GastOhneNamen
Gast
kocht Euch einen Kaffee, das hier wird was längeres...
Ich bin seit 12 Jahren mit meinem Mann verheiratet, wir haben 2 wundervolle Jungs, beide Grundschulalter.
Erwar meine grosse Liebe, wir haben schnell geheiratet, lange jahre war ich zunächst wegen Studium, dann wegen Kindererziehung abhängig von ihm.
Seit 4 Jahren läuft es schlecht. Von meiner Seite aus. Ich habe mich in meine arbeit verkrochen, Überstunden gemacht, hatte keine Lust auf S mehr, wollte ungerne etwas gemeinsam unternehmen.
Die Dinge, die ihm Spass machen haben mir keinen Spass mehr gemacht.
Ich habe mich gequält, mein mann war 15 Nächte im Monat weg und ich habe daheim die Fahne hoch gehalten, ein Haus gebaut, selber Vollzeit gearbeitet etc.
Vor 1,5 jahren wurde mir das erste mal klar, dass es so für mich nicht weiter gehen kann. Eine Trennung schloss ich zu dem Zeitpunkt kategorisch aus, da ich mir das alles nicht zutraute.
Vor knapp einem Jahr kam der große Zusammenbruch, ich bekam eine schwere Depression, verlor in der Folge den Job, bekam nichts mehr auf die Reihe, begann ganz bald eine Therapie und fing an mein nicht mehr vorhandenes Selbstwertgefühl ein wenig aufzupäppeln.
Mein Mann ist für alle um mich herum der absolute Traummann, gebildet, klasse job, ein wunderbarer Vater. Ich bin ihm auch sehr zugeneigt, schätze ihn sehr.
Heute muss ich sagen, dass ich zu meinem großen Bedauern nicht mehr für ihn empfinde. Die Vorstellung von ihm berührt zu werden oder gar mehr löst - ich traue mich kaum es zu sagen - eine große Abneigung in mir aus!
Im November waren wir (wahrscheinlich viel zu spät) das erste Mal bei einer Paarberatung. Damals haben wir beide gesagt wir wollen das wieder auf gesunde Beine stellen. Er hat immer gesagt er liebe nur mich und tue alles dafür, dass das wieder so wird wie früher. Das hat mich gestört, denn es geht nicht darum, dass er sich selber aufgibt und so wie früher wird es eh nie werden.
Im Januar habe ich entdeckt, dass er intimste Details unserer bröckelnden Ehe mit NachbarINNEN bespricht und auch mit mir nicht bekannten Frauen im Chat. Des weiteren unterhielt er eine se..uelle Beziehung zu einer anderen Frau.
Ich habe 11 Tage gewartet, dass er mit mir darüber redet bis zu unserem nächsten Termin in der Paarberatung, da habe ich ihn angesprochen, er negierte alles. Erst als ich alles gesagt habe was ich wusste hat er kleinlaut zugegeben, was da war.
Seither leben wir wie in einer WG (naja, das ist zugegeben meinerseits seit langem so), er ist ins Gästezimmer ausgezogen.
er sagt, er habe das alles nur getan, weil er das alles n icht mehr ausgehalten hat. Ich habe sehr deutlich klar gemacht, dass das für mich ein Vertrauensbruch der gröberen Art ist und ich nicht weiß wie ich dasmit klar komme. Ja, ich kann viel verdrängen und das "Basiszusammenleben" klappt auch gut. Daran hat es nie gehapert, aber ich bin weder bereit meine Gef+hle mitzuteilen, geschweige denn mehr mit ihm zu teilen.
Das habe ich also erneut in einem Gespräch klar gemacht, was ihn vollkommen aus der Bahn geworfen hat.
Er dachte, wir haben so eine tolle Basis und das sei alles nicht so schlimm....
Ich bin vorsichtig gesagt verwundert, dachte ich doch ich sei deutlich gewesen, dwas er auch bestätigt, aber er hofft halt irgendwie immer noch.
Ganz ehrlich ich bin vollkommen konfus!
Ich weiß, dass diese Ehe am Ende ist. Wir können wie Bruder und Schwester in ewiger Harmonie für die Kinder und das Haus zusammen leben, aber das ist mit Anfang 40 wohl kaum die aussicht, die man für das eigene Leben haben will.
Ich schaffe aber den Absprung n icht. Ich bin wie gelähmt. Ich sehe das alles, ich verstehe das alles und bin doch handlungsunfähig.
Ja, er tut mir ein Stück weit leid, ein Stück weit ist es sicher auch meine Hülle, die ich Angst habe aufzugeben, ich weiß es nicht genau.
Wer war in einer ähnlichen Situation und kann mir Mut machen?
LG
GastOhneNamen