Zitat von Martin123: Mein Problem ist, dass ich das Konstrukt der Ehe 2.0 ablehne, weil das funktionieren der Ehe 2.0 voraussetzt, dass man lernt, Betrogener zu werden und das betrogen werden zu akzeptieren.
Im Gegensatz zur Trennung, wo man es nicht akzeptiert.
O.k. - natürlich muss man logischerweise "lernen" betrogen worden zu sein, wenn man die Ehe nach der Affäre mit der Betrügerin weiter führen will. Eigentlich macht der Therapeut mit dieser Aussage ein wenig Show, denn 1 und 1 sind natürlich 2, was sonst. Das ist aber nur die halbe Sache, denn interessanter ist der Ansatz, die Betrügerin nicht als Schurkin und Schuldige nach entsprechender Busse wieder anzunehmen, sondern als Person, die man liebte und weiterhin liebt. Somit vertraut man nach der Affäre wieder dieser Person, die man geliebt hatte und von der man geliebt wurde in der Annahme, dass es immer noch so ist und sein wird (jedenfalls vorerst)
Wenn du dich trennst, kommst du in der Tat darum herum, das Betrogensein zu "akzeptieren". Betrogen wurdest du aber trotzdem.. The simple way.
Zitat von SchlittenEngel: Vor diesem Forum hatte ich von Ehe 2.0 noch nie was gehört und kann pers. mit diesem Begriff auch ehrlich gesagt nichts anfangen. (...) Ob man sich sicher ist oder nicht oder überlegt, ob man sich trennen WILL oder ob es das noch ist, was man den Rest seines Lebens will, ändert doch daran erst mal gar nichts. Das kann in jeder Beziehung immer wieder vorkommen, sogar ganz ohne Betrug.
Eben. Genau das mit "Ehe 2.0" ist eben so eine modern sein wollende Mode-Chiffre. Nach jedem gravierendem Ereignis in einer Beziehung reden doch die Beteiligten dann darüber und finden Vereinbarungen, wenn sie denn die Ehe weiterführen als Ehe 2.0 oder Ehe 2.5 oder Ehe 3.2 oder wie oder was.
Zitat von Martin123: Also lernt man nicht nur betrogen worden zu sein, sondern man lernt auch zukünftig betrogen zu werden. Ob man das Gelernte jemals braucht steht auf einem anderen Blatt.
Naja - um den einen Betrug seelisch zu verarbeiten sich dazu darauf einzustellen,. dass Betrug (mit dieser Person) quasi normal wäre ist schon ein wenig um dier Ecke gedacht. Positiv dabei ist eben nur, dass eine Person durch den Makel des Betrügens nicht automatisch so abgewertet wird, dass ein Leben mit ihr nicht mehr möglich ist.