Wonnebär
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Im Prinzip geht es einfach um meine Frau und unsere fast 20-jährige Ehe. Vor knapp 3 Jahren wurde wir auf eine unendlich harte Probe gestellt, als ein krankhafter Narzisst es auf meine Frau abgesehen hatte. Beide kannten sie sich noch vor unserer Zeit und hatten sich zufällig wiedergetroffen. Das da etwas nicht stimmt habe ich schon recht früh erkannt und ziemlich emotional reagiert. Das hat der Narzisst natürlich ausgenutzt und nur mit Hilfe einer Paartherapeutin konnte das Eheaus verhindert werden. Letztendlich habe ich einen guten Job aufgeben, die Sachen gepackt und wir sind umgezogen, da die Geschichte schon fast in Richtung von Stalking ging. Unser Kind/mein Stiefkind hat da schon sein eigenes Leben geführt.
Es hat lange gedauert, bis ich die Geschichte verarbeiten konnte und sich auch meine Frau wieder erholt hat. Unser geregeltes Leben ist durcheinandergekommen, als ich mit vielen anderen betriebsbedingt gekündigt worden bin und ich als sogenannte Fachkraft trotzdem 2 Monate auf Jobsuche war. Meine Frau arbeitet im Home Office und wir teilen auch die Verantwortung für einen Hund, der nicht alleine bleiben kann. Nach der ersten Geschichte hat sich meine Frau erstmal von Menschen ferngehalten und durch den Umzug den Kontakt zu vielen Freunden verloren. Eigentlich war ich froh als sie angefangen hat sich regelmäßig mit Arbeitskollegen in einem Café zu treffen und wieder unter Leute zu kommen. Ich meine wir haben auch viel gemacht und sind regelmäßig irgendwo in Hotels gefahren. Zu Hause habe ich oft für sie gekocht, Geschenke mitgebracht und mich im Haushalt eingebracht. Durch den ganzen Alltagsstress ist unsere Ehe oft in Richtung beste Freunde abgerutscht und wir haben alle Probleme, die auch nicht wenig waren, gemeinsam gelöst. Körperliche Nähe und Romantik sind da oft auf der Strecke geblieben.
Vor 3 Monaten hat meine Frau angefangen sich auch abends mit den Kollegen in einer Bar zu treffen und ich habe diese Menschen auch mit kennengelernt. Nur mit einem Problemhund ist es wie mit einem kleinen Kind und ich habe auch kein Problem, wenn meine Frau in der Woche abends länger weg ist, solange man genug Zeit hat. Selbst vermisse ich das Weggehen nicht und treffe mich alle paar Wochen mit Freunden, aber das reicht mir auch, da ich gerne Zeit mit meiner Frau verbringe. Nun ist es so, dass sie in der Stammbar einen Mann kennengelernt hat, den die Kollegen auch kennen und einfach mit an den Stammtisch eingeladen haben. Die Beiden haben sich von Anfang an richtig gut verstanden und meine Frau hat mir auch davon erzählt. Da ich meiner Frau vertraue, habe ich mich zuerst auch gefreut, das sie wieder Anschluss gefunden hat.
Nun ist es so dass Beide auch mal ins Kino gehen oder essen oder in den Club. Meist aber mit anderen Leuten zusammen. Das sind halt Dinge, die wir so nicht mehr gemacht haben, da mit Kind und Hund solche Dinge schwieriger sind, aber das wussten wir auch und haben dafür viele andere Sachen unternommen. Dann kamen die ersten Geschenke und Beide treffen sich nun mindestens 2x die Woche am Stammtisch und unternehmen dann Sachen. Meine Frau spricht von einer ganz besonderen Beziehung zu dem Menschen und nach außen gilt er schon als zweiter Ehemann.
In den Gesprächen mit meiner Frau kam nun raus, dass beide schon versucht haben den Kontakt zu beenden und es beide komisch finden, aber ohne einander nicht mehr können. Vorgestern hatten wir dann ein Krisengespräch und sie findet ihn körperlich gar nicht anziehend, aber auf emotionaler Ebene passt es wohl irgendwie. Sie liebt mich auch und ich solle mir keine Sorgen machen, da wir ja etwas ganz Besonderes haben, sagt sie.
Nach den schlechten Erfahrungen die wir gemacht haben, war es schwer für mich wieder Vertrauen aufzubauen und entweder vertraue ich oder nicht. So langsam komme ich mir wie ein Depp vor, dass ich da so blind vertraut habe und nicht schon eher was gesagt habe. Das meine Frau die Geschichte belastet glaube ich auch und sie meinte schon zu mir, warum ich sie nicht einfach vor die Tür setze oder Teller schmeiße. Aber auch in solchen schweren emotionalen Situationen versuche ich immer respektvoll zu sein. Druck wollte ich auch nicht aufbauen, da das letztes Mal auch fast schiefgegangen ist.
Sie meinte auch, dass man für Gefühle nichts kann und das mag ja sein, aber Entscheidungen kann man doch wohl treffen oder? Im Moment lebt meine Frau in zwei Welten und das tut uns nicht wirklich gut. Ich habe ihr auch deutlich gesagt, das ich mit einem sogenannten "zweiten Ehemann" nicht klarkommen werde. Beste Freunde kann ich wohl akzeptieren, aber das hier scheint ja völlig in die falsche Richtung zu gehen, oder?
Ich hoffe ich konnte meine Situation halbwegs verständlich darstellen. Fakt ist ich liebe meine Frau und bin auch nicht perfekt. Würde mir so etwas passieren, würde ich sofort den Kontakt einschränken oder abbrechen. Das weiß ich, weil ich mal so eine Arbeitskollegin hatte. Da hat auch die Freiheit gerufen und sie hatte mich zum Essen eingeladen. Das hatte ich aber abgesagt und danach war nix mehr und wenige Wochen hat sie die Abteilung gewechselt und irgendwann auch die Stelle. Aber das habe ich nur am Rande mitbekommen. Aber ansonsten hat mich in all den Ehejahren nie eine andere Frau sonderlich interessiert. Ich habe auch keine weiblichen Freunde und nur lockeren Kontakt zu den Partnerrinnen meiner Freunde.
Im Moment bin ich emotional einfach ausgelaugt und müde. Wie würdet ihr die Geschichte beurteilen? Was kann ich machen? Ist es schlimm so monogam zu denken? Für mich gibt es einfach keinen Platz für noch einen Menschen, den ich so überschwänglich viel Emotionen entgegenbringen kann.