Centrix
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habe mich jetzt neu hier angemeldet weil ich aktuell in meiner Ehe überhaupt nicht mehr weiß woran ich bin und einfach mal unabhängige Meinungen brauche.
Kurz ein paar Fakten: Wir (sie 33, ich 35) sind seit knapp 13 Jahren zusammen, seit 8 Jahren verheiratet, haben 2 Kinder (4 und 7) und haben ein Haus zusammen gekauft.
Seit Ende August 2018 befinden wir uns in einer starken Ehekrise - an jenem Abend hat Sie mir offenbart, dass Sie wohl keine Gefühle mehr für mich hat und sich trennen will. Ich war natürlich erstmal total geschockt und wusste nicht, wie ich das einordnen soll - es ist jedoch nicht so, dass das aus heiterem Himmel kam, das muss ich ehrlich zugeben. Es gab schon davor hin und wieder Gespräche, die in diese Richtung abzielten, wir hatten nicht immer einfache Zeiten, teilweise auch geprägt von Kränkungen und Verletzungen, manchmal denke ich, dass ich vielleicht früher hätte darauf eingehen und reagieren müssen, aber das tut jetzt nichts mehr zur Sache, wir tragen da beide unseren Anteil daran, das wissen wir. Auf der anderen Seite gab es aber auch wirklich viele schöne Zeiten, in denen wir mit unseren beiden Kindern viel Spaß hatten und einfach das Leben genossen haben. In Summe hat mich das jedenfalls nicht dazu bewogen, ernsthaft an ein Scheitern der Beziehung zu glauben.
Seit diesem Zeitpunkt hänge ich jedoch total in der Luft, meine Frau ist noch immer bei uns, hat sich noch nicht getrennt, weiß selber nicht was Sie will, ist sich unsicher usw. - der Zustand hält jetzt seit Ende Aug18, diese "Unsicherheit" treibt mich wirklich in den Wahnsinn. Im Oktober hatte Sie mir offenbart, dass Sie wohl jemand in einem Chat getroffen hat, dem Sie sich anscheinend verbunden fühlt - was genau da dahintersteckt, bekomme ich nicht raus.
In der Zwischenzeit hatten wir verschiedene Sachen probiert (Urlaub ohne Kinder zu zweit, Paartherapie, Gespräche). aber gebracht hat das alles irgendwie garnichts, die Paartherapie war nach 2 Terminen zu Ende weil wir beide mit dem Therapeuten nicht klar kamen, einen neuen Anlauf will Sie aber nicht starten. Der letzte Termin war da Ende Dezember 2018, kurz vor Weihnachten. Weihnachten und die Ferien mit den Kindern haben wir dann soweit möglich harmonisch verbracht, am Abend vor Silvester hat sie mir dann gesagt, dass Sie nicht will dass es zu Ende geht, dass Sie es aber nicht versprechen kann und auch nicht weiß, was es mit dem anderen Typen auf sich hat, zu dem wohl immer noch Kontakt besteht. Zärtlichkeiten oder sonstige Nähe gibt es nicht mehr, wir reden zwar so schon noch miteinander, essen auch gemeinsam mit den Kindern wann immer möglich, unternehmen auch zusammen was mit den Kindern, aber so richtig schöne, intensive Gespräche gibt es schon lange nicht mehr. Rituale wie der morgendliche Abschiedskuss existieren erstaunlicherweise aber trotzdem - wohl aus Gewohnheit?
Was ich vielleicht noch ergänzen sollte - seit diesem Aug. 2018 hat sie eine neue Freundin (die beiden kannten sich wohl schon länger, aber hatten nie intensiven Kontakt). Diese neue Freundin ist frisch getrennt und hat eben seit Aug. 2018 extrem viel Kontakt, ist teilweise an den Wochenenden mit ihr bis um 5 morgens unterwegs - das sind Dinge, die sie bis zum August nie gemacht hatte. Von der Sache her ist das für mich kein Problem, aber diese Person per se stört mich schon - ich befürchte, dass diese Freundin schon auch ihren Beitrag zur Situation leistet.
In letzter Zeit jedoch spitzt sich die Lage etwas zu, man merkt dass Sie unzufrieden ist. Wir starten unabhängig davon trotzdem weiter Versuche zum Reden, allerdings führen diese nicht wirklich weit - immerhin viel in einem der letzten Gespräche der Satz, dass Sie sich zwischen mir und dem anderen entscheiden müsste - das hat mir schon sehr zu denken geben.
Ich habe Ihr dann gesagt dass ich das so nicht akzeptieren kann, Sie sich mal entscheiden soll, was Sie will - darauf bekam ich aber nur zu hören, ob ich Sie erpressen will?
Ich bin dann letzte Woche für 1 Woche mangels alternativer Möglichkeiten zu meinen Eltern gezogen mit der Intention, dass Sie sich mal klaren werden soll, was Sie will. Wahrscheinlich war die Woche jedoch viel zu kurz. zwar hatten wir uns darauf verständigt, aber auch das hat nicht wirklich was gebracht. Sie weiß nach wie vor nicht was Sie will - die Kinder haben mich nach meiner Rückkehr natürlich super herzlich begrüßt, Sie war verhalten, hat auch später im Gespräch gemeint, dass Sie sich nicht auf mich gefreut hat und aktuell keine Chance mehr sieht - Sie sich aber nach wie vor entscheiden muss zwischen mir und dem Anderen. Auf die Frage, ob Sie sich mit dem Anderen bereits getroffen habe, bekomme ich keine saubere Antwort. Interessant in dem Zusammenhang: Als ich von der Arbeit am Freitag (also früher als üblich) nach Hause zu meinen Eltern gefahren bin, ist Sie mir ebenfalls im Auto begegnet - aus einer Richtung, wo Sie eigentlich nie was zu tun hat und ohne die Kinder hinten drin, obwohl diese aus dem Kindergarten hätten schon längst abgeholt werden müssen. Ich hab Sie darauf angesprochen, Sie hat mich auch gesehen, aber sie sagt mir nicht, woher sie kam oder was sie gemacht hat. Ich bin überhaupt kein Fan von diesem "Nachforschen" aber das ist doch Zufall zu viel.
Jetzt top aktuell kommt hinzu, dass wir jetzt in den Faschingsferien für eine Woche Skifahren gehen wollen - der Urlaub ist bereits gebucht. Ich habe ihr gesagt, dass ich diesen Urlaub unter keinen Umständen antreten will, wenn Sie nicht noch ein Fünkchen Hoffnung für uns hat. Sie sagt, Sie weiß es nicht, will den Urlaub aber für die Kinder machen, damit sie nicht so enttäuscht sind.
Klar liegen mit die Kinder am Herzen, aber unter solchen Umständen ein "Familienurlaub" durchzuführen ist schon extrem für mich. das kann ich nicht. Auf der anderen Seite lodert immernoch das kleine Flämmchen der Hoffnung, dass wir durch den Urlaub vielleicht doch wieder etwas näher zu uns finden, so ohne Alltag.
So, sorry, das war jetzt ganz schön lange aber umfasst so grob das, was hier aktuell los ist. Für mich ist das alles extremst belastend - ich will Sie auf keinen Fall verlieren, weiß aber nicht, was ich noch tun könnte.
Manchmal frage ich mich, wie blöd ich eigentlich sein kann und das alles mitmache anstatt das Zepter in die Hand zu nehmen und der Sache ein Ende zu machen. Aber irgendwie hoffe ich trotz aller negativen Zeichen und Erfahrungen immer noch, dass es vielleicht wieder wird.
Zu erwähnen ist noch: Ich habe es tatsächlich geschafft, meine eigenen Sozialkontakte so gut wie zum Erliegen zu bringen. Mit meiner Familie hatte ich alles, was ich wollte, der Hausumbau bei dem ich mich wirklich verausgabt habe hat sein Übriges dazu getan. Wir haben zwar einen gemeinsamen Freundeskreis, der besteht aber dennoch hauptsächlich aus Ihren Bekannten. Ich habe noch 2 gute, eigene Freunde, die aber verstreut in D wohnen und zu denen zwar regelmäßig, aber nur in großen Abständen Kontakt herrscht.
Würde die Beziehung in die Brüche gehen, stehe ich also erstmal wirklich komplett alleine da - ich denk dass dies schon auch dazu beiträgt, dass ich versuche krampfhaft festzuhalten und nicht reagiere, wie es vermutlich richtig wäre.
Schlimm ist auch, dass sich das Ganze mittlerweile auf meine Arbeitsleistung auswirkt. Ich bin Abteilungsleiter, habe da jede Menge Verantwortung zu tragen und kann mich aber zunehmend kaum noch konzentrieren, bin müde - auch die Schlafqualität lässt natürlich deutlich zu wünsch übrig.
Nun denn, könnt Ihr mir zu was raten? Wie soll ich mich verhalten? Ist jemand vielleicht in einer ähnlichen Situation oder hat so einen Situation überstanden und wurde wieder glücklich? Aktuell sehe ich trotz schönem Wetter und nahendem Frühling nur schwarz. mir fehlt jegliche Perspektive im Moment.
(IRONIE)