Zitat von Kinbakubi:Ich: In Deinem Traum wünschst Du Dir zwei oder mehrere Frauen. Du möchtest ein Harem.
Er grinst: Ist das nicht der Traum aller Männer?
Ich: Du möchtest Deinen Traum verwirklichen, Du hast Deinen Traum umgesetzt, über meine Leiche. Wenn Dein Glück eventuell mein Unglück nach sich zieht, hast Du es in Kauf genommen.
Dein Mann
ist promisk. Das ist eine
Veranlagung und
selbstverständlich will er die
ausleben. Unfair ist, daß Dein Mann sich Dir gegenüber als monogam
ausgab, obwohl er promisk veranlagt
ist und daß er erst jetzt die Normalität einer solchen Veranlagung für sich entdeckt zu haben vorgibt.
Unfair ist, der arglistig getäuschten Ehepartnerin
Tyrannei vorzuwerfen, weil sie die jahrelang
gezielt verheimlichte Promiskuität
nicht akzeptiert. Denn wäre Dir seine Veranlagung rechtzeitig bekannt gewesen, hättest Du ihn gar nicht erst geheiratet oder Dich überhaupt auf ihn eingelassen - während Du nun in der Ehefalle sitzt und nicht mehr aussteigen kannst daraus,
ohne ein gebranntes Kind zu bleiben.
Und das
Unfairste daran ist, daß er Dir umgekehrt seine Promiskuität
aufzuwingen sucht, indem er darauf pocht, daß Du einer Haremsgründung zustimmst, obwohl er
weiß, daß das wider Deine eigene Veranlagung ist und Du Dich somit total
verbiegen müßtest dafür. Das ist nicht nur zutiefst
respektlos; das ist der offene Versuch, Deinen Willen zu brechen und Dich ihm zu unterwerfen.
Du bist für ihn nicht Partnerin, sondern eine Komfortzone, die bestimmten Zwecken dient, dafür an seinem aufwändigen Lebensstil offen beteiligt ist, aber darüber hinaus gefälligst ebenso stillzuhalten hat, wie seine Thai-Maus, wenn sie auf Dienstreisen die Grätsche für ihn macht oder die Möbelstücke, die ihr in der Wohnung benutzt.
Da gibt es nichts zu grinsen und nein:
Das ist
nicht der Traum
aller Männer, sondern sein ganz
eigener. Es gibt genug Männer da draußen, denen die eigene Frau mehr als reicht, der sie im übrigen auch souverän auf Augenhöhe zu begegnen wissen und nein: jeder zweite geht eben
nicht fremd. Es war also keineswegs abwegig zu glauben, daß Dein Mann tatsächlich so monogam
ist, wie er über Jahre hinweg (!) suggerierte. Da kann er jetzt versuchen, eine promiske "Normalität" herbeizugrinsen, soviel er will.
Warum übrigens tat er überhaupt so, als gelte diese "Normalität" für
ihn eben
nicht? Wenn die Haremsführung doch so "normal" ist, wie von ihm grinsend suggeriert, wieso hat er sich dann
nicht von vornherein offen zu diesem
seinem Traum bekannt? Wozu sich stattdessen überhaupt auf ein eheliches Treuegelübde
einlassen?
Selbstbewußte Menschen stehen zu sich und ihren Neigungen, zumal wenn sie das Glück hatten, in einem gesellschaftlichen Umfeld aufzuwachsen, wo das offen toleriert wird. Ihr beide habt irgendwann in den 1990ern geheiratet - da war das in Westeuropa definitiv der Fall. Also was konkret hinderte ihn daran, Dir schon damals das zu sagen, was er Dir heute grinsend unter die Nase reibt? Einen Harem hätte er doch damals wie heute problemlos gründen können; warum hat er diesen Traum nicht einfach verwirklicht?
Immer schön an den Fakten dranbleiben, Kinbakubi; laß nicht zu, daß er die jetzt nachträglich verdreht.
Zitat:Ich habe nur in einer Sache falsch gehandelt.
Stimmt!
Allerdings geht es hier nicht darum, daß er einen Augenblick unachtsam war und dabei versehentlich eine aus urgroßelterlichem Haushalt stammende Vase vom Regal gestoßen hat, sondern um seinen Versuch, nachträglich ein
komplett neues System zu gründen, das
wesentliche Grundsätze Eurer bisherigen Eheführung
nachhaltig außer Kraft setzt. Damit rüttelt er an einem der
Sockel, auf denen Euer Ding vor Jahren
in vollem Wissen und Gewissen gegründet wurde und das übrigens von Euch
beiden und zwar
freiwillig. Oder hattest Du ihn etwa zur Eheschließung genötigt?
Zum Vergleich:
Du kannst 20 Jahre lang eine tüchtige Kassiererin gewesen sein - wenn sich herausstellen sollte, daß Du läppische EUR 10,-- aus der Firmenkasse gestohlen bzw. arglistig unterschlagen hast, ist das ausreichend Anlaß für sofortiges Hausverbot und eine Kündigung auf Nimmerwiedersehen. Denn es geht hier nicht um den lächerlich niedrigen Betrag oder diese "
eine Sache", sondern um die
Unwiderbringlichkeit des
Vertrauens, daß durch diesen Übergriff
zerstört worden ist und die Dich für einen solchen Posten nachhaltig
disqualifiziert. Weder hätte die Mitarbeiterin das Recht, ihrem Arbeitgeber dennoch zuzumuten, ihr weiterhin sein Geld anzuvertrauen, noch steht es einem promisken Mann zu, Dir eine offen Ehe aufzuzwingen. So wie der Arbeitgeber davon ausgehen können will und muß, daß Angestellte auf Vertrauensposten auch tatsächlich vertrauenswürdig sind, so will und muß eine Ehefrau, die nie teilen wollte und es im Grunde auch jetzt nicht will, sich darauf verlassen können, daß ihr das nicht zugemutet wird.
Dein Mann hat Euren Ehevertrag gleich zweimal hintereinander zur Disposition gestellt: Vor Jahren mit seinem ersten Seitensprung und heute mit seiner Forderung, polyamor leben zu dürfen; wobei mir immer noch nicht ganz klar ist, ob er Dir das umgekehrt auch zugesteht?
Damit nicht genug, läßt er Dir aber auch keine Wahl, sondern setzt Dir brutal die Pistole auf die Brust: Du kannst bleiben, was einem Freibrief für seine Haremsgründung gleichkommt, oder Du kannst gehen und so Dein Krönchen richten, was Dich dann eben einiges an Komfort kosten wird.
Die Kinder beziehe ich an dieser Stelle bewußt nicht in diese Wahl ein, da sie eh beeinträchtigt werden, egal für was Du Dich entscheidest: Entweder werden sie mit zwei Eltern aufwachsen, die ihnen nur noch Fassade vorleben und daß man für Geld aber auch wirklich
alles kaufen kann, sogar den Stolz der eigenen Mutter. Oder sie werden ebenso aufwachsen wie andere Scheidungskinder auch. In jedem Fall wird es keine intakte Herkunftsfamilie mehr für sie geben, sondern nur noch die zweitbeste Lösung. Doch auch mit der können sie groß und stark werden, wenn Dein Mann und Du wenigstens das jetzt noch auf die Reihe bekommen.
Da es ständig soviel um Geld geht: Wie wäre es, wenn er zumindest sein Spar- und Immobilienvermögen
nicht Dir, sondern Euren Kindern überschreibt, die freie Verfügung darüber aber aussetzt, bis sie ein festgelegtes Alter erreichen? Würde das dem Gefühl, einer habe den anderen ausgenommen, nicht einigermaßen vorbeugen und zugleich Deine Kinder nachhaltig vor den Zugriffsversuchen künftiger Stiefgeschwister schützen?
Zitat:Komm nach Hause! Ich wünsche mir außerdem eine angemessene Abfindung!
Zitat:Du kannst mir eine Abfindung für die bisherige gemeinsame Zeit geben.
Zitat:Komm überschreibe mir alles, dann brauchen wir auch nie über das Geld reden.
Siehe oben.
Auch ich empfinde es übrigens als unangebracht, von "Komm nach Hause" unmittelbar auf die Abfindung überzuleiten und Dich dabei binnen weniger Zeilen von "angemessen" auf "alles" zu steigern.
Seriöse Verhandlungen führt man anders.