Liebe Shedia!
Zitat von Shediagast:Märchenwelt und Zuckerwatte a la Lillifee? Fehlanzeige! Natürlich bin ich neidisch auf Barnylilly, die das alles scheinbar mühelos und ohne Probleme überstand. Und ich kann nur sagen, sie hatte riesiges Glück. Kein Grund aber, mich jetzt anzuzicken, weil ich ihre Freundschaft nicht annahm und mich zurück zog, weil ich am Ende meiner Kraft war.
Respekt, daß du Deinen Neid so zugeben kannst. Das fällt nicht leicht. Zwei Sachen, versuch mir mal mit möglichst wenig Widerstand zu folgen, weil ich dich nicht angreife, angreifen will! Ich versuche, meine Perspektive aufzuzeigen, ok?
Ich zicke dich nicht an! Und ich zicke dich schon gar nicht an, weil Du ihre Freundschaft nicht angenommen hast. Wenn ich etwas vermuten mußte, dann eher, daß Dir die Sache noch ein bißchen leid tut und du deshalb dich sehr schnell an diesem Punkt angegriffen fühlst. Das kann ich gut verstehen, geht mir mit wunden Punkten genauso, aber ist in der Auseinandersetzung nicht immer so hilfreich, weil es so leicht auf Nebenschauplätze führt.
Der zweite Punkt: mir scheint (!), du vergleichst dich nach wie vor sehr oft. Dabei scheinst Du häufiger zu dem Ergebnis zu kommen, daß beim anderen der Vorteil ist (besser, schneller, hübscher, schlanker, etc). Da so ein Ergebnis natürlich nicht leicht zu verdauen ist und auch ziemlich gemein fürs eigene Ego, braucht es dann ne Begründung. Oft genug eben Glück oder aber, meine Situation war viel schlimmer oder der hat mehr Geld oder aber Diese Reihung lässt sich beliebig fortführen.
An für dich guten Tagen denkst du dir dann vielleicht sogar, ach das war aber nicht nett von mir, über den anderen so gedacht zu haben und nimmst dir vielleicht vor, es in Zukunft besser zu machen.
An weniger guten Tagen mag das anders ausschauen.
Der Punkt ist aber und damit das Entscheidende: Vergleiche sind Mist!
Die bringen nix als schlechte Laune, man fühlt sich nur mieser und das Beste an der Geschichte sie sind absolut willkürlich, sie stimmen nicht!
Mag gut sein, daß Du denkst, Lilly hatte großes Glück im Vergleich zu dir, Lilly sieht das vielleicht anders und ich, ich sehe es noch mal ganz anders.
Ist einfach völlig für den Hugo, so etwas zu tun.
Dein Vater hat Dich immer mit anderen (Schwester etc) verglichen. Ich glaube, daß dir das nicht besonders gefallen hat, vielleicht hat es dich auch verletzt?. Gut war es auch nicht. Also warum jetzt weiter ein erwiesenermaßen unsinniges und verletzendes Muster weiterführen?
Zitat von Shediagast:Gut, also versuche ich nochmal mich zu erklären. Ich denke ihr versteht immer noch nicht, wie tief mich diese Affäre sinken ließ.
Doch, ich glaube, einige hier verstehen sehr gut. Und manche von uns nehmen sich auch deshalb die Zeit, Dich nach wie vor auf Deinem Weg zu begleiten.
Hier ist mal so eine kleine Frage: was genau ließ dich so tief sinken? War es wirklich die Affäre? Oder vielleicht eben doch eher Dein Handeln.
Nein, damit will ich dir nicht das Messer in der Brust herum drehen, obwohl es sich vielleicht für Dich so anfühlt. Bitte versuch mal zu differenzieren zwischen dir als Person und Deinem Handeln.
Nur weil ich mal daneben haue, Fehler begehe oder eben auch etwas tue, was weder clever noch moralisch so toll war, bin ich nicht in meiner Gesamtheit ein schlechter Mensch.
Menschen machen Fehler, deswegen ist keiner es weniger Wert geliebt zu werden.
Zitat von Shediagast:Erzählt mir also bitte nicht, wie toll andere so was meistern und was für eine Versagerin ich bin. Ich bin da auch irgendwann wieder raus gekommen. Ich saß nur einfach viel tiefer im Dreck.
Siehste, da waren sie wieder die Vergleiche!

Niemand sagt, Du seist eine Versagerin!
Glaubst Du wirklich, daß jemand, der weniger tief im Dreck sitzt und es nicht schafft herauszukommen, ein Versager ist? Denn das ist auch einer der Schlüsse, die man aus einer solchen Aussage ziehen kann.
Zum Schluß, weißt du was noch unnützer ist als Vergleiche, Bewertungen!

Shedia, Unglück, Leid, Trauer und Schmerz tun weh und manchmal halten sie uns gefangen. Manchmal lassen sie uns ungerecht werden.
Das bedeutet aber nicht, daß wir ein Recht deswegen haben, ungerecht zu sein.
Es bedeutet, daß wir lernen müssen, darauf zu vertrauen, daß wir uns selbst und daß uns andere verzeihen.
Dein Leid ist nicht deswegen so schlimm, weil Du besonders tief im Dreck saßt.
Dein Leid ist.
Es bedarf keiner besonderen Begründung.
Nur versuch immer daran zu denken, Du bist mehr als Dein Schmerz und du bist mehr als Deine Wut.