Was mir u.a. geholfen hat, gerade am Anfang, war das Beschäftigen mit den Trauerphasen, googel mal danach, zuerst kommt Phase 1 – Schockzustand, dann Phase 2 – Gefühlschaos, aufbrechende Gefühle - Phase 3 – Neuorientierung und schließlich Phase 4 – Neubeginn.
Bei mir hat es relativ lange gedauert mit Phase 2, dann war ich mal in Phase 3, und dachte, hey, ich bin über den Berg - um prompt wieder voll abzudriften in Wut, Trauer, Verzweiflung, und auch Schock...

Ich hab mir dann irgendwann gesagt, immer nur einen Tag, jeden Tag so nehmen wie er kommt, und ich darf traurig sein, ich darf mich gut fühlen, ich darf wütend sein... was ich aber sehr selten war, ich war eher schwermütig und tieftraurig...
Was ich beruhigend fand, ist, dass jeder Mensch sein eigenes Tempo hat und dass das auch total ok ist - auch wenn es bei 100 Leuten schneller geht, ich bin ich und ich brauche solange, wie ich eben brauche... wichtig ist nur, dass es mir einigermaßen gut geht, dass ich jeden Tag schaffe, egal wie...
Und was ich auch interessant und hilfreich fand, dass man auch zwischen diesen Phasen hin- und hertitschen kann, es ist wie bei der Springerprozession: Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück, zwei vor, einer zurück, drei vor, zwei zurück... usw. - wenn man sich begreiflich macht, dass jeder (normale) Mensch so trauert, und dass es diese Phasen gibt, das hilft vielleicht auch ein bisschen, das Ganze etwas zu relativieren... dass es jedem so geht und dass aber irgendwann die nächste Phase kommt... und irgendwann ist es vorbei... man ist vielleicht noch traurig bei der Erinnerung und wünscht sich manchmal das alte Glück wieder herbei, man weiß aber gleichzeitig, dass es vorbei ist und so nicht mehr funktioniert hat und man sich auch verändert und weiterentwickelt hat... und das kann einem auch sonst im Leben helfen, mit Krisen umzugehen...