Im Vorgriff auf einen eventuellen Shitstorm:
Ich unterstütze generell nicht den Betrug an einem Ehepartner, ich empfinde diesen auch als sehr verletzend. Die TE hat auch, was ihren Schmerz, ihre Lähmung und ihre Schwierigkeiten bei einer Entscheidungsfindung betrifft mein vollstes Verständnis.
Ich stehe keinesfalls auf Seiten von Herrn Kinbakubi, aber dennoch möchte ich nun etwas einwerfen, was sicherlich jetzt nicht dem hier herrschenden Mainstream entspricht. Ich mach es dennoch, weil ich als Mutter auch an die beiden Kinder der Kinbakubis denke.
Zitat von kuddel7591:Der EM hat klipp und klar definiert, was er will. Die Signale des EM sind eindeutig. Der EM ist in keinster Weise bereit, Zugeständnisse zu machen - im Gegenteil...er schiebt die Haupt-"Täterschaft" sogar auf seine Frau, weil sie jetzt so "hart und unfreundlich" ist...um es mal gelinde auszudrücken. Der EM "verwechselt" ganz bewusst Ursache und Wirkung, beschwichtigt seine Täterschaft, weißt alles von sich, was er an Schuld auf sich geladen hat, "entschuldigt" sich in einer Form, die die verbrauchte Luft für die Worte nicht wert sind.
...
Kuddel, warst Du dabei? Hast Du mit dem EM gesprochen? Ich denke, dass Du nicht mehr von den beiden persönlich weißt, wie wir alle hier.
Du stellst Behauptungen als unumstößliche Tatsachen dar und "forderst" die TE quasi auf, diese "Tatsachen" zur Grundlage ihrer Entscheidung zu machen.
Hier erhebe ich Einspruch. Alles was wir hier meinen zu wissen entstammt den subjektiven Schilderungen der TE. Kinbakubi hat selbst geschrieben, dass sie diesen Thread zum lamentieren und ventilieren, gleich einem Tagebuch benutzt. Also ist davon auszugehen, dass die äußerst negative Darstellung des Ehemanns auch ihrer Wut und ihrem Schmerz entspringen könnte und mit der Realität nur die Eckpunkte gemein hat.
Ich denke da auch daran zurück, wie meine Mutter früher meinem Vater Vorwürfe machte, dass er so unzuverlässig sei und sie stundenlang warten ließe, dabei hatte er sich tatsächlich gerade mal 12 Minuten verspätet gehabt. Wenn ich nicht selbst auf die Uhr gesehen hätte und meiner Mutter geglaubt hätte, dann wäre mein Eindruck über die Verspätung meines Vaters sicher auch ein anderer gewesen....
Hier kommt nur Kinbakubi selbst zur Wort. Ihr Mann hat nicht die geringste Möglichkeit seine Sicht der Dinge einzubringen, eventuell auch etwas in ein anderes Licht zu rücken.
Man kann doch nicht allen Ernstes eine eben auch für die Kinder so schwerwiegende Entscheidung auf nur einseitige Schilderungen zurückführen wollen. Wenn Herr Kinbakubi tatsächlich so ein völlig empathieloses schmerzfreies Ar....och ist, so bin ich mir sicher, wäre Kinbakubi gar nicht hier aufgeschlagen und müsste auch nicht abwägen.
Was für eine "richtige Urteilsfindung" meiner Ansicht nach immer noch fehlt, ist der eigene Anteil der TE an der Misere. Den können wir also gar nicht in unsere Meinungsbildung und "Ratschläge" einfließen lassen, weil für uns unbekannt.
Nur ein Beispiel:
Die TE trägt (völlig zu Recht) vor, dass es ein absolutes No go ist, dass er seine Gespielin ins Familienheim gebracht hatte und sich dort mit ihr verlustierte. Wir wissen aber nicht, was den EM dazu veranlasst haben könnte. Wir übernehmen nur aus der Darstellung der TE, dass er ein absolut unverfrorener nur auf sein eigenes Wohl bedachter Egomane ist. Es ist aber genau so gut möglich, dass sich die Eheleute Kinbakubi, so wie viele von uns auch, im Lauf der Zeit nur jeder für sich um seinen eigenen Stiefel gekümmert haben und nur zu wenig Kommunikation auf Paarebene stattfand.
Es kann auch sein, dass sich der EM dachte:
"Ich werde nur als gut funktionierender Versorger gesehen und solange ich für die TE und die Kinder genug Kohle heimbringe ist dort alles in Butter. Meiner Frau ist doch alles andere, insbesondere meine Bedürfnisse nach Zuspruch und Anerkennung außerhalb des beruflichen Umfeldes, völlig egal. Es ist ihr ja über Jahre nicht einmal aufgefallen, dass ich untreu bin, so wenig schert sie sich um mich. Ich glaube, ich müsste schon vor ihren Augen f... damit sie es überhaupt bemerkt. Vielleicht sollte ich das mal ausprobieren, vielleicht rüttelt sie das dann wach..."
Das sind jetzt reine Spekulationen über die Gedanken- und Gefühlswelt des EM. Ist aber genau so wenig auszuschließen wie dass die Schilderungen der TE über ihren Mann und seine explizite Wortwahl real sind. Der einzig wahre Fakt: WIR WISSEN ES NICHT.
Von daher sollten wir uns hüten absolute Wertungen über einen Sachverhalt abzugeben, von dem wir nur eine Seite geschildert bekommen. Immerhin handelt es sich hierbei um den Vater der Kinder über den hier einige aus anonymer Entfernung richten.
@Kinbakubi
Nochmal, ich will Deinen Mann nicht in Schutz nehmen. Bevor Du aber eine für Deine Kinder doch sehr schwerwiegende Entscheidung triffst, komm vorher zur Ruhe. Jetzt hast Du doch einige brauchbare Ansätze mitbekommen. Besprich das mit denjenigen die es wirklich angeht bzw. in der Therapie mit jemanden, der auch Deinen Mann zu Wort hat kommen lassen. Vielleicht hörst Du in aller Ruhe nicht auf Kopf oder Herz, sondern auf Deinen Bauch? Sieh Deinen Mann in aller Ruhe ins Gesicht, suche seinen Blick, forsche darin. Was siehst Du da, was empfindest Du dabei?
Ist er wirklich der egoistische empathielose A... und Du empfindest nur noch negativ, dann zögere nicht, nimm Deine Kinder und Dich da raus und lass die Anwälte machen. Anderenfalls nimm Dir Zeit und versuche ohne Groll und Vorwurf (ist schwer, ich weiß) die Angelegenheit zusammen mit Deinem Mann und professioneller Hilfe aufzuarbeiten.
Nerven und Kraft kostet es so oder so und Garantien gibt es auch keine so oder so.