Christian1981
Gast
ich bin Christian und komme aus Ostwestfalen/Lippe. Hier habe ich mich nun angemeldet, da ich glaube nun ohne Hilfe nicht mehr aus meinem Loch hinauszukommen.
Meine Geschichte beginnt vor 11 Jahren, im Frühjahr 2008. Da habe ich meine Frau kennen gelernt,wir haben uns ineinander verliebt und sind nach zwei Jahren in ein kleines Haus zusammen gezogen, noch zwei Jahre später haben wir geheiratet.
Die Ehe war glücklich, obwohl wir immer verschiedener wurden, während Sie sich immer alternativer entwickelte, blieb ich eher konservativ. Klar, wir hatten auch Streit und Krisen, gerade dadurch, aber nichts, was wir nicht wieder hinbekommen hatten, glaubten wir, bis Sie vor gut zwei Jahren, vielleicht etwas länger ein Kind wollte.
Wir hatten uns zu beginn unserer Ehe beide gegen Kinder entschieden, ihre Wünsche haben sich geändert, meine nicht.
Es entstand ein Kampf, Tränen, immer wieder Versuche etwas zu unternehmen, was uns zusammenhält, Paartherapien, aber es half nichts, gegen tief im inneren sitzende Gefühle und Wünsche kann man nichts machen, also trennten wir uns im letzten Dezember mit viel Schmerz, aber einvernehmlich und ohne Streit. Wir wollten Freunde bleiben, wohnten sogar noch zwei Monate zusammen in dem Haus. Die Trennung war für beide trotz der Schmerzen eine Erleichterung, da dieser Kampf und das Leben gegen eigene Überzeugungen endlich vorbei war. Ich fühlte mich gut, unternahm Dinge, die ich ob unserer unterschiedlichen Lebensweisen lange nicht mehr unternommen habe, bis sie mir vorletzten Freitag bei einem Treffen berichtet hat, dass sie seit drei Wochen einen neuen Mann hat. Sie ist im März ausgezogen, hat also quasi die Tür hinter sich zugezogen in die Arme des neuen Mannes.
Das war wie ein Schock für mich, ich bin nun seit über einer Woche in einem so tiefen Loch.
Wo ich vorher noch Erleichterung gespürt habe, dass unsere Probleme mit der Trennung weg sind, da sehe ich jetzt nur noch die schönen Seiten unserer Zeit und das ich die so schmerzlich vermisse.
Ich lebe nun alleine in dem Haus, und sie fehlt mir in jeder Sekunde, die vergeht. Ich fühle mich, als hätte ich versagt, alles falsch gemacht in unserer Ehe, austauschbar. Ich kann nicht mehr schlafen, habe Konzentrationsschwierigkeiten und Schmerzen, bittere Schmerzen. Ich trauere ihr hinterher, obwohl ich genau weiss, dass ich mich in den letzten zwei Jahren der Ehe nur gequält habe. Nun lassen wir uns scheiden, dazu sehe ich sie noch ein paar mal, bis alles abgewickelt ist, ich habe Skrupel davor. Es belastet mich.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Kann mir jemand helfen?

