Also, mir geht es wie Kruemel. Ich würde auch gern berichten und mich austauschen zur Ehe 2.0, aber war etwas unsicher, weil es hier so abdriftet.
Ich versuch`s trotzdem mal:
Auch ich lebe in einer sogenannten Ehe 2.0. Meine Geschichte kann man hier ebenfalls nachlesen.
Ich kann diverse Aussagen nachvollziehen, da ich mir die gleichen Fragen gestellt habe.
Zum Beispiel, dass man akzeptiert, betrogen worden zu sein. Das war auch eine meiner Kernaufgaben, die nicht einfach war.
Mittlerweile ist es allerdings zu einer Sache geworden, die dem Vorleben eines Menschen gleich kommt. Soll heißen, wenn 2 Menschen mittleren Alters zusammenkommen, hatten diese Partnerschaften davor, evtl. sogar Kinder. Das heißt, sie hatten eben auch S**. Auf diese Vorbeziehungen bin ich auch nicht eifersüchtig, sauer, habe Informationsdrang. Warum sollte es bei dieser Sache anders sein?
Ich denke über den Betrug nicht mehr nach und er ist quasi in der "Schublade Vorleben" gelandet.
Auf Seite 5 hat Martin folgendes geschrieben:
Zitat: Für mich gibt es nur eine Frage (und für jeden andern, der glücklich in seiner Beziehung sein will):
Ist die Person, mit der ich zusammen bin, die Person, mit der ich glücklich sein will? Kann ich die Fehler akzeptieren? Oder nicht? Der Glaube, man kann jemand mit 40 Jahren noch erziehen kann, ist völlig absurd. Grenzen müssen ständig kontrolliert werden (z.b. dass sie sich nicht heimlich trifft). Kontrolle und Verbote, damit kann man eine kaputte Beziehung vielleicht noch 2,3 Jahre aufrecht erhalten. Und dann scheitern sie doch. Wem ist damit geholfen? Für mich ist das reine Verschwendung von Lebenszeit.
Auch ich denke, dass dies die entscheidende Frage ist.
Dazu gehört aber vielleicht auch, gemeinsam den Betrug aufzuarbeiten. Wir haben viel über den Betrug gesprochen. Ich kann ihn zwar nicht verstehen, begreife aber, wie es dazu kam.
Es gab bei uns nie Verbote und Kontrollen danach. Sehr wohl aber klare Aussagen und Grenzen meinerseits. Dass so etwas nie wieder vorkommen darf.
Ich wollte so etwas nie akzeptieren bzw. verzeihen, habe es dann aber doch getan.
Weil es sich - für mich - für diesen Menschen und das, was wir gemeinsam haben, lohnt.
Aber das muss tatsächlich jeder für sich entscheiden - auch oder gerade wegen der individuellen Konstellation, wie wo was passiert ist.
Ich habe aus dem ganzen gelernt, dass ich auf jeden Fall deutlicher auf mein Bauchgefühl hören werde in Zukunft, denn das hatte von Anfang an Recht.