontext sagte ich ihr dann, auf ihre Frage was mit der Reise ist, dass es aus meiner Sicht keinen Sinn mache. Natürlich hatte ich mich riesig darauf gefreut, sie offenbar auch, nach meiner Absage war sie sehr enttäuscht und deutete an, dass sie gehofft habe, dass der Abstand zum Alltag noch mal neue Möglichkeiten eröffnet. Diese Andeutung weckte in mir wieder neue Hoffnungen und ich dachte Tage lang nach. Ich entschied mich, ihr anzubieten, dass wir es doch einfach versuchen. Sie stimmte zu und erklärte, dass sie sich sehr darüber freue. Nun muss ich leider kurz und bündig zugeben, dass ich diesen Zirkus im Laufe von 10 Tagen noch mal wiederholt habe, sprich Kumpel hat gehört, dass ich ihr das angeboten hat und mir die volle Breitseite an "Bist du wahnsinnig?!" gegeben. Ich habe abgesagt und kurze Zeit später wieder auf mein Herz gehört und zugesagt, da war sie, absolut verständlich, schon völlig genervt aber sagte sie freue sich noch immer.
Also hier besteht echt kein Zweifel, dass ich mich richtig affig verhalten habe.
Die Reise
Die Zeit im Ausland war dann leider insgesamt eigenartig. Es gab schöne und gute Momente, wir schliefen in einem Bett, sie hatte auch kein Problem mit *beep* vor mir, aber insgesamt fühle es sich komisch an. Es gab keine emotionalen Zwischenfälle meinerseits (das hatte ich mir fest vorgenommen), aber sie war schon ziemlich distanziert. Reagierte auf Umarmungen meinerseits relativ verschreckt, etc.
Gegenwart
Nach der Reise hatten wir relativ normalen Kontakt. Sie hat sehr viel mit ihrem Freundeskreis unternommen. Wir haben uns acht Tage später gesehen und sie übernachtete nach einem Filmabend bei mir. Am nächsten Tag ging sie ganz normal und hat mir dann später per SMS erklärt, dass sie offen sein will und weder sexuell noch emotional Gefühle hat und so bald keine Chance sieht. Sie schrieb mehrmals, dass sie Angst hat, den Kontakt zu verlieren und ähnliche Floskeln. Das ist eine Eigenschaft die mich wahnsinnig macht, dieses ewige Schreiben. Naja.
Nach dem ich mir fest vorgenommen habe, ruhig zu bleiben, rief ich sie also an. Ich erklärte ihr, dass ich keinen Streit will und es ihre Gefühle sind. Zu ihrem Punkt "Freunde bleiben" sagte ich, dass ich einfach nicht weiß, ob ich das so kann. Auf die Frage "Wieso?" antwortete ich, dass ich im Grunde genommen enttäuscht bin, dass definitiv schon seit einem halben Jahr etwas im Busch ist, so wohl emotional als auch sexuell und sie nie pro-aktiv den Mund aufgemacht hat. Meine Aktionen fühlten sich dann eher an wie "Etwas aus der Nase ziehen" und ich habe auch nur 1/4 der Wahrheit bekommen. Im Großen und Ganzen habe ich mehr Offenheit von ihr erwartet, vor allem am Anfang der Krise, als ich mich noch normal verhalten habe. Meine Meinung von ihr war sehr hoch, ich habe sie als sehr reif und reflektiert empfunden. Dieses halbe Jahr fühlt sich rückwirkend so an, als ob sie die Zeit mit mir genutzt hat um die Trennung langsam zu verarbeiten und als dieser Prozess abgeschlossen war, hat sie mir gesagt was Sache ist. Das habe ich ihr ruhig mitgeteilt. Sie äußerte Verständnis für meine Enttäuschung und argumentierte, dass "sie bei emotionalen und sexuellen Gesprächsthemen schüchtern ist und sich mir gegenüber nicht ausdrücken kann, weil ich ja älter bin, usw.". Ich weiß nicht genau, ob das nur eine Ausrede ist.
Jedenfalls zeige ich jetzt seit einer Woche relativ harte Kante. Sprich ich antworte auf Nachrichten sehr sporadisch und sachlich. Irgendwann bescherte sie sich dann über meine Schreibweise, dass ich so "unfreundlich" schreibe und das ihr der Kontakt mit mir sehr wichtig ist. Wollte das nicht vertiefen und habe sie gefragt, was sie noch vor hat und viel Spaß dabei gewünscht. Habe dann einige Tage nichts geschrieben (Gespräch endete mit einem Danke
Abschließend muss ich sagen, dass ich euch hier die volle Text-Breitseite gegeben habe, weil es sich gut anfühlt, mal alles aufzuschreiben und zu reflektieren. Ich habe mit Sicherheit viele Fehler im Umgang mit der Situation gemacht. Ich habe mich ziemlich zum Affen gemacht und wahrscheinlich sogar zu einem Gutteil pro-aktiv. Nach wie vor beschäftigt mich die Sache extrem und ich bin es absolut nicht gewohnt, dass ich so viel Energie in so etwas verliere.
Ich denke leider mehrmals am Tag intensiv darüber nach, was werden könnte und/oder ob ich mir selber eine riesige Illusion aufgestellt habe.
Ich freue mich über Feedback.
Einen schönen Tag und beste Grüße