Zitat von Geheimnis:Ich glaube wenn sein ganzes Leben nur einen einzigen Mann hatte, weiß man gar nicht wie der nächste Mann den vorherigen überragen kann. Ich glaube die TE steckt richtig tief in der Trauer und hat noch keine einzige der Phasen die jetzt anstehen nur annähernd durch. Liebe TE: Jetzt erst mal am besten nicht zu viele Hoffnungen machen. Hoffnungen kosten viel zu viel Zeit. Du bist 37, willst du jetzt abwarten dass der Gute sein neues Leben "ausprobiert" und dann feststellt er will doch zu dir zurück? Wie lange soll das dauern? Ein Jahr, zwei ...
Ich weiß das. Und ich weiß, dass er sich für sie entschieden hat. Und natürlich macht das auch etwas mit mir. Als er sich unsere Tochter ins Auto geladen hat und mit ihr zu dieser Frau gefahren ist, da ist ganz viel in mir zerbrochen. Das hat mich tief getroffen und darüber kann ich auch nicht mehr einfach hinwegsehen. Und ja, sehr wahrscheinlich werden sie sich nun auch häufiger sehen und mehr gemeinsame Erinnerungen schaffen. Das ist mir klar.
Auf der anderen Seite haben wir in den letzten 12 Jahren auch viele Dinge erlebt, Erinnerungen geschaffen, gute und schlechte Zeiten erlebt. Wir haben unsere eigene Kindheit miteinander verbracht.
Das tut meinerseits sein übriges dazu.
Und ja, auch ich habe in den letzten zwei Jahren mal jemanden "kennengelernt". Aber ich hätte mich nie auf mehr einlassen können. Weil mein Ex immer in meinen Gedanken war und ich mir wirklich keinen anderen Mann in meinem Leben vorstellen kann. Ich sehe das einfach nicht.
Und vielleicht hat ein klitzekleiner Teil in mir so sehr gehofft, dass es ihm vielleicht ähnlich ergehen könnte. Dieser kleine Teil hat im vergangenen Jahr einen kleinen Schub erhalten als er mir sagte, dass er absolut nicht möchte, dass sie in unsere Stadt kommt. Dass er sich jedes Mal wie ein Ehebrecher fühlt wenn sie sich meldet. Dass er gar nicht weiß ob er überhaupt eine andere Frau möchte.
Es mag dumm und dreist und töricht von mir gewesen sein...aber ja, ich habe es innerlich gehofft.
Noch vor zwei Monaten hat er zu mir gesagt, dass er es wenigstens aber ausprobieren muss um es zu wissen und wenn es einen Weg zurück für uns beide gibt, darf er nicht aus Druck oder Verzweiflung passieren. Und damit hat er Recht.
Aber es ist natürlich wahnsinnig schwer bei solchen Äußerungen keine Hoffnung aufzubauen.
Und ich kämpfe jeden Tag dagegen an. Gegen die Hoffnung und für die Akzeptanz. Aber es ist schwer, verdammt schwer. Ich würde behaupten, das sind die bisher dunkelsten Stunden meines Lebens und ich sehe einfach kein Licht am Ende des Tunnels. Im Gegenteil. Das ist jetzt erst der Anfang und mir ist mehr als klar was da in Zukunft noch alles kommt.
Ich bin jetzt 37, fast 38 Jahre alt und es stimmt, in meinem Leben hat es für mich nie ernsthaft einen anderen Mann gegeben. Keinen, mit dem ich all das hier gewollt hätte. Ich wusste das schon als kleines Mädchen. Das ist der, mit ich mal Kinder bekomme und mit dem ich leben möchte. Das hat nichts mit pathetisch sein zu tun. Das ist so gewesen. Und ich habe es nie heraufbeschworen oder darauf angelegt. Wenn wir uns über den Weg gelaufen sind, habe ich mich gefreut und als sich unsere Wege wieder getrennt haben, habe ich es akzeptiert.
Und wenn es das jetzt war und wir jetzt am Ende unserer Reise angekommen sind, kann ich es nicht ändern und muss auch das akzeptieren.
Vielleicht kommt noch mal jemand Anderes in mein Leben, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht habe ich mein Glück auch einfach verspielt.
Dann kann ich es auch nicht mehr ändern.
Wie gesagt, ich habe ja nicht nur meine große Liebe (und das war er nun mal) verloren sondern auch meinen besten Freund.
Das ist jetzt wirklich bittere Realität geworden.
Trotzdem weiß ich selbst, dass ich ihn gehen lassen muss.
Und das tue ich.
Ich möchte nichts mehr mit ihm besprechen, kontaktiere ihn nicht, versuche nur bei mir zu bleiben und gehe ihm, soweit es mir möglich ist, aus dem Weg.
Ich versuche wirklich unserer Tochter ein Lächeln zu schenken bevor sie zu ihm geht. Auch wenn ich innerlich dabei kaputt gehe und mich alle Kraft kostet.
Ich akzeptiere seine Entscheidung.
Aber ich sehe eben für mich aktuell kein Land. Kein Licht am Ende des Tunnels. Ich schwimme irgendwie und quäle mich durch den Tag.