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Unglücklich in der Ehe mit Kinder - bleiben oder gehen?

ThomasS

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Lieber Gangolf
ich habe den langen Thread zum großen Teil und mit aller größtem Interesse gelesen. Mich würde sehr interessieren, ob Sie es geschafft haben, sich von Ihrer Freundin zu entlieben und wie es Ihnen dabei ergangen ist, bzw. heute geht.

Edit: Bezug zu diesem Thema

entscheidung-herz-oder-verstand-familie-kinder-und-liebe-t17352.html

Wie Sie sich sicherlich schon denken, bin ich in der gleichen Situation. Sehr viel habe ich in der letzten Zeit gelesen und Ihre Situation passt auf mich wie kaum eine Zweite. Ausnahme ist, dass ich die neue Frau vorher nur sehr flüchtig kannte, wir uns dann mal zum Kaffee trafen (völlig unschuldig), dann nochmal und nochmal und ich mich in diese Frau verliebt habe, ohne es zunächst zu bemerken (oder wahr haben zu wollen).
Obwohl mich meine Frau sehr liebt (sowie meine kleinen Mädchen 4 und 1.5), bin auch ich seit Jahren nicht glücklich und stehe nun vor der schwierigsten Entscheidung meines Lebens, während ich seit einem Monat auf Arbeit hauptsächlich mein Seelenleben zu ordnen versuche. Unseren Kontakt haben wir zwar vor ca. einem Monat einvernehmlich (vorerst) beendet, aber wir spüren wohl beide, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde.
Meine Frau ist nicht Deutsche und wenn sie nichts mehr hier hält, würde ich wahrscheinlich alles verlieren.
Es ist absolut zum verzweifeln, weil ich für die andere Frau Gefühle habe, die ich bei meiner Frau nie hatte. Ich hätte nicht einmal geglaubt, dass ich einer solchen Frau in meinem Leben begegnen würde. Allerdings waren wir auch "artig". Es gab noch nicht einmal einen Kuss auf die Wange. Wenn ich schon meine Gefühle nicht kontrollieren kann, so wenigstens meine Handungen.. nur was macht das besser?

12.12.2017 11:16 • #1


tonja

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Zitat von ThomasS:
Obwohl mich meine Frau sehr liebt (sowie meine kleinen Mädchen 4 und 1.5), bin auch ich seit Jahren nicht glücklich und stehe nun vor der schwierigsten Entscheidung meines Lebens, während ich seit einem Monat auf Arbeit hauptsächlich mein Seelenleben zu ordnen versuche.


Weißt du auch, warum du nicht glücklich bist, was dir fehlt um glücklich zu sein?

12.12.2017 11:39 • x 1 #2


Katachen

@ThomasS

..ich bin in unserer Situation-diejenige, die von ihrem Mann vor 2,5 Monaten die Nachricht erhalten hat, dass er Gefühle für eine andere Frau hat. Eine Frau, die vor über 20 Jahren einmal mit ihm zusammen war, dann kam die Beziehung mit mir (bis heute) und in dieser auch unser gemeinsamer Sohn
Deine Situation ist mir, aus den Gesprächen mit meinem Mann, sehr bekannt vorer tauschte bisher weder Küsse noch hatte er S. aber bereits weitergehende Gefühle; er hat diese Frau bisher mehrmals lange und innig umarmt
Nachdem die Bombe vor 2,5 Monaten geplatzt war, hatte ich einen Zusammenbruch. Er wollte mit mir vorher reinen Tisch machen, sich von mir trennen, gemeinsam schauen, wie wir das mit unserem Sohn für alle Seiten gut und einvernehmlich regeln können. Wir hatten uns über die Jahre (wir sind 20 Jahre zusammen, seit 7 Jahren ein Kind) auch auseinanderentwickelt, jeder lebte den Alltag, man ist gemeinsam für den Nachwuchs da, u.u.u. da ist die Liebe, das Verlangen, irgendwie auf halber Strecke gebliebenwie das so ist in Langzeitbeziehungen.
Nachdem die körperlichen Dinge halbwegs verarbeitet waren, haben wir es geschafft, unemotional und schonungslos zu kommunizieren. Was lange nicht zum Ausdruck kam, alle Anzeichen und alles Schwierige, alle Verletzungen, alle Sehnsüchte und Wünsche.. wurde tage-und nächtelang von allen Seiten betrachtet, bewertet, aufgenommen und verarbeitet. Er hat von diesen Gefühlen erzählt, dass er sich sehnt, wieder gemocht, anerkannt, geliebt zu werden, sich vollwertig und geschätzt fühltich habe verstanden und gemeinsam habe wir versucht zu reflektierenwas uns verbunden hat uns noch immer verbindet, außer dem Kind -wir haben festgestellt, dass es irgendwo noch so etwas wie tiefe Empfindungen, Verbundenheit, Vertrautheit gibt..wir haben für uns entschieden, dass wir diese gemeinsamen Jahre nicht einfach so wegwerfen werden, das wir versuchen wollen, diese Gefühle und Sehnsüchte zu aktivieren. Er stand vor der Entscheidung und hat sich für uns entschieden. Wir wissen nicht, wie lange es dauert, wohin es sich entwickelt-wir versuchen es! Die Erwartungen sind groß und der Wunsch, dass es tatsächlich wieder bedingungsglose Liebe wird, ist da. Er hat ihr seine Entscheidung mitgeteilt und sie war sehr verletzt er wollte es Allen recht machen, indem er mir sagte, dass er jetzt kein A sein könnte und sie einfach so von jetzt auf gleich abserviert. Er wollte dies für uns für ihn einvernehmlich lösen. Einvernehmlich ist aber nichts was in diesem Fall irgendeinem Betroffenen weiterhilft-nicht Dir, als Ehefrau, noch ihr.
Resultat: Er hat, nach langem hin und her, und letztem Treffen, den Kontakt bisher völlig zu ihr abgebrochen, sie hatte ihm zuvor gesagt,dass die ihn nur ganz oder gar nicht sehen will- (er hat bis zuletzt gehofft, die würden sich auf freundschaftlicher Basis irgendwie finden-das war aber nicht drin. Bei allen Emotionen muss ich sagen, dass ich dieses hin und her nicht lange mitgemacht hätte. Es ist besser so, er hat lange gegrübelt, ist aber auch soweit, dass er es so sieht.
Wir haben also diesen cut gemacht und arbeiten intensiv uns wieder neu und behutsam anzunähern. Es klappt. Keiner von uns weiß wie lange es dauert ob es überhaupt auf lange Sicht klappt aber dann ist diese Chance nicht vertan, dann weiß jeder das dann eine Trennung unausweichlich ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

12.12.2017 13:04 • #3


ThomasS


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Hallo tonja und Katachen, und Danke für das Interesse...

Meine Frau ist im Grunde eine tolle Frau, mit vielen sehr guten Eigenschaften. Als wir uns kennengelernt haben, habe ich auch tatsächlich so gedacht, "Eine Bessere kann ich sowieso nicht finden". Dass sie nur wenige Monat in meiner Stadt wohnte und danach 6 Jahre Fernbeziehung folgten, sowie fehlende Verständigungsmöglichkeiten (wegen der Sprache) haben aber (so glaube ich heute zu wissen) das Wesentlichste verhindert, nämlich sich wirklich kennenzulernen. Als wir entschieden zu heiraten, kam sie kurz davor in meine Stadt zurück, wir zogen zusammen und ein paar Wochen später war Hochzeit.

Als ich sie fragte, ob wir nicht mal wenigstens 1 Jahr zusammen wohnen sollten und erst dann heiraten, reagierte sie so emotional und verletzt, dass ich nicht die Kraft hatte, meinen Standpunkt beizubehalten. Sie bot mir ja die Trennung an, was nicht das war, was ich wollte. Sie hat mir damit aber schon die Pistole auf die Brust gesetzt. Zugegebenermaßen fragte ich zu einem schlechten Zeitpunkt, nämlich, als sie gerade auf dem Weg zu mir und die Hochzeit im Grunde schon organisiert war. Mein Bauchgefühl hat mich im Leben noch nie wirklich getäuscht. Vom Kopf her schien alles in Ordnung zu sein. Aber rückblickend muss ich konstatieren, dass ich die Entscheidung für meine Ehe wohl nicht aus Liebe sondern eher aus Angst getroffen habe. Die Ehe war für mich daher von Anfang an belastet, aber ich habe schon gehofft, dass, wenn wir erst einmal Zeit zusammen haben, wir auch ein gutes Fundament für unsere Ehe finden. Die Jahre vergingen, ohne dass einer von uns sich wirklich angestrengt hätte (ich vermutlich noch weniger als sie) eine Liebe entstehen bzw. wachsen zu lassen.
Man missversteht Liebe ja gern als etwas (ein Ding), das einem zufällt und nicht etwas (eine Fähigkeit), woran man arbeiten muss. Das weis ich jetzt zwar, aber es kommt gute 14 Jahre zu spät und jetzt fehlt mir jegliches Interesse, Zeit mit meiner Frau zu verbringen. Ich tue es zwar, aber es fühlt sich quälend lang an. Die wichtigste Zeit, in der man sich eigentlich kennenlernen würde, haben wir nicht nutzen können. Ansonsten hätten wir wahrscheinlich gemerkt (oder einer von uns), dass etwas nicht passt. Nach 7 Jahren Beziehung, will man aber nicht so einfach aufhören, wenn kein triftiger Grund erkennbar ist. Also haben wir weitergemacht (Hochzeit).

Zitat:
Weißt du auch, warum du nicht glücklich bist, was dir fehlt um glücklich zu sein?


Was mir fehlte bzw. vielleicht immer noch fehlt? Charakter. Schneid. Mut. Ehrlichkeit mir selbst gegenüber...

12.12.2017 14:37 • #4


tonja

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Puhh... Also du hast Achtung und Respekt vor deiner Frau und sie ist eine gute Frau. Aber es ist absolut nichts gegenüber ihr da, was sich wie Liebe anfühlt? Und eigentlich weißt du schon ziemlich lange, dass die Ehe nicht das ist, was sie sein sollte?

12.12.2017 14:44 • #5


ThomasS


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Im Moment versuche ich mir einzureden, dass es sich dabei nur um einen Hormoncocktail in meinem Kopf handelt. Was mich aber daran zweifeln lässt, ist, dass ich diese andere Frau über einen Zeitraum von ca. 7 Monaten kennengelernt habe, wobei sich die Treffen in den letzten Monaten gehäuft hatten (ca. 1x pro Woche).

Bei meiner jetzigen Frau gab es "nur" 4 Treffen, bis zum ersten Kuss, aber ohne besonders große Schmetterlinge.
Es kam mir nie wie die ganz große Liebe vor. Aber als junger Kerl (23) mit ziemlich geringem Selbstwertgefühl dachte ich, dass ich nie eine bessere Frau treffen würde. Für sie war es wohl auch erst nicht allzu ernst (hat sie mir kürzlich gesagt), aber wir trafen uns weiter. Irgendwie hat sie es dann wohl geschafft trotz der Fernbeziehung eine Liebe zu mir aufzubauen, was mir anscheinend so nicht gelungen ist.

Ich habe schon Gefühle für bzw. in Bezug auf meine Frau. Es sind aber nicht die Gefühle, die in einer Ehe vorherrschen sollten. Meine Frau leidet zur Zeit schrecklich. Zwar leide ich selbst auch sehr, aber ich glaube, es ist nicht vergleichbar mit dem was meine Frau zur Zeit durchmachen muss. Sie fühlt vor allem Angst, sie ist gebrochen, fühlt sich gedemütigt und möchte sich nur noch verkriechen. Ich habe ihr in langen Gesprächen gesagt, dass ich nicht weis, ob ich sie noch liebe, bzw. ob ich sie jemals wirklich geliebt haben könnte. Ich dachte es zwar. Aber durch die neue Bekanntschaft fühle ich etwas, dass ich nicht kannte. Darum bricht auch gerade meine ganze Welt ein Stück weit zusammen.
Mein größtes Gefühl für meine Frau ist Mitleid, aber ich bin mir nicht einmal sicher, ob es nicht zum Teil auch Selbstmitleid ist, weil ich bei ihr so großes Leid hervorrufe und damit zurechtkommen muss.

Wir waren inzwischen beide bei Psychologen (ich wollte herausfinden, was mit mir nicht stimmt) und haben auch eine Paartherapie begonnen, die ich angeschoben habe. Ich weis nicht, ob es etwas verbessern kann, wenn ja eigentlich die Basis fehlt. Meist haben Paare ja "nur" Kommunikationsprobleme, lieben sich aber eigentlich noch. Ich aber spüre schon seit Jahren kein Verlangen nach meiner Frau. Wenn wir S haben ist es zwar irgendwie schön, aber mir fehlt dabei schon immer diese tief empfundene Nähe. Vielleicht gibt es das auch nicht, aber man hört ja manchmal davon.

Wenn wir uns trennen sollten, würde ich vielleicht die Kinder verlieren, aber sicher auch den Großteil unseres Freundeskreises. Ich hatte im Leben immer Angst davor, das A. loch zu sein und wollte es immer allen Recht machen. Nun holt mich das Leben ein.

Außerdem muss ich mich fragen, ob ich wirklich mein eigenes Glück auf dem Unglück meiner Familie aufbauen kann.

12.12.2017 15:48 • #6


tonja

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Zitat von ThomasS:
Außerdem muss ich mich fragen, ob ich wirklich mein eigenes Glück auf dem Unglück meiner Familie aufbauen kann.

Dafür muss man Glück definieren. Ist es Glück für deine Frau, einen Mann an ihrer Seite zu haben, der zwar loyal ist aber sie nicht liebt? Ist es Glück ihr die Chance zu geben, in der Ehe zu bleiben, alles zu belassen, wie es ist? Ist es Glück, sie frei zu geben, dass sie irgendwann den Mann findet, der sie wirklich liebt?
Ist es Glück, die wahre Liebe zu finden, sie leben zu können? Ist es Glück, seine Kinder nur noch 2, drei mal im Jahr zu sehen?
Was die Freunde sagen ist nebensächlich! Und man kann es auch nicht allen recht machen, man muss seinen eigenen Weg finden, man muss sich selbst im Spiegel anschauen können, seine persönlichen Entscheidungen treffen und dazu stehen, egal was die anderen davon halten.

12.12.2017 16:01 • x 1 #7


ThomasS


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Darüber, was Glück sein könnte habe, ich viel nachgedacht, aber es führt schon auch tief in die Philosophie und zu der berühmten Aufforderung "Erkenne dich selbst". Das aber ist mitunter ein Prozess, der sehr lang andauern kann. Habe ich soviel Zeit, wenn ich eigentlich jetzt "funktionieren" müsste?

Mir gefällt die Beschreibung, die auch auf das Erfolgreich-sein angewandt wird. Erfolg ist das, was folgt, wenn man seiner Bestimmung folgt, vorausgesetzt, man kennt sich selbst. Glück empfindet man dann in allem was man tut, weil man bei sich selbst ist. Nur wer bin ich? Bin ich wirklich der gewissenlose Mann, der seine Frau verlassen und seine Kinder bestenfalls die Hälfte der Zeit haben kann? Oder bin ich der Schwächling, der aus Angst vor den Konsequenzen zwar bei seiner Frau bleibt, dann aber vielleicht sein Leben lang unglücklich ist, weil er evtl. die große Liebe (was ich ja jetzt noch nicht weis) hat gehen lassen.

Zur Zeit können wir unseren Kindern noch die Heile Welt vorspielen, was Kraft kostet. Aber die werden auch nicht dümmer mit der Zeit und irgendwann ziehen sie mal aus. Dann bin ich alt.

Ja, vielleicht bricht sich meine Unzufriedenheit irgendwann Bahn und dann stellt sich wirklich die Frage, inwieweit meiner Frau und meinen Kindern damit gedient ist.
Vielleicht komme ich auch noch zur Besinnung.


Natürlich kann man es nicht allen recht machen.

Fragen, die im Grunde nur ich selbst beantworten kann und muss.

Doch was tue ich? Ich stehe morgens auf, denke an die Frau. Ich gehe ins Bett, sitze am Tisch mit der Familie, radele zur Arbeit, gehe Essen, mache Sport, und und und... denke an die Frau. Im November wurde mein Portemonnaie aus dem Büro gestohlen und mein Konto leergeräumt (PIN war nicht im Portemonaie). Woran musste ich denken? (Geld wurde übrigens später ersetzt)

Es ist kein Zustand. Aber meine Frau versucht zu kämpfen.

12.12.2017 16:31 • #8


Binaneu

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Deine Frau sollte jemanden haben, der bei IHR, nicht bei einer anderen ist.

Ich würde das als Frau so nicht wollen, aber jeder ist anders.

Wegen der Kinder kann man gute Lösungen finden.

Verharren ist nie gut.. mM.

12.12.2017 22:29 • #9


Katachen

. unsere Gespräche befass(t)en sich auch mit alldem, was Du hier an Gedanken niederschreibst.
Ich denke, die Hilfe von Außen wird Euch helfen, zu erkennen, wohin die Reise/Entscheidung geht. Es wird helfen, Zweifel und Ängste und die sich daraus ergebenen zukünftigen Realitäten, aufzuzeigen.

Ich kann Dir nichts raten, ggf. ist die Betrachtung aus der Ferne für Euch beide eine Möglichkeit, um von außen auf Euch zu schauen. Abstand macht manchmal Dinge/Entscheidungen klarer. Abstand, räumlich.

Das mit der heilen Welt für die Kinder ist so eine Sache: Unser Sohn ist 7 und wir haben ihm klar gesagt, dass Mama und Papa schon lange Probleme miteinander haben, dass wir daran intensiv arbeiten und uns große Mühe geben werden, versuchen, wieder zueinander zu finden, dass wir beide, was auch immer mit uns als (Ehe)Paar passieren wird, für ihn immer beide 100%da sein werden und er keine Angst weder jetzt, noch später- haben braucht. Kinder will man immer schützten, weil man glaubt ihre kleinen Seelen würden zerbrechen, wenn Sie bestimmte Situationen miterleben -ich habe festgestellt, dass das Gegenteil für ein Kind greifbarer ist, erklären, mitteilen, reden! und es damit umgehen kann (selbstverst. kindgerecht).

Richtig ist, dass das Leben zu kurz ist, um unglücklich zu leben, um gefangen in Zwängen oder Alltag zu stecken, in einer doch unglücklichen Beziehung/Ehe und wenn man sich auch unsagbar viel Mühe gibt, alles Allen irgendwie recht zu machen, zurücksteckt, sich anpasst man funktioniert und mehr nicht. Ein Dauerzustand dieser Art ist schwer durchzuhalten, gerade wenn Du Kinder hast und das mit oder ohne einen neuen Menschen.
Jeder hat seine eigene Definition vom Glück oder der Liebe. Wichtig ist, dass man voneinander weiß, was Glück was Liebe für den anderen bedeutet.
Liebe entwickelt sich, habe ich pers. festgestellt. Es ist ja zuerst eine Faszination die vom Partner ausgeht, anfangs, etc. bei uns kam die Liebe auch später. und dann ist es auch wieder interessant, welche Ebene diese Liebe in einer wirklich langen Partnerschaft annimmt. Fakt ist, dass man daran arbeiten muss und es nicht als gegeben hinnimmt, dass sie einfach da ist. Vielleicht ist es interessant, wie man über die Ebene der Liebe zu seinem Partner empfindet (ob noch Liebe oder ob nie Liebe war? oder in welcher Form sie da ist/war, warum nicht mehr?), wenn man den nötigen Abstand hat. Doch, ich glaube, dass würde ich Dir doch raten (Abstand) + es den Kindern mitteilen/erklären, warum das notwendig ist. Und sprecht so oft es geht, schonungslos und offenwerdet Euch beide klar.

Es gibt ja keine Angabe darüber, wie lange der Zeitraum dauern sollte oder kann, in dem wann weiß, was das Richtige ist! Wenn die Emotionen noch zu arg sind, kann man nicht wirklich rational sein, auch Deine Partnerin kann das nicht.

Ich weiß, dass die Angst, etwas (den Partner) zu verlieren, eine ganz große und generelle Angst ist, weil damit unweigerlich das ganze bisherige Leben davon zu schwimmen droht, alles Gewohnte mit ihm, der ganze Trottdas ICH das WIR, die Vergangenheit. Das ist Urangst und da beginnt das Trauma
Man muss sich genau bewusst machen, was auf dem Spiel steht und Gefühle und Sehnsüchte, seine Gefühle ÜBERprüfen.

Ganz konkret: würde ich mich an Deiner Stelle irgendwohin (Zeitraum?) zurückziehen und genau prüfen manchmal ist die Emotionalität zu Hause schwer aushaltbar und mit dem gewissen Abstand sind die Dinge ggf. anders zu betrachten.
vielleicht ist das auch für Deine Frau gut

13.12.2017 09:08 • x 2 #10


DieTrulla

DieTrulla

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Zitat von ThomasS:
Zwar leide ich selbst auch sehr, aber ich glaube, es ist nicht vergleichbar mit dem was meine Frau zur Zeit durchmachen muss. Sie fühlt vor allem Angst, sie ist gebrochen, fühlt sich gedemütigt und möchte sich nur noch verkriechen. Ich habe ihr in langen Gesprächen gesagt, dass ich nicht weis, ob ich sie noch liebe, bzw. ob ich sie jemals wirklich geliebt haben könnte. Ich dachte es zwar.


Nein dein Leiden ist nicht vergleichbar mit dem was deine Frau gerade durch macht an Gefühlskaos. Du bist gerade im Hormonrausch und mir kommt es so vor, als haust du erstmal um dich. Wie kannst du deiner Frau sagen, dass du sie vermutlich niemals wirklich geliebt hast? Das ist für mich so ziemlich das Gemeinste was ich hier gelesen habe.
Ich habe vollkommen Verständnis dafür, dass du dich neu verliebt oder überhaupt verliebt hast. Kann jedem treffen. Auch das du offen und ehrlich sein willst. Aber in meinen Augen, hast du sie damit unnötig noch mehr verletzt. Deine Gefühle für die neue Frau in deinem Leben in allen Ehren und schön das du solche Gefühle erleben darfst. Das ist was sich jeder wünscht. Und vor allem, dass diese Gefühle nicht zu schnell in der Realität abkühlen werden.
Wenn du deiner Frau schon sagst du hast sie nie geliebt, ist es an der Zeit für dich zu gehen. Deine Kinder wirst du weiter sehen können, wenn auch nicht mehr täglich, aber das muss dir doch die neue Frau Wert sein, oder?

Wollte dir nicht zu Nahe treten, aber als ich das gelesen habe, wünschte ich mir, dass dir auch jemand mal nach langer Zeit an den Kopp knallt, du ich habe dich vermutlich nie geliebt. Wie man so etwas seinem Partner nach Jahren und gemeinsamen Kindern sagen kann, ist für mich einfach nur bitter und unverständlich!

13.12.2017 11:09 • x 5 #11


ThomasS


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Zitat:
Abstand macht manchmal Dinge/Entscheidungen klarer. Abstand, räumlich.


Den Vorschlag mit dem Abstand habe ich in letzter Zeit auch zwei drei Mal gehört und habe auch selbst schon daran gedacht. Wenn ich mich jedoch daran erinnere, wie meine Frau reagiert hat, als ich sie vor der Hochzeit um ein Jahr Zusammenleben bat, wird mir Bange, denn meine Frau will die Kluft offenbar schließen, indem sie versucht, mehr Zeit mit mir zu verbringen. Natürlich erwartet sie von mir den gleichen Einsatz. Seit kurzem Arbeitet sie wieder (ziemlich in der Nähe meiner Arbeit) und kommt manchmal zum Mittagessen vorbeit. Ich spüre, dass mir das eher unangenehm ist.

Zitat:
Deine Frau sollte jemanden haben, der bei IHR, nicht bei einer anderen ist.


Dem kann ich nichts hinzufügen. Nach 14 Jahren Beziehung fällt es mir schwer, mir einzugestehen, dass ich nicht weis, ob ich wieder dieser Jemand sein kann.


@tonja
Nochmal wegen deiner Frage:

Zitat:
Weißt du auch, warum du nicht glücklich bist, was dir fehlt um glücklich zu sein?


Zwar war ich nicht glücklich, weil mir einige Charakterzüge, Verhaltensweisen und Lebenseinstellungen zuwiderliefen, aber das sind ja im Grunde nur Oberflächlichkeiten. Im täglichen Leben konnte ich damit zurechtkommen, denn meine Frau hat ja auch viele gute Eigenschaften.
Je älter ich aber werde umso mehr erkenne ich (besonders jetzt), was mir eigentlich fehlt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl. Wonach ich mich sehe ist, mit einem Menschen zusammenzusein, dem ich mich ganz und gar öffnen kann und will. Meine Frau hat in der Vergangenheit bestimmt auch mal gesagt, dass ich ihr alles erzählen kann (erinnere mich nicht), aber tatsächlich geöffnet habe ich mich ihr erst, als ich ihr unter Tränen sagen musste, dass ich nicht wisse, ob ich sie noch liebe. Es ist in 14 Jahren auch das erste Mal gewesen, dass ich vor meiner Frau geweint habe. Das war eine einschneidende Situation, die, obwohl ich in dem Moment offen und ehrlich war und mein Seelenleben kurz zum Vorschein kam, uns natürlich nicht näher zusammenbringen konnte. Obwohl ich versuche, mir objektiv klar zu machen, dass das meine Frau ist, der ich alles sagen kann/soll, fehlt mir der innere Glaube und das Vertrauen. Es ist mir immer schwer gefallen, meiner Frau gegenüber intime Wünsche zu formulieren.
Das kann natürlich mein persönliches (psychisches) Problem sein, aber ich habe leider beobachtet, dass ich mit der anderen Frau weit weniger/keine Probleme hatte, offen zu sprechen. Das ist deshalb bemerkenswert, weil ich ja verliebt bin und damit automatisch Verlustängste entwickle, die mich normalerweise daran hindern würden, zu offen zu sein. Irgendwie ist das Vertrauen aber da.
Evtl. liegt es daran, dass meine Frau (katholisches Ausland) schon immer eine gewisse Prüderie auf mich ausgestrahlt hat und ich mich deswegen selbst reglementiert und bestimmte Dinge nicht angesprochen habe. In ihrem Elternhaus werden Probleme ja wenig offen angesprochen (insb. Zwischenmenschliches), bis mal einer explodiert. In meiner Familie (Elternhaus) wurde zwar immer bis aufs Messer gestritten und argumentiert, aber am nächsten Morgen war immer Tabula rasa. Mit meiner Frau wird es nie so sein, wenn es mir auch noch so fehlt. Alles bleibt hängen.

Eine vorübergehende Trennung im Sinne von getrennt wohnen, wäre vielleicht wirklich der beste Weg, damit ich endlich zu mir selbst finden kann. Nur, wie gesagt, bin ich in Angst vor ihrer Reaktion. Wenn sich etwas bewegen soll, werde ich wohl aber nicht darum herum kommen.

Meine Mutter erzählte mir diese Woche, dass sie und meine Frau sogar darüber gesprochen habe, dass meine Frau zwischenzeitlich in der Einliegerwohnung bei meinen Eltern wohnen kann, wenn es soweit käme ...

13.12.2017 11:36 • #12


Itsmyopinion27

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Du kennst Deine Affäre doch gar nicht richtig. Vermutlich hast Du eine rosa Brille auf.

Denk doch mal an Deine Frau, was Euch verbunden hat. Sie hat vermutlich den meisten Stress und ist halt nicht mehr nur Partnerin/S. , sondern die Mutter Deiner Kinder.

Eine Partnerschaft verändert sich mit Kindern und Drillinge sind nun wirklich eine Hausnummer.

Was sagt Deine Affäre zu den Kindern?

Wenn wir mal realistisch sind... ihr habt ja immer nur die ruhigen, schönen Momente und nicht den Alltag, da fällt der Honeymoon nicht schwer.

Aber hat sie wirklich Lust, sich ihrem Leben fremden Kindern anzupassen?

Will sie auch noch Kinder?

Wie sieht die finanzielle Seite aus, Du wirst vermutlich so viel Unterhalt zahlen müssen das Du nur noch den Selbstbehalt hast.

Schieß die Affäre ab ,gönne ihr ein Leben ohne Altlasten und arbeite mit Deiner Frau über eine Paartherapie an Eurer Ehe.

13.12.2017 11:52 • #13


Katachen

..dann nutzt beide diese Möglichkeit (Einliegerwohnung) - m.E. ist das die Chance, um auf den 0-Punkt zu kommen, um dann in der Lage zu sein, alles (ohne Emotionen) zu reflektieren und abzuwägen.
Ein ewiges Hin und Her und sich schonen wollen, ist jetzt nicht mehr angebracht. Der Anfang der Schonungslosigkeit ist bereits gemacht worden. Vielleicht war das auch etwas Gutes! Ihr beide könntet-auch wenn das Thema (Du hast in Frage gestellt, ob du sie je geliebt hast) eher negativ anhaftet, darin den Schritt sehen, zu einem ÖFFNEN! Es gilt das, was Du selbst sagst : Wenn sich etwas bewegen soll, werde ich wohl aber nicht darum herum kommen. Es soll sich ja irgendwohin bewegen, auf einen Weg, z.B. in Richtung Entscheidung! Also weiter!

13.12.2017 11:55 • #14


ThomasS


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@ DieTrulla
Mit gewissen Anfeindungen musste ich ja rechnen, leider helfen diese nicht weiter. Sie können mein Gewissen nicht schlechter machen, als es schon ist. Das ich nicht weis, ob ich meine Frau jemals wirklich geliebt habe ist nicht etwas, das ich immer wusste, sondern etwas, das ich von meinem jetzigen Verhalten abgeleitet habe, ich kenne mich selbst nicht mehr. Es entspringt also eher dem Versuch, mich selbst zu analysieren. Wie kann ich sie jemals geliebt haben, wenn jetzt nichts mehr davon übrig zu sein scheint?

Ich verstehe, dass sie das nicht wissen können. Da ich versuche, mich (trotz meiner langen Texte) sehr kurz zu fassen, bleiben manche tieferen Ebenen unbeleuchtet und sie können mir glauben, dass es mir sehr schwer gefallen ist, so etwas zu sagen. Ich schulde meiner Frau auch Ehrlichkeit (hat mir auch die Psychologin so gesagt) und meine Wirklichkeit wird hoffentlich während der Paartherapie behutsam aufgearbeitet werden.
Wäre meiner Frau mehr geholfen, wenn ich ihr mein Seelenleben (wie in den letzten 14 Jahren) verschwiegen hätte? Im Moment durchlaufen wir unsere Katharsis und es ist leider nicht klar, wie es ausgehen wird. Klar ist nur, dass es für alle Seiten schmerzhaft wird.

Etwas mehr Feingefühl würde ich mir deshalb sehr wünschen. Verurteilungen und Herumhacken fördern bestenfalls Ignoranz.


@ Itsmyopinion27

Rosa rote Brille, Hormone, Schmetterlinge im Bauch sind Bagatellisierungen und werden dem Menschen im Allgemeinen nicht gerecht. Wenn sich jemand ernsthaft einbringen möchte, sind Pauschalurteile leider nicht hilfreich.

Die andere Frau ist ca. 3 Jahre älter als ich, hat drei Mädchen im Schulalter und einen Mann, mit dem sie verheiratet ist (aber getrennt). Natürlich wünscht sich so eine Frau auch einen Partner und dass sie in Kauf nimmt, dass eine andere Familie zerrissen wird, ist ebenfalls fragwürdig.
Dass meine Ehe aber unglücklich ist, hat nichts mit dieser anderen Frau zu tun, auch wenn es die Situation jetzt erst einmal verschärft. Durch sie wird aber nun alles zur Sprache gebracht. Ich habe meine Ehe nicht als das Leben erlebt sondern eher als Vegetieren und Warten auf etwas (Achtung: Das ist stark verkürzt, natürlich gab es auch mal schöne Momente, vor allem mit den Kindern, jeden Tag).

Ich habe gehört, dass die meisten Menschen ein Leben in stiller Verzweiflung führen. Muss ich mich auch damit abfinden? Gegenüber wem werde ich auf meinem Sterbebett Rechenschaft über mein Leben ablegen müssen? Es gibt keine zweite Chance.

Ich möchte hier nochmal an etwas erinnern, für alle, die später eingestiegen sind, Selbstzitat:
Zitat:
Allerdings waren wir auch "artig". Es gab noch nicht einmal einen Kuss auf die Wange.


Keine Affäre im üblichen Sinn.

13.12.2017 12:12 • #15




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