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Die Ex meiner Partnerin

lumice

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Hallo.
Ich bin neu hier und auf der Suche nach Gedankenaustausch zu einem Thema, das mich echt umtreibt.
Ich bin seit einem guten Jahr in einer Beziehung mit einer Frau.
Es ist meine erste Beziehung mit einer Frau.

Ich weiß nicht, ob das relevant ist, aber vielleicht im Hinblick auf mein Thema eventuell - weil, und dann kommen wir auch gleich schon zu meiner Herausforderung - Frauen evtl. anders mit ihren Expartnerinnen umgehen?!?

Jedenfalls hat meine Partnerin ihre Beziehung zur Ex nach 20 Jahren vor einem guten Jahr beendet.

Zwischenzeitlich gab es kaum Kontakt, sie hatten allerdings einen gemeinsamen Hund, der jedoch im Februar verstorben ist.

Nun haben sie wieder mehr Kontakt, sie telefonieren und schreiben sich, sie treffen sich auch.

Mein "Problem" ist nicht der Kontakt an sich. Vielmehr fordert mich die Art der Beziehung heraus.

Die Expartnerin ist immer noch die Vertraute, Entscheidungen werden zunächst mit ihr besprochen anstatt mit mir. Derzeit haben sie ihre Autos getauscht. Ich krieg jedesmal einen Anfall, wenn ich nur das Auto sehe. Ich kenne mich so gar nicht. Aber ich bin Hölle eifersüchtig. Und gar nicht, weil ich denke, meine Partnerin würde wieder zu ihr zurückgehen (das kann man nie wissen). Sondern vielmehr wegen des Status ihrer Ex.

Faktoren, die hier noch eine Rolle spielen: Zu Beginn unserer Beziehung hat sie versucht, mit mir ihren Liebeskummer zu teilen, was ich aber abgeblockt habe, weil es mir zu weh tat. Außerdem hat sie mir einmal mit dem Namen ihrer Ex "Gute Nacht" gewünscht. Nun zieht die Schwester ihrer Ex in ihr Haus. Und wie gesagt, ihre Ex ist irgendwie ihre "Beraterin".

Nach dem letzten Treffen hat sich meine Partnerin eine Woche lang zurückgezogen (sie wollte mich nicht sehen) um die Beziehung zu verarbeiten.

Okay und nun, was will ich hier von euch?

Ich erhoffe mir Rat, wie ich meine Gefühle besprechbar machen kann, ich habe allerdings schon so viel besprochen, irgendwie ist auch mal gut jetzt.

Aber das Gefühl geht nicht weg. Dieses Gefühl, dass ich einen anderen Stellenwert habe. Und wenn ich das jetzt so schreibe, dann kommt es mir unheimlich albern vor. Ist doch klar, dass die beiden eine 20-jährige Geschichte haben.

Ach herrje. Kann jemand machen, dass mein Trübsal weggeht?

lumice

20.07.2020 10:11 • #1


unbel Leberwurs.


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Warum haben sich die beiden denn nach 20 Jahren getrennt?

20.07.2020 10:41 • #2



Die Ex meiner Partnerin

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Bones


Ich kann dir empfehlen unter diesen Umständen den Rückwärtsgang einzulegen.

20.07.2020 10:44 • x 2 #3


lumice


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Naja. Die Beziehung war wohl schon länger nicht erfüllend für meine Partnerin. Es war wohl schon seit geraumer Zeit eher eine Freundschaft. Dann kam ich...

20.07.2020 11:07 • #4


lumice


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Zitat von Bones:
Ich kann dir empfehlen unter diesen Umständen den Rückwärtsgang einzulegen.


Wie meinst du das? Was bedeutet "Rückwärtsgang" für dich? Und warum schlägst du dies vor?

20.07.2020 11:08 • #5


Bones


Zitat von lumice:

Wie meinst du das? Was bedeutet "Rückwärtsgang" für dich? Und warum schlägst du dies vor?


Weil man 20 Jahre nicht in so kurzer Zeit verarbeitet kann.Es macht auf mich den Eindruck, als hätten sie sich nicht voneinander gelöst:

Zitat:
Zu Beginn unserer Beziehung hat sie versucht, mit mir ihren Liebeskummer zu teilen


Mein Partner hat auch durch das gemeinsame Kind auch freundschaftlichen Kontakt zu seiner Ex,dies läuft aber anders.

Und mit Rückwärtsgang meinte ich Abstand und aus der Distanz nochmal draufschauen.Für MICH riecht es etwas zu sehr nach Übergangsbeziehung

20.07.2020 11:13 • x 2 #6


lumice


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Wie gelingt es mir aus der Distanz draufzuschauen?

20.07.2020 11:19 • #7


Mila_82


Ich fürchte Bones hat recht.. klingt ein bisschen wie eine Dreier-Beziehung.
Du füllst die ero. Lücke und ansonsten ist die Ex die Nr. eins.

Glaube nicht das deine Freundin wirklich mit der Beziehung abgeschlossen hat und da noch einige Gefühle im Spiel sind.. sie will das vielleicht nicht wahr haben, aber so verhält man sich nicht ggü einer neuen Partnerin wenn die Ex egal ist.

20.07.2020 11:24 • #8


lumice


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Ich verstehe eure Antworten total.
Nun aber die Frage: Ich mache jetzt ja nicht einfach Schluß, weil ich die Befürchtung habe, dass ich nur die Übergangsbeziehung bin. Das ist zum einen etwas einfach und zum andern ja auch schrecklich. Ich bin wirklich sehr verliebt und sie ist Teil meines Lebens geworden (sie ist auch für meine Kinder eine wichtige Person geworden).
Wir sind ja auch beide keine Teenager mehr, sondern interessiert an einer Lebensbeziehung...

Also versteht ihr, was ich meine?

20.07.2020 11:55 • #9


Einfach


Guten Tag !

Kann mich der Einschätzung der Anderen auch nur anschließen.

Denke auch das die Trennung mehr oder weniger dem körperlichen Alltag geschuldet war.

Emotional scheinen sie noch sehr tief verbunden, sicher auch in der Länge der Beziehung begründet. Der Mensch auch ein Gewohnheitstier ist und diese schwer ablegen kann.

Natürlich wird die verlassene Ex auch alle Hebel in Bewegung setzen ihre Partnerin wieder für sich zu gewinnen.

Habe ein bisschen das Gefühl das Du eher Abenteuer, Notnagel, Absprunghilfe etc. bist und warst. Da keine echte emotionale Verbindung und Tiefe existiert bzw. auch garnicht gewünscht ist von der Seite Deiner Noch-Partnerin.

Warme Wechsel sind leider auch nie gut und der neue Partner eben nur nützliches Werkzeug temporär. Das merkst Du ja selbst wenn sie Dich falsch anredet oder Du eben auch ganz schnell mal abtauchen darfst wenn ihr der Sinn danach ist.

Du bist kein Werkzeug, hast auch Herz und Gefühle und solltest Dir das Drama auf Deine Kosten nicht geben !

Mach klare Ansagen zb. was Du erwartest und auch was Dich verletzt und geht sie darauf nicht ein, dann zieh Du Dich zurück.

Willst Du gelten, mach Dich selten !

Alles Gute für Dich !

20.07.2020 12:33 • x 2 #10


myEllen


Was du beschreibst ist typisch, zumindest für die Frauenpaare in meiner Umgebung. Man trennt sich, fährt aber weiterhin gemeinsam in den Urlaub und die neue Partnerin wird irgendwie Teil einer größeren Gemeinschaft. Eifersucht ist verpönt und alle trotz allem auf Kuschelkurs. Frag deine Freundin doch einmal wie sie sich eine ideale Beziehung mit dir und allen Frauen in ihrer Umgebung vorstellt. Deine üblichen Beziehungserfahrungen werden dir hier wenig nützen.

20.07.2020 18:55 • #11


Emma75

Emma75


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Zitat von lumice:
Also versteht ihr, was ich meine?

Ja! Aber Deine Partnerin möchte diese Frau in ihrem Leben behalten. Wie ist denn Dein Verhältnis zu der Ex? Falls da zwischen den beiden wirklich nur noch Freundschaft ist und sie sich gegenseitig wichtig sind, kannst Du da nicht dazwischen stehen, sondern solltest versuchen Teil dieser Beziehung zu sein. Nach 20 Jahren ist man sich sehr nah und wenn Du eine Entscheidung 'ich oder sie' fordern würdest, kann es sein, dass Du den kürzeren ziehst. Wichtig ist, dass Du Dir sicher sein musst, dass die beiden keine Neuauflage ihrer Beziehung anstreben. Deine Partnerin beteuert das sicher, aber Du musst Dir auch sicher sein, dass die Exfreundin das auch so sieht.
Suche das Gespräch mit beiden und kämpfe nicht gegen die Ex. Ich denke das ist die einzige Chance.

20.07.2020 21:52 • x 1 #12


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Ich würde da auch aussteigen. Du scheinst weder die Vertraute zu sein (no go, Du hast die Nummer 1 zu sein) noch interessieren Deine Gefühle (die Sache mit den Autos). Dazu entstehen auch ggf. rechtliche Probleme, z.B bei Unfällen. Da kann man dann -oh wunder - noch mehr Kontakt haben. Steig aus der Numner aus und lass sie mal weiter turteln.

21.07.2020 05:11 • x 3 #13


Scheol

Scheol


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Zitat von lumice:
Ich verstehe eure Antworten total.
Nun aber die Frage: Ich mache jetzt ja nicht einfach Schluß, weil ich die Befürchtung habe, dass ich nur die Übergangsbeziehung bin. Das ist zum einen etwas einfach und zum andern ja auch schrecklich. Ich bin wirklich sehr verliebt und sie ist Teil meines Lebens geworden (sie ist auch für meine Kinder eine wichtige Person geworden).
Wir sind ja auch beide keine Teenager mehr, sondern interessiert an einer Lebensbeziehung...

Also versteht ihr, was ich meine?



Ja wir verstehen ALLE sehr gut was du meinst. Sind ja alle hier nicht umsonst gelandet.

Hier spricht trotz und Sturheit aus deinem Text. Auch das kennen wir , das man nicht aufgebend will.

Deiner Partnerin ist diese Beziehung anscheint nicht so wichtig wie dir sonst würde sie sich nicht so verhalten. Die Nummer eins scheinst du hier nicht zu sein.

Deine Partnerin möchte Probleme anscheint nicht mir dir zuerst besprechen, da sie dich nicht als kompetent empfindet (?) oder welchen Grund gibt es für sie das nicht zu tun ?

Sie hat anscheint noch nicht abgeschlossen mit dem Thema , sonst würden beide die Nähe zueinander nicht suchen und finden.

Hier solltest du mal für dich Position beziehen auch weil deine Kinder schon mit drin hängen. Weil diese werden deine Schwingungen und Ängste mit bekommen. Da wird auch was falsches unterschwellig vermittelt.

21.07.2020 06:32 • #14


lumice


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Zitat von Scheol:
Ja wir verstehen ALLE sehr gut was du meinst. Sind ja alle hier nicht umsonst gelandet.

Tut mir leid, natürlich versteht ihr das.

Zitat von myEllen:
Was du beschreibst ist typisch, zumindest für die Frauenpaare in meiner Umgebung.

Eben, das sehe ich eben auch im Umfeld. Ich persönlich habe nicht viele gleichgeschlechtlich Paare in meinem direkten Freundeskreis, aber ich sehe es im Freundeskreis meiner Partnerin. Da haben auch viele engen freundschaftlichen und sehr vertrauten Kontakt mit ihren Ex-Partnerinnen. Und auch wenn man sich im Netz auf die Suche begibt, kann man einiges darüber lesen. Es gibt sogar Bücher darüber.
Und dennoch ändert es ja erstmal nichts an meinem Gefühl....
Wichtig und interessant finde ich aber diesen Faktor dennoch und genau deshalb habe ich ja auch die Frage so gestellt.

Zitat von Emma75:
Ja! Aber Deine Partnerin möchte diese Frau in ihrem Leben behalten. Wie ist denn Dein Verhältnis zu der Ex? Falls da zwischen den beiden wirklich nur noch Freundschaft ist und sie sich gegenseitig wichtig sind, kannst Du da nicht dazwischen stehen, sondern solltest versuchen Teil dieser Beziehung zu sein. Nach 20 Jahren ist man sich sehr nah und wenn Du eine Entscheidung 'ich oder sie' fordern würdest, kann es sein, dass Du den kürzeren ziehst. Wichtig ist, dass Du Dir sicher sein musst, dass die beiden keine Neuauflage ihrer Beziehung anstreben. Deine Partnerin beteuert das sicher, aber Du musst Dir auch sicher sein, dass die Exfreundin das auch so sieht.
Suche das Gespräch mit beiden und kämpfe nicht gegen die Ex. Ich denke das ist die einzige Chance.

Ui. Uff. Ja.
Also zunächst: Ich kenne die Ex nicht (habe sie einmal gesehen, als sie noch zusammen waren vor einigen Jahren). Ich vermute nicht, dass sie eine Neuauflage will, das ist auch glaub gar nicht mein Thema. Ich habe keine Sorge, dass die Ex meiner Partnerin versucht, sie zurückzubekommen.
Ich habe auch in erster Linie gar nicht die Sorge, dass meine Partnerin zu ihr zurück will.
Es ist vielmehr der Stellenwert.
Ich wäre gerne die Ansprechpartnerin Nummer Eins. Ich wäre gerne die Vertraute. Die Beraterin. Diejenige, mit der alles gemeinsam besprochen und abgestimmt wird.
Ich möchte glaub ich kein Teil dieser Beziehung sein. Zumindest jetzt noch nicht. Meine Partnerin beschreibt es so, dass die Ex ein Teil der Familie ist, wie eine Tochter für ihre Eltern war und eine weitere Schwester. Die Nichten lieben sie. Der Schwager liebt sie. Die Mutter liebt sie. Ich stehe also da ziemlich im Schatten. Das ist prinzipiell kein Problem, was kümmern mich die anderen. Aber bei meiner Partnerin finde ich das sehr herausfordernd.

Ich will gar nicht eine Entscheidung zwischen mir und ihr. Nicht, weil ich Angst davor hätte, den kürzeren zu ziehen, das würde ich in jedem Fall bei solche einem Ultimatum. Ich will gar kein Ultimatum. Ich finde es eigentlich total gut, dass die beiden nicht im Streit sind, das nimmt viel Last von den Schultern meiner Partnerin. Es geht mir einfach eher darum, welche Rolle wer einnimmt. Und es gibt Rollen, die ich gerne hätte.

Und ja,
Zitat von Gorch_Fock:
noch interessieren Deine Gefühle (die Sache mit den Autos).

sowas finde ich persönlich echt auch unnötig irgendwie. Als "alleinstehendes" Ereignis nicht schlimm, aber gepaart mit den anderen Dingen irgendwie schmerzlich.

Was mir nachhängt, ist der Fakt, dass bald die Schwester ihrer Ex ins Haus ziehen wird. Sie hat seit gestern einen Schlüssel für die Wohnung meiner Partnerin und fängt da an zu streichen (weil sie da einzieht und meine Partnerin in eine andere Wohnung). Ich fühle mich verdrängt. Sie fängt an, das Gästezimmer zu streichen, dort, wo eigentlich meine Kinder schlafen, wenn wir bei meiner Partnerin sind. Ich kann meine Kids da nicht reinlegen irgendwie. Das "gehört" jetzt schon jemand anderem....

*beep*, ich bin ein Spiesser.

21.07.2020 09:35 • #15



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