Chiara
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- Offenbar hatten die beiden ja eine langjährige Beziehung (du schreibst, kekanina, dass die Frau Fotos zusammenstellt, auf denen ihr Mann und sie in der Zeit von vor 15 Jahren zu sehen sind) - da kann es doch wirklich eine längere Zeit dauern, bis sie sich gefühlsmäßig gelöst hat. Wie lange waren/sind sie denn verheiratet? Es war auf jeden Fall keine nur mehrwöchige Freundschaft, sondern vermutlich ein langer Teil ihres Lebens (man braucht also gar nicht mit "Vaterersatz" argumentieren - es reicht schlicht die Tatsache, dass für sie das Leben und die Liebesbeziehung, die sie viele Jahre gewöhnt war, zusammengebrochen sind - unabhängig davon, ob die Beziehung zwischen den beiden immer so toll lief).
- Wie hat sich denn die Trennung und vor allem die Zeit vor der Trennung der beiden vollzogen? Hattet ihr beide (also du und dein Freund) zunächst eine heimliche Beziehung (Affäre) hinter ihrem Rücken und dann hat ihr Mann sie eines Tages vor vollendete Tatsachen gestellt und ist zu dir gezogen? Oder besteht eure Beziehung schon länger und auch die Frau wusste Bescheid, dass ihr Mann sich über kurz oder lang trennen wird? Auch das wird sich schließlich auf den Ablösungs- und Abnabelungsprozess auswirken. Gut wäre es, wenn sie auf ihren Mann eine richtige Wut entwickeln könnte.
- Warum sollte sie denn ihre Schwiegereltern (oder andere Verwandte von seiner Seite) nicht mehr sehen? Auch wenn die Beziehung zu ihrem bisherigen Mann nicht mehr besteht, sind doch diese Beziehungen noch vorhanden. Gehen wir mal davon aus (da darüber nichts berichtet wurde), dass sie mit den Schwiegereltern während der Ehezeit nicht in Streit war. Warum sollten diese dann den Kontakt zur Schwiegertochter abbrechen? (Ich habe dazu auch mehrere Beispiele in meiner Umgebung, wo diese Beziehungen noch nach Jahren weiterhin gepflegt werden. Frühere und neue Partner werden dabei freilich nicht gleichzeitig eingeladen...) Ach ja, du schreibst, dass sie sich selbst einlädt. Naja, vielleicht war das bislang auch so üblich... so ein informelles "Einfach-mal-Vorbeikommen" oder "Nur-kurz-vorher-Anrufen" - so was kennt man doch in der Verwandtschaft, gerade wenn man nicht weit voneinander entfernt wohnt. Möglicherweise führt die Frau das einfach so weiter wie bisher - tja, tut ihr wahrscheinlich selbst nicht gut, weil sie von den Schwiegereltern womöglich wieder erfährt, was ihr beide miteinander unternehmt (so klingt es jedenfalls in deinem Beitrag) - eine Vorstellung, die für sie offensichtlich eine Qual ist.
- Habt ihr euch in der Arbeit kennengelernt, dein Freund und du? Dann ist die Arbeitsstelle natürlich auch für die Ehefrau ein extrem belastender Ort. Natürlich wäre es gut (auch und vor allem für sie selbst), dass sie sich mehr im Griff hat und in der Arbeit nicht in Tränen ausbricht. Aber ihr vorzuwerfen, sie sei extrem psychisch gestört oder setze ihre Tränen absichtlich ein, finde ich doch etwas übertrieben.
- Interessant, dass die Unterstützung, die dir dein Freund (selbstverständlich) gewährt, als rührend fürsorglich angesehen wird und von dir als liebevolle Fürsorge hingenommen wird, die Aufgaben, die dein Freund während seiner Ehezeit übernommen hat (womöglich auch sehr selbstverständlich... auch wenn er sich jetzt davon distanziert), als Zeichen der Unselbständigkeit seiner Frau gewertet werden. Du könntest dir deine Currywurst doch sicher auch selbst besorgen, oder? Ebenso kann die Ehefrau natürlich auch selbst Öl für den Tank bestellen - aber natürlich ist es netter, wenn es jemanden gibt, der sich um bestimmte Bereiche kümmert. Das ist doch nur natürlich und das wirst du auch so empfinden und gern die "Dienstleistungen" deines Freundes (für dich und für euren gemeinsamen Haushalt etc.) in Anspruch nehmen.
- Du nennst den Thread "Die Ex meines Mannes..." Du sprichst auch von Ex-Frau. Dann wieder von "Partner". Hmm, ist er denn tatsächlich schon dein Mann? Wahrscheinlich nicht, denn das Trennungsjahr ist ja noch nicht abgelaufen. Hat er denn schon die Scheidung eingereicht? Ist das Scheidungsverfahren schon am Laufen? Hat seine "Noch-Frau" in die Scheidung eingewilligt? Ok, das mag Wortklauberei sein, aber für seine bisherige Frau sieht es sicher so aus, dass sie immerhin noch "seine Frau" ist (und du nach wie vor die Geliebte, Freundin..., auch wenn jetzt euer gemeinsames Baby unterwegs ist).
All dessen ungeachtet, muss die Frau in ihrer Ablösung weiterkommen und tut sich selbst natürlich nichts Gutes, weiterhin an einer nicht mehr existierenden Beziehung festzuhalten und in der Phase des "Nicht-Wahrhaben-Wollens" zu verharren. Ja, auch ich meine, dass sie Beistand und Unterstützung braucht, um wieder auf die Beine zu kommen und um trotz dieses Schmerzes Perspektiven für sich zu finden.
Diese Unterstützung kann nicht von euch kommen, das ist klar. Aber akzeptiert einfach, dass sie eine schwere Zeit durchlebt (vielleicht die schwerste ihres Lebens), während ihr ja eine Hochphase miteinander erlebt. Das ist zwar störend für euch, aber du hast nun mal einen Partner mit "Altlasten" und er wiederum hat eben diese Vergangenheit (und sich im übrigen eben nicht schon lange getrennt aufgrund von Entfremdung o. dgl., sondern erst, als er schon wieder in festen Händen war...).
Ihre SMS muss er ja nicht lesen und beantworten (sondern kann sie sofort löschen) und in der Arbeit kann er ihr ja wohl auch aus dem Weg gehen. Mails von ihr könnte er gleich herausfiltern (--> Spamordner und gleich löschen) Anrufe von ihr muss er nicht annehmen etc. Seinen Eltern kann er sagen, dass sie ihm nichts mehr von ihren Besuchen berichten sollen (wenn sie selbst den Kontakt weiterführen möchten).
Wir kennen (außer dir) hier alle die Frau nicht und wissen nicht, wie hartnäckig und lästig sie tatsächlich ist. Aus dem was du schreibst, geht jedenfalls hervor, dass sie heillos mit den Geschehnissen überfordert ist.
Viele Grüße
Chiara
und ich gehe mit ihrer Meinung konform, dass man auch die andere Seite der Medallie betrachten sollte!