Zitat von Nachtlicht:
Du hattest aus deiner Sicht weiterhin eine Beziehung, zu deinen Bedingungen, und er hing ewig lang leidend an dir und hatte aus seiner Sicht keine Beziehung, nur die Bröckchen die ihn bei der Stange hielten plus gelegentliches Drama, wenn er daran etwas ändern wollte. Solange er dir sicher war, an dir hing und in dich investiert hat durch Präsenz und Dienstleistung, hattest du die Beziehungsmacht. Die hat er dir jetzt genommen, weil er verständlicherweise an einem Punkt angelangt war, an dem sein eigenes Leben eine neue Perspektive benötigte. Dein Liebeskummer tut mir leid, aber frag dich doch einmal ganz selbstkritisch in einer stillen Minute, ob bei dem gebrochenen Herzen nicht doch auch ein angeknackstes Ego eine größere Rolle spielt?
Ich habe ehrlich gesagt auch ein Stück weit diesen Eindruck und er rührt daher, dass du hier kein Einfühlungsvermögen in die Situation und den Leidensweg deines Expartners zeigst. Finde auch interessant, dass du so heftig auf Beiträge reagierst, die deine Rolle in dem ganzen Drama näher beleuchten bzw. dich darauf hinweisen, dass du deinem Ex gegenüber in der Vergangenheit wohl einige intransparente und eigenmächtige Entscheidungen getroffen hast. Das ist in der Regel ein Hinweis, gerade dort genauer hinzuschauen, wo es weh tut.
Ich vermute, Du hast nicht alles gelesen, was ich geschrieben habe? Ich tue es noch mal:
Die Entscheidung auszuziehen ist mir damals alles andere als leicht gefallen. Ich habe mit ihm genauso deswegen geweint. Abends im Bett und tagsüber auf dem Bett. Ich wollte ihn nie verlieren. Niemals.
Aber wie gesagt, ich steckte in dieser Kaufsucht fest und schon das sorgte für so viel Streitereien und Unzufriedenheit. Daraus resultierten dann auch irgendwann finanzielle Probleme meinerseits. Logisch. Sein Verständnis für meine Situation war nicht wirklich da. Dass das Problem tiefer sitzt, war ihm nicht so klar.
Egal. In dieser permanent aufgeheizten Situation gab es auch noch ein kleines Kind, das alledem ausgesetzt war. Wie hätte das also in der Wohnung weitergehen sollen? Richtig, die Streitereien hätten sich fortgesetzt und irgendwann wäre es eskaliert. Und das wollte ich um jeden Preis verhindern.
Also sagte ich ihm, dass ich glaube, dass es uns gut tut wenn wir uns räumlich trennen, jeder wieder zur Ruhe kommt und ich eine Therapie beginne. Und das ist mir wahnsinnig schwer gefallen. Ich bin da genauso weinend und verzweifelt raus wie ich ihn in dem Moment dort zurückgelassen hatte.
Und auch in den Folgemonaten war das nicht anders. Es ging nicht mit ihm und nicht ohne ihn. Er hat mir wahnsinnig gefehlt.
Ich habe dann diese Therapie angefangen. Ein weiterer wichtiger Schritt. Mensch, wenn mir das alles egal gewesen wäre, hätte ich doch das alles gar nicht gemacht. Ich wollte es retten. Uns retten. Die Gefühle retten. Ihm zeigen, dass ich es schaffen kann. Für ihn. Für uns. Dass ich kämpfe.
Warum denkst Du, dass es dabei nur um mich ging? Ich mir nur die Rosinen herausgepickt hätte und mir seine Gefühle egal waren? Warum?
Durch Dienstleistung, die er in mich investiert hat? Dein Ernst?
So siehst Du das?