Zitat:Abstand macht manchmal Dinge/Entscheidungen klarer. Abstand, räumlich.
Den Vorschlag mit dem Abstand habe ich in letzter Zeit auch zwei drei Mal gehört und habe auch selbst schon daran gedacht. Wenn ich mich jedoch daran erinnere, wie meine Frau reagiert hat, als ich sie vor der Hochzeit um ein Jahr Zusammenleben bat, wird mir Bange, denn meine Frau will die Kluft offenbar schließen, indem sie versucht, mehr Zeit mit mir zu verbringen. Natürlich erwartet sie von mir den gleichen Einsatz. Seit kurzem Arbeitet sie wieder (ziemlich in der Nähe meiner Arbeit) und kommt manchmal zum Mittagessen vorbeit. Ich spüre, dass mir das eher unangenehm ist.
Zitat:Deine Frau sollte jemanden haben, der bei IHR, nicht bei einer anderen ist.
Dem kann ich nichts hinzufügen. Nach 14 Jahren Beziehung fällt es mir schwer, mir einzugestehen, dass ich nicht weis, ob ich wieder dieser Jemand sein kann.
@tonja
Nochmal wegen deiner Frage:
Zitat:Weißt du auch, warum du nicht glücklich bist, was dir fehlt um glücklich zu sein?
Zwar war ich nicht glücklich, weil mir einige Charakterzüge, Verhaltensweisen und Lebenseinstellungen zuwiderliefen, aber das sind ja im Grunde nur Oberflächlichkeiten. Im täglichen Leben konnte ich damit zurechtkommen, denn meine Frau hat ja auch viele gute Eigenschaften.
Je älter ich aber werde umso mehr erkenne ich (besonders jetzt), was mir eigentlich fehlt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl. Wonach ich mich sehe ist, mit einem Menschen zusammenzusein, dem ich mich ganz und gar öffnen kann und will. Meine Frau hat in der Vergangenheit bestimmt auch mal gesagt, dass ich ihr alles erzählen kann (erinnere mich nicht), aber tatsächlich geöffnet habe ich mich ihr erst, als ich ihr unter Tränen sagen musste, dass ich nicht wisse, ob ich sie noch liebe. Es ist in 14 Jahren auch das erste Mal gewesen, dass ich vor meiner Frau geweint habe. Das war eine einschneidende Situation, die, obwohl ich in dem Moment offen und ehrlich war und mein Seelenleben kurz zum Vorschein kam, uns natürlich nicht näher zusammenbringen konnte. Obwohl ich versuche, mir objektiv klar zu machen, dass das meine Frau ist, der ich alles sagen kann/soll, fehlt mir der innere Glaube und das Vertrauen. Es ist mir immer schwer gefallen, meiner Frau gegenüber intime Wünsche zu formulieren.
Das kann natürlich mein persönliches (psychisches) Problem sein, aber ich habe leider beobachtet, dass ich mit der anderen Frau weit weniger/keine Probleme hatte, offen zu sprechen. Das ist deshalb bemerkenswert, weil ich ja verliebt bin und damit automatisch Verlustängste entwickle, die mich normalerweise daran hindern würden, zu offen zu sein. Irgendwie ist das Vertrauen aber da.
Evtl. liegt es daran, dass meine Frau (katholisches Ausland) schon immer eine gewisse Prüderie auf mich ausgestrahlt hat und ich mich deswegen selbst reglementiert und bestimmte Dinge nicht angesprochen habe. In ihrem Elternhaus werden Probleme ja wenig offen angesprochen (insb. Zwischenmenschliches), bis mal einer explodiert. In meiner Familie (Elternhaus) wurde zwar immer bis aufs Messer gestritten und argumentiert, aber am nächsten Morgen war immer Tabula rasa. Mit meiner Frau wird es nie so sein, wenn es mir auch noch so fehlt. Alles bleibt hängen.
Eine vorübergehende Trennung im Sinne von getrennt wohnen, wäre vielleicht wirklich der beste Weg, damit ich endlich zu mir selbst finden kann. Nur, wie gesagt, bin ich in Angst vor ihrer Reaktion. Wenn sich etwas bewegen soll, werde ich wohl aber nicht darum herum kommen.
Meine Mutter erzählte mir diese Woche, dass sie und meine Frau sogar darüber gesprochen habe, dass meine Frau zwischenzeitlich in der Einliegerwohnung bei meinen Eltern wohnen kann, wenn es soweit käme ...