Vorab: Ich bin in einer sehr ähnlichen Lage wie Du, habe aber 1 Jahr Vorsprung. Von daher kann ich mal einfach aus meiner Erfahrung berichten- Du musst natürlich deinen eigenen Weg finden.
First and foremore: Alle durch die Bank, die hier theoretisch daher kommen, können definitiv nicht mitreden. Das ist einfach so. Natürlich hat man Ansprüche an sich und glaubt, sich in bestimmten Situationen sich so und so verhalten wird. Aber wenn dann der Ernstfall eintritt, werden die Karten neu gemischt.
Sorry, aber nach endlosen Debatten mit diversen Forumsteilnehmern, würde ich das mal als allererste Konsequenz sehen.
second: Treffe stand jetzt keine Entscheidung, Du bist geschockt, durcheinander. So kann man keine weitreichende Entscheidung treffen.
Zitat von Mona_Mango:as Vertrauen war natürlich futsch und es wurde auch nicht besser, da in weiteren Gesprächen die folgten sich herauskristallisierte, dass er sie eben fast täglich gesehen hatte, erzählt hatte er anfangs natürlich, dass es nur wenige Male waren etc. Außerdem erzählte er mir, dass er seine Affäre beendet hatte, weil sie an dem Tag der Geburtstagsparty mit einem anderen rumgeknutscht hatte und dass das Fass bei ihm zu überlaufen brachte. Es gab wohl schon so einiges was ihn gestört hätte und an dem Tag der Feier wäre ihm wohl bewusst geworden, dass da doch noch viel an Gefühlen für mich da ist. Aber dass er sich nicht aktiv für mich von ihr getrennt hat, schafft natürlich nicht besonders viel Vertrauen und macht mich immer noch sehr skeptisch. Es wäre aber beides quasi parallel gelaufen, dass er gemerkt hat, dass er mich noch liebt und sie dann wohl doch nicht das Wahre war.
Mir fällt hier auf, dass er nicht ehrlich ist, relativiert, klein macht. Das funktioniert aber nicht auf Dauer. Auf Dauer hilft nur, dass er sich der Verantwortung stellt. Und dazu gehört, dass er es Dir überlässt, was wenig und viel bedeutet. Was ich ihm glaube, dass er in zwei parallelen Welten lebte. Das berichtet auch meine Frau- obwohl ich zugegebenerweise an vielen Punkten nicht verstanden habe und verstehe- wie kann ein Affärenführer einerseits die eigene Zweisamkeit leben und die andererseits Außenbeziehung. Aber gut, mangels eigener Erfahrung im Zweifel für den Angeklagten..
vertrauen: weder Vertrauen noch Verzeihung ist für einen Neubeginn eine Voraussetzung. Beides kann und muss und wird (im Erfolgsfall) zum richtigen Zeitpunkt passieren. Wenn beide einen Neubeginn wollen, so richtig von Herzen, müssen beide einsehen und verstehen, dass es kein Zurück in die alte Beziehung geht. Das kann und wird nicht funktionieren. Ihr könnt aber etwas Neues schaffen.
Zitat von Mona_Mango:ir wollen es versuchen. Beide. Wir waren jetzt über zwei Monate räumlich getrennt, wir reden miteinander, welches eines unserer größten Probleme war. Haben wir nie getan. Er möchte natürlich alles so schnell wie möglich aus seinem kopf haben. Er wünscht sich dass das alles nie passiert wäre, das er stärker gewesen wäre und ich zitiere er nicht nur mit seinem *beep* gedacht hätte. aber ob wir zu den Paaren gehören die das schaffen, bzw. vielleicht daran sogar wachsen. ich weiß es nicht. Der Verrat ist halt da und er hat alles sooo leichtfertig und quasi sofort für sie hingeworfen.
Ob ihr es schafft, kann keiner vorhersagen, den das ist etwas echt schwieriges Unterfangen. Dazu müsst ihr an verschiedenen Ebenen arbeiten:
Deine verletzte Seele
das zerstörte Vertrauen
Eure neue Familiensituation.
Zitat von Mona_Mango:ch muss allerdings sagen, dass er sehr reumütig ist. Er ist aufmerksam, bringt Blumen und anderes mit, hört wirklich zu und setzt es auch schnell um, kümmert sich richtig gut um die Kinder, hat endlich eine Beziehung zu unserem Sohn aufgebaut. Ich habe schon das Gefühl, dass er ganz bei mir ist. Aber die Zweifel, ob es wirklich wegen mir oder nicht doch auch seine Verlustangst ist, die Angst eben alles zu verlieren ist, die ihn hier hält?!? Es ist so verdammt schwierig. Dazu kommt natürlich immer wieder das Kopfkino und alles was dazu gehört.
Ich versuche daran zu glauben, dass es unser Weckruf war. Wäre da nur nicht meine verletzte Seele.
Danke! und entschuldigt bitte den langen Text!
nee, alles gut- es ist ja auch immer komplex.
Aber schaiss auf Blumen und so- es geht in allererster Linie darum, euch als Paar neu zu definieren. Auch finde ich , dass es zu schnell aufwärts geht. das dauert einfach, wenn es sich um tiefgreifende, dauerhafte Verhaltenschemata geht.
Es muss einfach neu zwischen Euch wachsen. Und gebt euch dafür Zeit
Probiert aus, ob ihr die Hilfe von externen braucht.
Und last but not least:
Auch die Verlustangst kann Motivator sein, den Neubeginn zu starten. Aber im Laufe der Zeit sollte er dann schon für sich entscheiden, ob er mit Dir zusammenleben will- oder nicht wirklich. Und lass Deiner Seele Zeit zu heilen. Sie wird es, wenn Du es zulässt *und* Euer Weg sich parallelisiert, sprich, ob ihr Euch neu aufstellt. Und dann, dann wirst Du auch spüren, wann Du ihm vergeben hast.
Alles Gute!
PS: Es wird Dich nicht wirklich trösten, aber die Chancen stehen deutlich schlechter als 50:50, eben weil ein back to normal nicht möglich ist, in diesenm fall die Affäre eben nicht aufgearbeitet wird und wie ein schwärendes geschwür die beziehung belastet. leider können das die wenigsten von ganzem Herzen. Ich möchte einfach, dass Du die Chancen realistisch bewertest und wenn es nicht funktioniert, auch nicht gelähmt wirst, sondern selbstbewusst Deinen Weg gehst.