Zitat von Konrad:Du hast hier exelent die Eigenschaften einer Narzisstin Beschrieben.
Missachtet , Weggestoßen Andere vorgezogen ungeliebt.
Ihm also naja, aus eigener Erfahrung darf ich dann dazu beisteuern, daß nicht aus jeder unsicheren Bindung, hinterher ein Narzisst/eine Narzisstin hervorgehen muß.
Zitat von Shediagast:Ich spürte aber, dass es nun wirklich zu Ende ging. Also begann ich laut zu beten, um so dem Mann wenigstens ein bisschen zu vermitteln, dass Gott bei ihm sei in dieser schweren Stunde. Seine Atmung hatte sich schon verändert, seine Füße und Beine waren blau verfärbt und seine Hände waren eiskalt. Um seinen Mund zeigte sich das charakteristische Dreieck, dass den nahenden Tod anzeigte. Wahrscheinlich durch mein Gebet beruhigte sich seine Atmung etwas. Sein Ringen um Luft hörte auf und es waren deutliche Atempausen hörbar. Als ich das dritte Mal das Vater unser aufsagte, tat er seinen letzten Atemzug noch bevor ich Amen sagen konnte. Ich wartete noch etwas ab, hielt weiter seine Hand und betete still weiter. Dann öffnete ich das Fenster und hielt die Uhr an. Ich rief den Pfleger, der auch sofort die Dienstbesprechung verließ und zu mir kam. Wenig später erschien der Pfarrer, "heuchelte" Betroffenheit und bat mir seine Seelsorge an. Ich kann Euch gar nicht sagen, was ich da am liebsten geantwortet hätte.
Welch oarge Situation. Ich denke nicht, daß ich diese so gut gemeistert hätte. Mich hätte dies vermutlich extrem überfordert und ich hätte mich sehr allein gelassen gefühlt. Ich verstehe Deine Wut auf diesen Pfarrer.
Allerdings bitte bedenke, Pfarrer sind Menschen. Sie werden nicht kraft ihres Amtes zu höheren Wesen (naja ich gebe zu, daß mag die katholische Doktrin noch etwas differenzierter sehen), aber der Pfarrer saß, wenn ich Deine Erzählung richtig verstanden habe, bei einem Angehörigen in der Cafeteria und unterhielt sich mit dieser/diesem. Angehörige in solcher Situation zu betreuen, ist genauso Teil der Seelsorge.
Vielleicht hat der Pfarrer die Situation einfach falsch eingeschätzt? Dachte er hätte noch mehr Zeit?
Ja aber Du hast auf die Dringlichkeit hingewiesen, mehrfach, höre ich Dich sagen. Das aber ist dann eben der Punkt. Nicht daß er beim Tod nicht im Raum war, sondern daß er deine Worte übermittelt von dem Praktikanten nicht ernst genug nahm.
Das schmerzt, das verstehe ich gut. Hat aber zunächst wenig mit Glauben zu tun.
Deine Sicht ist die, der sich in der Kirche Engagierenden. Meine Perspektive ist zB eine ganz andere. Gemeindemitglieder, insbesondere solche, die sich viel und extrem engagieren, können in ihren Anspruchshaltungen auch durchaus mühsam sein.
Denn ein hoher Grad an Mitarbeit ist manchmal eben auch Überkompensation (von etwas anderem).
Pfarrer mögen in der Doktrin als weltliche Vertreter Gottes auf Erden bezeichnet werden, aber der Begriff weltlich deutet es eben auch an, sie sind und bleiben Menschen und daher fehlbar.
Genauso wie jeder andere haben sie Stärken und Schwächen, sind ängstlich und mutig und müssen wie alle auf die Gnade Gottes vertrauen.
Weißt Du, liebe Shedia, es wird an der Zeit, das Schutzschild gezimmert aus dem Vorwurf von Doppelmoral und Heuchelei zu überdenken.
Wenn wir uns nochmal dieses Beispiel vornehmen:
Zitat von Shediagast:Immerwieder erklärte er mir danach, dass er ein so schlechtes Gewissen habe, da ich ja verheiratet sei. Einmal dann wurde es sehr ero.. Es war ein Sonntagmorgen und mein Mann fröhnte seinem Hobby und war außer Haus. Gerade als es so richtig heiß wurde, brach der AM plötzlich den Chat ab. Er erklärte, er müsse sich jetzt beeilen, da er in die Kirche wolle. Ich konnte es nicht fassen. Ich wurde zynische und empfahl ihm, einen weiten Mantel zu tragen, damit die Leute seine erek. nicht sehen konnten. Daraufhin war er natürlich eingeschnappt, klopfte religiöse Sprüche und empfahl mir, ebenfalls in die Kirche und zur Beichte zu gehen. Ich sei ja schließlich eine Ehebrecherin. HALLO?
Nun ja, so schmerzhaft es auch ist, aber er hatte doch Recht. Ehe ist unter Protestanten kein Sakrament (wir beschränken uns da auf zwei, vielleicht der einfachtheithalber), aber wenn Du die Situation ganz genau betrachtest, dann wurdest Du zynisch, weil, obwohl es gerade heiß wurde, dies für diesen Mann nicht die gleiche Priorität hatte, wie für Dich. In Deiner Logik Du für diesen Mann nicht die Priorität hattest (obwohl er das nicht zum Ausdruck bringt, er zeigt nur, daß er jetzt (!) los muß).
Mal völlig davon abgesehen, daß wir da schon auch ein bißchen da sind, was ich zu besonders engagierten Mitarbeitern einer Gemeinde gesagt habe

, ich empfinde diesen Mann nicht als heuchlerisch. Dämlich? sicher. Auch nicht besonders nett oder mit guten Manieren ausgestattet, aber nicht als heuchlerisch; jedenfalls nicht als heuchlerischer als Dich in dieser Situation auch (merke: Dein Handeln und Deine Bewertungen nicht Dich als Person!).
Zitat von Shediagast:Nicht erst seitdem aber stelle ich vieles in Frage und hinterfrage sogar die Bibel. Ich denke, auch das ist ein Buch, was letztlich von Menschen zusammengetragen wurde und viele Schriften, die man später fand kommen darin ja gar nicht mehr vor. Ich bin auch überzeugt, würde Jesus heute leben, würde er einige Predigten anders halten und Dinge anders sehen. Auch er war ja ein Mensch seiner Zeit, ... letztlich.
Ich habe also meinen Glauben in vielen Teilen verloren, bzw. sehe vieles kritischer und bin dabei, mir meinen eigenen Glauben neu zu basteln. Ich denke der Kern des Ganzen, Nächstenliebe, guter Umgang mit der Natur, der Erde und mit sich selbst ist natürlich immernoch gültig. Es bedarf aber einer wirklichen Revolution innerhalb der Kirche, um die Menschen von heute wieder zu erreichen. Ob Kirche das leisten kann und wird? Wir werden sehen.
Weißt Du, ich denke, man muß da auch unterschieden, es gibt die Institution Kirche, in vielen Zeiten der Geschichte vor allem auch Machtinstrument, es gibt menschliche Repräsentanten dieser Institution, die ihren Job mal besser und mal schlechter machen, in jedem Fall aber fehlerhaft sind und schließlich gibt es eben Glauben.
Vielleicht hast Du Recht, vielleicht braucht die christliche Kirche einen neuen Clavin, Zwingli oder Luther. Vielleicht aber braucht es einfach nur mehr Authentizität und weniger Moral?
Ich möchte, daß Du verstehst, was ich Dir schreiben will. Ich verurteile Dein damaliges Handeln nicht, ich zeige dir aber, daß Du urteilst sowohl über Ex-AM als auch über diesen Pfarrer.
Ich denke, daß ich verstehe, warum Du dies tust, weil Dein Maßstab für Dich und eben alle anderen noch der ist, den man dir beigebracht hat. Nur, und vielleicht ist es das, was @Selbstliebe auch gemeint hat, diesen gilt es abzulegen.
Es ist wichtig zu erkennen, woher Dinge kommen, es ist aber nur der erste Schritt.
Du nennst Nächstenliebe, Umgang mit der Natur und der Erde und mit sich selbst, als noch immer gültig. Ich denke auch der Frieden gehört dazu. Frieden finden und Frieden machen. Es heißt nicht umsonst, Friede sei mit Dir.
In diesem Sinne.