Zitat von Tee-Freundin:Für mich stellt sich die Frage, warum Dir ihr Eingeständnis so wichtig ist?
Zitat von CaveCanem:Warum bist Du derart in der Defensive? Was sie über Dich gesagt hat stimmt. Oder es stimmt nicht.
Vermutlich stimmt mehr nicht als stimmte.
Was jemand über uns SAGT macht uns noch lange nicht zu dem, was er sagt. Aber wenn wir das GLAUBEN und damit konform gehen... dann sind wir was ein anderer sagt.
Das sind gute Fragen auf die ich leider keine endgültige Antwort finde. Mir ist schon klar, dass sie der einzige Mensch in meiner Welt ist der mir bspw. unterstellt, dass meine Leidenschaft im Umgang mit Kindern eher angepasst ist. Zu dem Schluss kam sie, weil ich in der vorangegangen Beziehung ebenfalls so toll mit den Kindern konnte und nun mich "einfach so" in die nächste Familie reindrückte. Das fand sie "grotesk".
Evtl. macht mir zu schaffen, dass ich lt. ihren Worten immer einen gewissen Status bei ihr hatte, den ich nun binnen kürzester Zeit kaputtgebombt habe. Reines Ego also?
Meine Freunde und Familie wissen es besser und verstehen die Vorwürfe ihrerseits auch nicht. Die wissen wie ich bin. Das sollte mir doch eigentlich reichen!
Zitat von Tee-Freundin:Stell' Dir mal bitte vor, sie gibt Dir Recht, und alles andere, was Du jetzt wünscht, ausnahmslos.
Wie geht es Dir danach?
Zitat von Tee-Freundin:Solange Dir ihre Sicht und Urteil wichtig sind hast Du mit der Beziehung noch nicht abgeschlossen.
So lange bist Du bei ihr, nicht bei Dir.
Du entscheidest für Dich, wessen Urteil und Sichtweise Bedeutung hat und bei wem es Dir am A. vorbei geht.
Das ist eben genau das, ich bin meilenweit davon entfernt von ihr loszulassen. Ein Eingeständniss von ihr würde bedeuten, dass sie mich zu unrecht kaputt gedacht hat. Aber was würde das ändern? Sie schrieb mir mal "mag sein dass ich irgendwann zu der Erkenntnis komme dir ganz groß Unrecht getan zu haben. Aber damit muss ich dann wohl leben."
Das sagt doch schon alles. Kein Bereuhen. Kein Nix. Thema durch und weiter.
Ein Eingeständnis würde mich vermutlich nur runterziehen weil eine mögliche, langfristigere, tolle Beziehung durch Vorurteile keine Chance bekam. Wie meinte sie bei unserem letzten Gespräch "das ist wirklich bedauerlich, weil es in vielen anderen Bereichen einfach toll geklappt hat."
Ich rede mir wohl immer wieder ein, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt einfach bessere Karten gehabt hätten. Ich war selbst noch nicht so weit und wollte mich und mein Selbstwert auf Vordermann bringen. Darum habe ich eigentlich auch nix gesucht. Zu Beginn der Beziehung war ich beim Therapeuten deswegen und die ganze Laberei mit dem setzte sich bei ihr fort weil sie das "Psycho-Ding" einfach interessiert hat und sie beruflich ein wenig damit zu tun hat. Das war totaler murks und mich hat das nur verunsichert weil ich irgendwann gar nicht mehr sagen konnte was für ein Mensch ich bin. Dadurch war ich viel zu kopflastig mit ihr und wurde halt immer unsicherer. Das macht unsexy.
Zitat von Tee-Freundin:Ist es vorstell- und machbar, dass Du mal 'ne Weile woanders wohnst?
Nee, leider nicht. Mein Umfeld weiß aber mittlerweile Bescheid, dass ich nix hören mag. Und wenn was anliegt (Geburtstag oder so), gehe ich der Dame auch aus dem Weg. Das habe ich ihr auch mitgeteilt. Ich komme damit nicht klar, also bleibe ich auch weg.
Zitat von CaveCanem:Das war letzten Endes eine nicht funktionierende Beziehung. Wenn es überhaupt eine war.
Es hätte wohl von beiden Seiten aus eine werden sollen. Uns war aber von Beginn an klar, dass es aufgrund ihrer Lebensumstellung sehr schwierig wird. Daher denke ich, wollte sie eine richtig enge Bindung nicht. Ich dageben schon. Und solange Zeit frei zur Verfügung stand, gingen beide dem auch nach. Nur wurde die gemeinsame Zeit immer weniger als die Kinder ankamen, nahm dann wieder zu weil die Kinder mich irgendwann kennenlernten und mochten und nahm dann abrupt ab als die Arbeit begann.
Mal ein Beispiel: Zu Beginn habe ich irgendwann mal über Evolutionsbiologie und deren Theorie über Halbwertszeiten von Beziehungen gefaselt. Ich hab mir dabei nix gedacht. Das Thema fand ich schon seit Jahren spannend. Sie unterstellte mir daraufhin, dass ich nicht daran glaube würde, dass Beziehungen länger als 3-4 Jahre hielten. Das ist totaler Quatsch aber es gibt ein Bild wenn man weiß, dass meine Beziehung davor 3 Jahre hielt und eine 13-jährige Beziehung 4 Jahre toll und dann eher banane verlief. Ihr war aber Exklusivität wichtig. Sprich: Beziehung nur mit Liebesgefühlen. Das schürte ihre Zweifel, denke ich mittlerweile und mündente stets in Diskussionen die sich eigentlich nicht führen wollte weil sie den Kopf für andere Dinge brauchte. So baute sich das immer mehr auf und es war wohl keine Beziehung weil sie es nicht zulassen konnte.
Das lief nicht so entspannend wie sie sich das vorstellte. Ich mir auch nicht und so nahm ich irgendwann alle Schuld auf mich, weil ich ja Themen angsprochen hatte die ich nicht hätte ansprechen sollen. Aber mittlerweile denke ich, ich war eben ich und hab mich unterhalten wollen. Was mein Gegenüber denkt und fühlt, da habe ich kaum Einfluss drauf. Aber das ich durch Taten meine Worte nicht "reparieren" konnte, das macht mir zu schaffen.
Sie gab auch mal zu, dass ich ihr keinen Grund zum Zweifeln bieten würde und auch mit den Kindern alles toll machen würde aber
sie wollte mich im Grunde nicht in ihren Familienkreis innehaben. Keine Hilfe von mir wirklich annehmen. Warum wusste sie nicht. Je näher ich den Kindern kam, freute sie das einerseits, andererseits bekam sie aber immer mehr Angst deswegen.
Sie hielt mich einfach für einen untreuen Typen der sich schnell wegflüchtet wenn die Kinder zur Last werden und wollte sich das selbst und mir gegenüber nie so direkt eingestehen und hat nach zig Gründen gesucht.
Die Vorstellung finde ich irgendwie schade, dass wenn ich mehr verheimlicht hätte, es evtl besser hätte funktionieren können.
Zitat von CaveCanem:Menschen, die sich eben aus dem Eheleben oder aus einer langen Beziehung trennen, haben Tendenz, andere Menschen als "Schuhlöffel" zu verwenden.
Ich habe anfangs auch zu ihr gemeint, ob sie sich sicher sei schon so weit zu sein. Sei bejahte das, weil sie emotional schon seit drei Jahren vom Exmann entfernt sei. Die Enge, die sich zwischen uns aufbaute, die wollte sie so aber nicht. Ein Wir-Gefühl empfand sie so nicht.
Nun ist da ein Neuer nach 8 Wochen. Klar kurvt im Kopf das Grausen das mit dem nun alles toll, entspannter, enger mit einem "wir-gefühl" läuft. Wo stehe ich dann da? Der Fremdgänger? Der "sie war noch nicht soweit"-Partner? Die Starthilfe?
Das muss alles raus dem Kopf und fällt so schwer.
Ich lenke mich ab. Schreibe mit anderen Menschen (Frauen). Treffe Freunde. Mache Sport soweit Corona es zulässt. Bin arbeiten.
Manchmal glaube ich, dass nach all den Wochen ich einen Denkautomatismus verfallen bin. Ich schaufele Antidepressiva in mich rein, habe aber Zweifel ob die es nun gebracht haben.
Vielleicht ist es einfach nur eine Frage der Zeit und ich brauche einfach länger als einige andere. Ich versuche mich nicht unter Druck zu setzen und die Gedanken einfach da sein zu lassen und warte tatsächlich auf Frust, Wut oder Zorn. Aber der mag irgendwie nicht kommen. Da blitzt mal kurz was auf aber daraufhin folgt immer nur Leere, Traurigkeit oder Schwermut. Schon merkwürdig. Ich bin ja schon dabei mir nur negatives tagtäglich über sie zu erzählen.
Ich glaube mir wohl selber nicht. Warum dann ein anderer
